DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Ifo-Geschäftsklimaindex im September etwas höher als erwartet
Das Geschäftsklima in Deutschland hat sich im September etwas deutlicher als erwartet aufgehellt, woran sowohl Lagebeurteilung als auch Geschäftserwartungen Anteil hatten. Der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg auf 89,9 (August: 88,8) Punkte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf 89,0 prognostiziert. Der Index der Lagebeurteilung erhöhte sich auf 89,5 (88,5) Punkte. Erwartet worden waren 88,7. Der Index der Geschäftserwartungen stieg auf 90,4 (revidiert: 89,0) Punkte. Die Prognose hatte auf 89,2 gelautet. Für August waren vorläufig 89,1 gemeldet worden. "Die deutsche Wirtschaft setzt ihren Erholungskurs fort", kommentierten die Konjunkturforscher die Daten.
Institute verdoppeln deutsche Wachstumsprognose für 2026
Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognose für das Wachstum der deutschen Wirtschaft im laufenden Jahr verdoppelt und die für 2027 leicht angehoben. Wie sie im Rahmen ihrer Herbstprognose mittteilten, rechnen sie nun mit einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,3 (Frühjahrsprognose: 0,6) Prozent. Die Prognose für 2027 wurde auf 1,1 (0,9) Prozent erhöht. Für 2028 erwarten die Institute ein Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent. "Die Wirtschaft hat sich robuster entwickelt als erwartet. Der Aufschwung steht jedoch auf einem schmalen Fundament, denn hohe Energiepreise und Strukturprobleme belasten", sagte Oliver Holtemöller, Konjunkturchef des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH).
Deutsche Wirtschaft erstaunlich resilient
Die deutsche Wirtschaft zeigt nach Aussage von ING-Europa-Chefvolkswirt Carsten Brzeski eine "unerwartete Resilienz und sogar eine leichte konjunkturelle Erholung". "Auf die Gefahr hin, als Spielverderber aufzutreten: Eine konjunkturelle Erholung führt nicht automatisch zu einer strukturellen Erholung und macht den dringenden Bedarf an strukturellem Wandel nicht obsolet", schreibt er in einem Kommentar zum unerwartet deutlichen Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex im September. Trotz einer politischen Landschaft, die zunehmend von einer Stärkung der extremen Ränder und einer pulverisierten Mitte geprägt sei, sei die Einigung auf eine längerfristige Strategie und deren tatsächliche Durchsetzung unerlässlich.
IAB: Arbeitsmarkt schrumpft trotz wirtschaftlicher Erholung
Die deutsche Wirtschaft findet nach einer langen Schwächephase wieder zurück auf einen Wachstumspfad, doch der Arbeitsmarkt gerät zunehmend unter den Druck des demografischen Wandels. Wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in seiner neuen Prognose mitteilte, sinkt die Zahl der Erwerbstätigen im Jahr 2026 um 210.000 Personen und im Folgejahr 2027 um weitere 140.000 Personen. Für das Bruttoinlandsprodukt erwarten die Forschenden dank belebender Fiskalpakete und eines stabilen Exports ein Wachstum von 1,2 Prozent im Jahr 2026 sowie 1,0 Prozent für 2027.
SNB lässt Leitzins unverändert und erhöht Makro-Prognosen
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihre Geldpolitik wie erwartet unverändert gelassen und zugleich Inflations- und Wachstumsprognosen erhöht - die Wachstumsprognose für 2026 sogar sehr deutlich. Wie die SNB mitteilte, bleibt der Leitzins bei 0,00 Prozent. Sichtguthaben der Banken bei der SNB werden bis zu einem bestimmten Limit zum Leitzins verzinst. Der Zinsabschlag auf Sichtguthaben oberhalb dieses Limits beträgt weiterhin 0,25 Prozentpunkte. Bei Bedarf ist die Nationalbank bereit, am Devisenmarkt zu intervenieren, "um angemessene monetäre Bedingungen zu gewährleisten".
Zinserhöhung der BoE bei hohen Energiepreisen laut Vizechefin zunehmend wahrscheinlich
Die Notwendigkeit einer Zinserhöhung durch die Bank of England werde zunehmen, falls die Energiepreise hoch bleiben. Dies gelte aber nur, wenn sich die Wirtschaft nicht abschwächt. Das sagte die Vize-Gouverneurin Clare Lombardelli. Die Zentralbank hatte vergangene Woche ihren Leitzins unverändert gelassen und wich damit von ihren Wettbewerbern ab. Diese hatten allesamt die Kreditkosten angehoben, seit die Energiepreise als Reaktion auf den Krieg zwischen den USA und dem Iran in die Höhe geschnellt sind.
DJG/DJN/apo
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September 24, 2026 07:30 ET (11:30 GMT)
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