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Viel wollten Anlegerinnen und Anleger in diesem Jahr von der Aktie des Konsumgüterkonzerns Beiersdorf nicht wissen, doch das könnte sich jetzt ändern.
Auf der Abschussliste von Investoren: Defensive Konsumgüter
Zu den größten Underperformern in einem sonst überwiegend bislang erfolgreichen Börsenjahr gehören die Anteile von Konsumgüterunternehmen. Die Branche ist ein Opfer der in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Lebenshaltungskosten, welche zu einer wachsenden Konsumzurückhaltung geführt haben. Selbst defensive Konsumgüter sind betroffen, da Verbraucherinnen und Verbraucher immer häufig von Markenprodukten auf günstigere Eigenmarken zurückgreifen. Gleichzeitig litt die Branche zugunsten stark laufender Sektoren, wie der Halbleiterbranche, unter Kapitalabflüssen.
Im DAX ist diesen Trends vor allem die Aktie von Beiersdorf zum Opfer gefallen, die nach schwachen Quartalszahlen im Februar crashartig abverkauft wurde und die sich seither kaum erholen konnte, wodurch gegenüber dem Jahresauftakt Verluste von über 17 Prozent zu Buche stehen. Vor allem die Kernmarke Nivea schwächelt. Dazu belasten die stark gestiegenen Ölpreise das Geschäft, da viele Vorerzeugnisse von Kosmetikprodukten deutlich teurer geworden sind.
Auch die Beiersdorf-Aktie hat gelitten, doch das könnte sich jetzt ändern
Nichtsdestotrotz zeichnet sich bei der Aktie mehr und mehr eine Einstiegschance ab. Allen Unkenrufen zum Trotz nimmt die deutsche und europäische Konjunktur endlich an Fahrt auf, was zu steigenden Konsumausgaben führen könnte. Außerdem steht Beiersdorf mit Blick auf den Chart unmittelbar vor einem frischen Kaufsignal, das zudem von den technischen Indikatoren unterstützt wird.

Schwache Verbrauchertrends belasten - hartnäckiger Abwärtstrend
Nach einer sehr starken Entwicklung in den Jahren 2022 bis 2024 befindet sich die Beiersdorf-Aktie schon seit geraumer Zeit in einem Abwärtstrend. Das ist einerseits die Folge aus einer zeitweise aus dem Ruder gelaufenen Unternehmensbewertung andererseits aus schwächeren Verbrauchertrends. Gegenüber ihren Rekordnotierungen knapp unterhalb von 150 Euro hat die Aktie so zeitweise mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren.
Zum Start in 2026 waren Anlegerinnen und Anleger jedoch bereit, neuen Mut zu schöpfen, was Beiersdorf einen starken Jahresauftakt beschert hat. Der wurde dann jedoch durch den Doppelschlag aus schwachem Geschäftsausblick und dem Beginn des Iran-Krieges zunichte gemacht. Nach einem crashartigen Abverkauf wurde der übergeordnete Abwärtstrend wieder aufgenommen, sodass die Anteile Anfang Juni auf den niedrigsten Stand seit mehr als 10 Jahren fielen. Solche Mehrjahrestiefs gelten in der technischen Analyse als starke Verkaufssignale.
Nach Crash und Konsolidierung: Chance auf fortgesetzte Kurserholung
Die haben sich jedoch nicht durchsetzen können, da die Aktie zu diesem Zeitpunkt bereits mit bullishen Divergenzen in den technischen Indikatoren gehandelt hatte. Statt weiterer Verluste gelang daher die Rückeroberung der 50-Tage-Linie sowie ein Erholungstrend. Seit Anfang August liegt jedoch ein neuer, kurzfristiger Abwärtstrend vor. Der geht einerseits auf das Konto nachlassender Trendstärke und ist andererseits den stark gestiegenen Anleiherenditen anzulasten, welche defensive Aktien und Dividendenwerte weniger attraktiv machen, da Schuldverschreibungen als sicherer gelten.
Das Unterschreiten der 50-Tage-Linie beschleunigte die Verkaufsdynamik zeitweise, nach überverkauften Zuständen im RSI fing sich die Beiersdorf-Aktie jedoch. Seither geht es trotz eines schwachen Gesamtmarktumfelds wieder moderat bergauf. Das bedeutet relative Stärke, die auch im RSI ihre Spuren hinterlassen hat. Dieser signalisiert wieder technische Stärke. Das könnte schon bald auch für den Trendstärkeindikator MACD gelten, der sich bereits über seine Signallinie kämpfen konnte und jetzt unmittelbar vor dem Vorzeichenwechsel steht, der einen neuen Aufwärtstrend anzeigen würde.
Das passt zur Ausgangslage der Aktie, die bis auf weniger als ein Prozent an die 50-Tage-Linie herangerückt ist. Wird diese übersprungen, liegt ein weiteres Kaufsignal vor und Beiersdorf dürfte 80 Euro angreifen, wo die Käuferinnen und Käufer zuletzt an einem nachhaltigen Ausbruch gescheitert. Dass es dieses Mal besser laufen könnte, erklärt sich vor allem dadurch, dass die Aktie in den vergangenen Wochen weitere Zeit erhalten hat, in ihre Bewertung hineinzuwachsen. Diese liegt mit einem KGVe 2026 von 20 jetzt deutlich unter dem 10-Jahres-Mittel von 31,8. Solange also die Aufwärtstrendlinie nicht unterschritten wird und der Sprung über die 50-Tage-Linie gelingt, dürfte Beiersdorf vor der Fortsetzung des mittelfristigen Erholungstrends stehen.
Fazit: Viel Substanz und Aufwärtspotenzial zu einem fairen Preis
Das Geschäftsjahr 2026 wird Beiersdorf aller Voraussicht nach mit einem Gewinnrückgang beschließen, doch schon für das kommende Jahr rechnen Analystinnen und Analysten mit einer ersten Erholung der Ertragslage, wodurch das KGV weiter auf unter 19 sinken dürfte. Dank einer Cashflow-Rendite von 6 Prozent verfügen die Hamburger außerdem über hohe Barmittelzuflüsse, die einer kräftigen Dividendenerhöhung oder Aktienrückkäufen zugutekommen könnte. Finanziell kann das Unternehmen dank einem Nettovermögen von 4,2 Milliarden Euro unbesorgt sein.
Wer daher jetzt die Chance zum Einstieg nutzt, erhält nicht nur ein technisch zunehmend aussichtsreiches Setup, sondern auch einen finanziell hervorragend aufgestellten, defensiv agierenden Konsumgüterkonzern mit fundamentalem Steigerungspotenzial. Der faire Wert der Aktie wird von Analystinnen und Analysten gegenwärtig im Mittel mit 82,11 Euro angegeben. Das entspricht im Chart dem Bereich, in dem die Aktie zuletzt gescheitert ist. Sollte es darüber hinaus gehen, dürften dementsprechend schnell auch die Kursziele angepasst werden, was für zusätzlichen Rückenwind sorgen könnte.
Gastautor: Max Gross
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