Kiel (ots) -
Mit einem Demonstrationszug durch die Kieler Innenstadt haben heute rund 1.000 Inhaberinnen und Inhaber sowie Mitarbeitende von Pflegeeinrichtungen gegen das geplante Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) protestiert. Gemeinsam hatten der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und die Interessengemeinschaft Ambulanter Pflegedienste e.V. (IGAP) zu der Demonstration aufgerufen.
Der lange Fahrzeugkorso mit über 400 Autos und die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren in der Landeshauptstadt deutlich zu sehen und unterstrichen die Sorgen der Pflegebranche. Die Verbände kritisieren vor allem die mit dem Gesetz drohenden Ungleichbehandlungen bei der Refinanzierung von Gehältern sowie Eingriffe in etablierte und funktionierende Versorgungsstrukturen. Eine Zerschlagung der etablierten Beratungsstrukturen setze Praxiserfahrung und die unmittelbare Nähe zu den Betroffenen aufs Spiel. Für die geplante Pflegebegleitung müssten zudem bundesweit bis zu 20.000 Pflegefachkräfte der direkten Versorgung entzogen werden, was den Fachkräftemangel vergrößere.
Zusätzlich alarmierend seien die Auswirkungen auf die hauswirtschaftliche Versorgung durch ambulante Pflegedienste. Eine aktuelle Blitzumfrage unter 100 ambulanten Pflegediensten in Schleswig-Holstein zeigt, dass die geplanten Regelungen zahlreiche Einrichtungen dazu zwingen könnten, Stellen in der Hauswirtschaft abzubauen. Hochgerechnet auf die rund 650 ambulanten Pflegedienste im Land könnten etwa 4.000 Stellen wegfallen.
"Das Pflegeneuordnungsgesetz richtet maximalen Schaden für die Versorgungssicherheit an und bietet gleichzeitig nur minimale Einsparpotenziale", sagte der Vorsitzende der bpa-Landesgruppe Schleswig-Holstein, Mathias Steinbuck, auf der Abschlusskundgebung vor dem Landeshaus. "Wenn tausende hauswirtschaftliche Kräfte wegfallen, werden Pflegebedürftige und ihre Angehörigen die Folgen unmittelbar spüren. Viele Menschen werden Unterstützung im Alltag verlieren, obwohl gerade diese Leistungen oft darüber entscheiden, ob ein Verbleib in der eigenen Häuslichkeit möglich ist."
Steinbuck kritisierte zudem die geplanten Eingriffe in bestehende Versorgungsstrukturen: "Die Bundesregierung riskiert die Zerschlagung bewährter Angebote und verschärft den Fach- und Arbeitskräftemangel weiter. Statt die Pflege zukunftsfest aufzustellen, werden funktionierende Strukturen geschwächt und neue Ungerechtigkeiten geschaffen."
Die drei Verbände forderten die Bundesregierung und den Bundestag auf, das Gesetz zu überarbeiten. Notwendig seien faire Rahmenbedingungen für alle Pflegeanbieter, die Sicherung bestehender Versorgungsangebote und eine Reform, die die Versorgung der Pflegebedürftigen tatsächlich verbessert statt sie zu gefährden.
"Die heutige Demonstration hat gezeigt: Die Pflegebranche spricht mit einer Stimme. Wer die Versorgung von Millionen pflegebedürftigen Menschen sichern will, muss die Praxis ernst nehmen und die gravierenden Fehlentwicklungen im Gesetz korrigieren", so Steinbuck.
Pressekontakt:
Kay Oldörp, Leiter der Landesgeschäftsstelle, Tel.: +49 431 66 94 70 60
Original-Content von: bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/17920/6358649
Mit einem Demonstrationszug durch die Kieler Innenstadt haben heute rund 1.000 Inhaberinnen und Inhaber sowie Mitarbeitende von Pflegeeinrichtungen gegen das geplante Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) protestiert. Gemeinsam hatten der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und die Interessengemeinschaft Ambulanter Pflegedienste e.V. (IGAP) zu der Demonstration aufgerufen.
Der lange Fahrzeugkorso mit über 400 Autos und die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren in der Landeshauptstadt deutlich zu sehen und unterstrichen die Sorgen der Pflegebranche. Die Verbände kritisieren vor allem die mit dem Gesetz drohenden Ungleichbehandlungen bei der Refinanzierung von Gehältern sowie Eingriffe in etablierte und funktionierende Versorgungsstrukturen. Eine Zerschlagung der etablierten Beratungsstrukturen setze Praxiserfahrung und die unmittelbare Nähe zu den Betroffenen aufs Spiel. Für die geplante Pflegebegleitung müssten zudem bundesweit bis zu 20.000 Pflegefachkräfte der direkten Versorgung entzogen werden, was den Fachkräftemangel vergrößere.
Zusätzlich alarmierend seien die Auswirkungen auf die hauswirtschaftliche Versorgung durch ambulante Pflegedienste. Eine aktuelle Blitzumfrage unter 100 ambulanten Pflegediensten in Schleswig-Holstein zeigt, dass die geplanten Regelungen zahlreiche Einrichtungen dazu zwingen könnten, Stellen in der Hauswirtschaft abzubauen. Hochgerechnet auf die rund 650 ambulanten Pflegedienste im Land könnten etwa 4.000 Stellen wegfallen.
"Das Pflegeneuordnungsgesetz richtet maximalen Schaden für die Versorgungssicherheit an und bietet gleichzeitig nur minimale Einsparpotenziale", sagte der Vorsitzende der bpa-Landesgruppe Schleswig-Holstein, Mathias Steinbuck, auf der Abschlusskundgebung vor dem Landeshaus. "Wenn tausende hauswirtschaftliche Kräfte wegfallen, werden Pflegebedürftige und ihre Angehörigen die Folgen unmittelbar spüren. Viele Menschen werden Unterstützung im Alltag verlieren, obwohl gerade diese Leistungen oft darüber entscheiden, ob ein Verbleib in der eigenen Häuslichkeit möglich ist."
Steinbuck kritisierte zudem die geplanten Eingriffe in bestehende Versorgungsstrukturen: "Die Bundesregierung riskiert die Zerschlagung bewährter Angebote und verschärft den Fach- und Arbeitskräftemangel weiter. Statt die Pflege zukunftsfest aufzustellen, werden funktionierende Strukturen geschwächt und neue Ungerechtigkeiten geschaffen."
Die drei Verbände forderten die Bundesregierung und den Bundestag auf, das Gesetz zu überarbeiten. Notwendig seien faire Rahmenbedingungen für alle Pflegeanbieter, die Sicherung bestehender Versorgungsangebote und eine Reform, die die Versorgung der Pflegebedürftigen tatsächlich verbessert statt sie zu gefährden.
"Die heutige Demonstration hat gezeigt: Die Pflegebranche spricht mit einer Stimme. Wer die Versorgung von Millionen pflegebedürftigen Menschen sichern will, muss die Praxis ernst nehmen und die gravierenden Fehlentwicklungen im Gesetz korrigieren", so Steinbuck.
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Kay Oldörp, Leiter der Landesgeschäftsstelle, Tel.: +49 431 66 94 70 60
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