DJ MÄRKTE EUROPA/Anstieg von Ölpreis und Renditen drückt Aktienkurse
DOW JONES--Die europäischen Aktienmärkte haben auch am Donnerstag mit Verlusten geschlossen. Das Umfeld für die Gesamtmärkte hat sich wieder eingetrübt mit einem Brent-Ölpreis bei rund 108 Dollar das Fass und einer Rendite der 10-jährigen Treasurys von 5,16 Prozent. Die Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte bezüglich einer Lösung im Nahen Osten haben einen Dämpfer erhalten. Zugleich haben die starken Einkaufsmanagerindizes in den USA vom Mittwoch die Wahrscheinlichkeit von Fed-Zinsschritten wieder nach oben getrieben. Eine Zinserhöhung im Oktober wird nun an den Märkten zu 75 Prozent eingepreist.
Der DAX verlor 0,6 Prozent auf 25.267 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es um 0,4 Prozent auf 6.273 Punkte nach unten. Am Devisenmarkt notierte der Euro nach der Korrektur am Vortag auf niedrigerem Niveau mit rund 1,1370 zum Dollar. Keine Rolle spielte ein besserer Ifo-Geschäftsklimaindex für September. Nach den besseren europäischen Einkaufsmanagerindizes vom Vortag sei das keine Überraschung, hieß es im Handel.
Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognose für das Wachstum der deutschen Wirtschaft im laufenden Jahr verdoppelt und die für 2027 leicht angehoben, was den DAX aber kaum stützte. Wie sie im Rahmen ihrer Herbstprognose mittteilten, rechnen sie nun mit einem Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,3 (Frühjahrsprognose: 0,6) Prozent. Die Prognose für 2027 wurde auf 1,1 (0,9) Prozent erhöht. Für 2028 erwarten die Institute ein Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent.
"Die Zinsen steigen wieder. Der Ausverkauf bei Renten geht weiter. Die Angst ist zurück." QC Partners machte mehrere Faktoren für den neuen Zinsanstieg aus. Zum einen zeigten neue Wirtschaftsdaten, dass die Volkswirtschaften weltweit bislang gut mit dem höheren Zinsniveau zurechtkommen. Zum anderen hätten die US-Überlegungen zu einem Exportstopp von Diesel global betrachtet neue Inflationssorgen hervorgerufen.
Die Blicke richteten sich zudem auf das Gipfeltreffen der Präsidenten Donald Trump und Xi Jinping. Es dürfte um den Konflikt im Nahen Osten, Handelsfragen sowie KI-Regulierung gehen. US-Finanzminister Scott Bessent hatte bereits mitgeteilt, dass die USA und China ihre Zollpause bis Mitte Januar verlängern werden. Damit werden höhere Zölle vermieden, die im November hätten verhängt werden sollen, falls keine Einigung erzielt worden wäre. "Dies gibt uns mehr Zeit, um zu sehen, was wir an der Wirtschaftsfront erreichen können", sagte Bessent.
H&M zeigen sich mit Abschlägen von 2 Prozent. Die Ergebnisse für das dritte Quartal waren zwar über den Erwartungen ausgefallen. Bernstein wies allerdings darauf hin, dass dies auf Einmaleffekte zurückzuführen sei. Die bereinigte Marge habe dem Konsens entsprochen. "Der Ausblick für das vierte Quartal fällt vorsichtiger aus", so die Analysten weiter. Inditex sanken um 0,2 Prozent.
Nach dem Zwischenbericht ging es für Asos um 13,7 Prozent nach oben. Während das Bruttowarenvolumen (GMV) den Konsenserwartungen entsprach, wurde beim bereinigten EBITDA nun ein Wert über dem Konsens in Aussicht gestellt. Beim bereinigten EBITDA wird nun prognostiziert, dass dieses in der oberen Hälfte der erwarteten Spanne von 150 bis 180 Millionen Pfund liegen wird. Der Konsens geht laut RBC von 159 Millionen aus. Zalando profitierten nicht von den starken Vorgaben und schlossen 1 Prozent niedriger.
Henkel konnten sich dem schwächeren Markt nicht dauerhaft entziehen und verloren 0,2 Prozent. Stützend wirkten starke Drittquartalszahlen von HB Fuller und ein positiver Kommentar der UBS. Die Analysten der schweizerischen Bank sehen nun Aufwärtspotenzial gegenüber den Konsensschätzungen für Henkel beim organischen Umsatzwachstum. Für das dritte Quartal prognostizieren sie nun ein organisches Umsatzwachstum von 4,2 Prozent, was deutlich über dem aktuellen Visible-Alpha-Konsens von 2,5 Prozent liegt.
BMW verbilligten sich nach der Abstufung auf "Hold" von "Buy" durch HSBC um 2,5 Prozent. Mercedes-Benz und Volkswagen verloren 2 und 2,9 Prozent. Hier hatte HSBC die Kursziele gesenkt. Die Analysten verwiesen auf den Verlust von Marktanteilen in China. Ihrer Ansicht nach müssen sich die europäischen Hersteller verschlanken und weniger komplex aufstellen, um überleben zu können.
=== Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.273 -0,4 +8,8 Stoxx-50 5.342 -0,2 +8,8 Stoxx-600 636 -0,6 +8,1 DAX 25.267 -0,6 +3,8 FTSE-100 London 10.705 -0,2 +7,8 CAC-40 Paris 8.123 -0,5 -0,3 AEX Amsterdam 1.108 -0,1 +16,5 ATHEX-20 Athen 6.788 -0,2 +26,9 BEL-20 Brüssel 5.687 -0,3 +12,0 BUX Budapest 152.002 -0,3 +36,9 OMXH-25 Helsinki 6.600 -1,2 +15,7 OMXC-20 Kopenhagen 1.530 -0,4 -4,9 PSI 20 Lissabon 9.632 +0,5 +16,6 IBEX-35 Madrid 19.632 -0,3 +13,4 FTSE-MIB Mailand 51.987 -0,9 +15,7 OBX Oslo 2.012 -0,0 +26,0 PX Prag 2.730 -0,2 +1,6 OMXS-30 Stockholm 3.317 -1,4 +15,1 WIG-20 Warschau 157.555 +0,1 +34,3 ATX Wien 6.908 -0,4 +29,7 SMI Zürich 13.922 -0,1 +4,9 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:10 Uhr EUR/USD 1,1373 -0,1 -0,0007 1,1380 1,1399 EUR/JPY 180,7 +0,3 0,4700 180,23 180,3800 EUR/CHF 0,9423 +0,3 0,0032 0,9391 0,9394 EUR/GBP 0,8604 +0,1 0,0011 0,8593 0,8592 USD/JPY 158,9 +0,4 0,6100 158,29 158,2300 GBP/USD 1,3215 -0,2 -0,0022 1,3237 1,3264 USD/CNY 6,7128 +0,0 0,0017 6,7111 6,7108 USD/CNH 6,7171 +0,1 0,0064 6,7107 6,7119 AUS/USD 0,7011 -0,4 -0,0025 0,7036 0,7044 Bitcoin/USD 84.410,81 +0,2 180,43 84.230,38 84.615,20 ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 96,42 +4,6 4,26 92,16 Brent/ICE 107,57 +4,4 4,49 103,08 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.256,78 -0,7 -30,11 4.286,89 Silber 63,30 -1,8 -1,16 64,47 Platin 1.735,66 -0,8 -14,36 1.750,02 (Angaben ohne Gewähr) ===
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September 24, 2026 12:10 ET (16:10 GMT)
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