Der DAX wird zum Handelsstart am Freitag bei 25 444 Punkten erwartet. Die Vorgaben aus Asien fallen überschaubar aus. Wegen der Feiertage in China und Südkorea blieben wichtige Handelsplätze geschlossen. In Japan profitieren Exportwerte zwar vom weiterhin schwachen Yen, gleichzeitig entwickeln sich die steigenden Renditen japanischer Staatsanleihen zunehmend zum Bremsklotz für den Aktienmarkt.
In Europa könnten dagegen neue diplomatische Signale im Iran-Konflikt für etwas Entlastung sorgen. Gespräche über eine mögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus könnten insbesondere den zuletzt stark gestiegenen Ölpreisen etwas Druck nehmen. Für die Anleger bleibt das ein entscheidender Faktor. Jede Entspannung am Ölmarkt reduziert unmittelbar die Inflationssorgen und damit auch den Druck auf die Anleiherenditen.
Vor dem Wochenende dürften die Investoren dennoch vorsichtig und sehr selektiv agieren. Energiepreise und Renditen bleiben die beiden entscheidenden Taktgeber für den Aktienmarkt. Gleichzeitig fällt das GfK-Konsumklima mit minus 30,6 Punkten deutlich schwächer aus als die erwarteten minus 27,2 Punkte. Die Konsumzurückhaltung in Deutschland bleibt damit ausgeprägt und könnte die Aktien aus konsumnahen Branchen belasten.
Vom Treffen zwischen den USA und China hatten sich viele Anleger mehr versprochen. Große Durchbrüche blieben aus, immerhin wurde der bestehende Handelsfrieden bis Januar verlängert. Gerade in der aktuellen Situation ist das nicht zu unterschätzen. Manchmal ist es für die Börse bereits eine gute Nachricht, wenn keine neue schlechte hinzukommt. Die Beziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften bleiben damit zumindest vorerst eine der wenigen geopolitischen Konstanten.
Die globalen Aktienmärkte als sinnbildliche Schnellstraßen sind durch immer neue Baustellen zu einem Kreisverkehr geworden. Energiepreise, Anleiherenditen, Inflation, Nahost-Konflikt und Konjunktursorgen lassen die Anleger von einem Thema zum nächsten fahren, ohne dass sich bislang eine klare Richtung herausbildet. Für eine nachhaltige Ausfahrt braucht es deshalb nicht zwingend neue positive Impulse - zunächst müssten einige der bestehenden Belastungsfaktoren verschwinden.
Am Nachmittag richtet sich der Blick auf das Konsumklima der Universität Michigan und die US-Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter. Nachdem sich die jüngsten Einkaufsmanagerindizes robust präsentiert hatten, werden die Anleger genau darauf achten, ob auch die Industriedaten die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft bestätigen. Dabei bleibt das bekannte Dilemma bestehen: Zu starke Daten könnten erneut die Renditen treiben und damit aus einer guten Konjunkturnachricht schnell wieder eine Belastung für den Aktienmarkt machen.
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