DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
NIM: Deutsches Konsumklima fällt wegen hoher Energiepreise
Das Konsumklima in Deutschland hat sich eingetrübt. Der Konsumklimaindex für Deutschland, der vom Nürnberger Institut für Marktentscheidungen (NIM) veröffentlicht wurde, fiel in seiner Prognose für Oktober von minus 26,8 Punkten im September auf minus 30,6 Punkte und erreichte damit den tiefsten Stand seit Mai. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten mit einem geringeren Rückgang auf minus 27,2 Punkte gerechnet. Die Mehrheit der Haushalte gehe davon aus, dass hohe Energiepreise ihre Kaufkraft schmälern werden, sagte Rolf Bürkl, Leiter der Umfrage beim NIM. Infolgedessen beurteilten sie ihre Einkommenserwartungen für die kommenden zwölf Monate skeptischer.
Ifo-Exporterwartungen sinken im September
Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich im September leicht eingetrübt. Die Ifo-Exporterwartungen sanken auf 8,0 Punkte von 9,8 Punkten im August. Damit bleiben die Unternehmen jedoch mehrheitlich zuversichtlich. "Der Rückschlag ist vor allem auf die Automobilindustrie zurückzuführen", sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. "In vielen anderen Industriebranchen stehen die Zeichen weiterhin auf Exportwachstum."
Auftragseingang im Bauhauptgewerbe sinkt im Juli spürbar
Der Auftragseingang im deutschen Bauhauptgewerbe ist im Juli saison- und kalenderbereinigt um 9,2 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, nahm der Auftragseingang im Hochbau um 8,4 Prozent und im Tiefbau um 10,0 Prozent ab. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich war der kalender- und saisonbereinigte Auftragseingang von Mai bis Juli um 2,7 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor.
Oxford Economics: US-Rezessionsindikator könnte Fehlsignal sein
Laut Oxford Economics ist sein US-Konjunkturindikator in den rezessionären Bereich gefallen, da höhere Energiepreise die Realeinkommen schmälern und die nachlassende Zuwanderung das tendenzielle Beschäftigungswachstum belasten. Dennoch stelle das Institut die Daten als echtes Rezessionssignal in Frage, da das Produktivitätswachstum stark sei und der Vermögenseffekt die Konsumausgaben ankurbele. Die Haushalte wichen nicht auf billigere Waren aus, was eine typische Reaktion im Vorfeld und nach einer Rezession sei, fügt es hinzu. Der Ausbau der künstlichen Intelligenz, hohe Gewinnmargen und Steuersenkungen stützten ebenfalls die Investitionen, trotz anhaltender Unsicherheiten bei Zöllen und Politik, heißt es weiter.
Mehrere Faktoren treiben Renditen von US-Staatsanleihen
Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe wird laut Mike Sanders von Madison Investments durch ein Zusammenspiel von Faktoren nach oben getrieben. Als treibende Kräfte nenne er stärkere Wirtschaftsdaten, verschärfte Spannungen im Nahen Osten, die Diskussion über ein mögliches Exportverbot für Diesel und eine schwache Auktion fünfjähriger Staatsanleihen. "Im Moment ist es schwierig, einen einzelnen Schuldigen für die heutige Bewegung auszumachen", sagt der Leiter des Bereichs Fixed Income. Die Kombination aus fiskalischem, wirtschaftlichem, geopolitischem und angebotsseitigem Inflationsdruck, die hier zusammenkomme, bringe die Anleihemärkte in weniger vertrautes Terrain, so Sanders. Der jüngste Renditeanstieg könne nicht mehr einfach auf Sorgen über das Defizit zurückgeführt werden, fügt er hinzu.
US-Notenbank dürfte Zinsen vor 2028 noch 3 Mal anheben
Der Markt für Fed-Funds-Futures preist einen Zinserhöhungszyklus ein, in dessen Rahmen die US-Notenbank die Zinsen bis Ende 2027 noch dreimal um einen Viertelprozentpunkt anheben könnte, schreibt Larry Holzenthaler von Catalyst Funds in einem Kommentar. Der Markt habe sich schon früher geirrt, aber dieser Kurs scheine ziemlich vernünftig, meint er. Dies würde auch das Halten traditioneller festverzinslicher Anlagen zu einer schmerzhaften Angelegenheit machen, meint Holzenthaler. "Es ist wohl ein 'ertragsfreies Risiko', es sei denn, wir haben eine Rezession," sagt er.
Zentralbanken dürften abwägen, wie viel Straffung der Markt vorweggenommen hat
Die schwierige Frage für die Zentralbanken sei, wie viel Straffungsarbeit der Markt bereits für sie geleistet habe, schreibt Ken Egan, Senior Director für Staatsanleihen bei KBRA, in einer Research Note. "Die Renditen sind bereits hoch genug, um Hypotheken, die Kreditaufnahme von Unternehmen und Investitionen zu belasten", sagt er. Daher wäge der Markt ab, ob tatsächlich eine viel stärkere geldpolitische Straffung erforderlich sei, meint er.
Mexikanische Notenbank hält Leitzins stabil
Die mexikanische Notenbank hat ihren Leitzins am Donnerstag erwartungsgemäß unverändert gelassen. Künftige Entscheidungen würden von der Entwicklung der Inflation und der Wirtschaftsdaten abhängen, teilte sie mit. Das fünfköpfige Board der Gouverneure stimmte einstimmig dafür, den Zielwert für den Tagesgeldsatz bei 6,5 Prozent zu belassen. Damit wurde der Zins zum dritten Mal in Folge nicht angetastet.
Chinas Problem sind nicht die Kreditkosten, sondern die Nachfrage
Chinas Problem seien nicht die Kreditkosten, sondern die Nachfrage danach, meinen Ajay Rajadhyaksha und Amrut Nashikkar von Barclays Research. Die Unternehmensstimmung bleibe trotz einer Erholung bei der langfristigen Kreditvergabe weiterhin vorsichtig. Die Kreditnachfrage der Unternehmen werde durch schwache Binnenaussichten, Überkapazitäten und den anhaltenden Abschwung am Immobilienmarkt gebremst und nicht, weil die Zinsen zu hoch seien, schreiben sie in einem Bericht. "Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie bedeutet, dass die PBOC nur begrenzte Möglichkeiten hat, zu helfen." Billigeres Geld löse kein Nachfrageproblem, fügen sie hinzu.
Trump-Xi-Gipfel - Kein Durchbruch
Das jüngste Treffen zwischen Präsident Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping sei ein "Stabilitätsgipfel, kein Durchbruchsgipfel", so Charu Chanana, Chefanlagestrategin bei Saxo. "Die Verlängerung [eines Handelswaffenstillstands] verringert das Risiko einer sofortigen Eskalation, aber sie lässt die Unternehmen mit der gleichen Unsicherheit über die Regeln zurück, unter denen sie im nächsten Jahr operieren werden", schreibt Chanana in einer Research Note. Anleger seien auf der Suche nach "praktischen" Signalen, wie etwa veröffentlichten Zolländerungen, tatsächlichen Lieferungen von Seltenen Erden, Agrarkäufen über die bestehenden Sojabohnen-Zusagen hinaus und jeder Änderung bei den Lizenzen für Chip-Exporte, meint sie.
Japans Finanzministerin: Trump äußert Bedenken zur Yen-Schwäche
US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben der japanischen Finanzministerin Satsuki Katayama bei einem jüngsten Treffen mit der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi Bedenken hinsichtlich der Schwäche des Yen geäußert. Anfang dieser Woche traf sich Takaichi, die anlässlich der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York weilte, mit Trump, um eine breite Palette von Themen zu besprechen - darunter wirtschaftliche Sicherheit und die Wirtschaft im Allgemeinen.
Macron will Truppen nach Saudi-Arabien schicken
Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron will Truppen nach Saudi-Arabien schicken, um beim Schutz einer Raffinerie und Rohölpipeline in der Hafenstadt Yanbu am Roten Meer zu helfen. "Wir werden militärische Mittel entsenden, das heißt Soldaten, Radarsysteme und Verteidigungssysteme, um diesen Standort zu schützen", sagte Macron am Donnerstag in einem Fernsehinterview. Er betonte jedoch, dass Frankreich "sich nicht in einen Konflikt einmische", und fügte hinzu, dass die Entscheidung mit den saudischen Behörden endgültig abgestimmt worden sei. Yanbu ist seit Beginn des Iran-Krieges einer der wichtigsten Versorgungsknotenpunkte für Diesel, Rohöl und andere raffinierte Produkte nach Europa. Dies ermöglicht es den saudischen Exporten, die Straße von Hormus zu umgehen.
DJG/DJN/apo
(END) Dow Jones Newswires
September 25, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
