Berlin (ots) -
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg im Juli der Umsatz im Bauhauptgewerbe im Vergleich zu Vorjahresmonat real um 4,6 Prozent; der Auftragseingang sank dagegen preisbereinigt um 1,9 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten übertraf das Vorjahresniveau im Juli um 1,5 Prozent.
Dazu Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe:
"Die Auftragsbücher werden dünner. Noch arbeiten die Betriebe ab, was vor Monaten bestellt wurde. Doch die Lage der Baubranche bleibt fragil.
Zum Jahreswechsel droht der nächste Rückschlag: Die Sonderförderung für EH-55-Neubauten läuft spätestens Ende 2026 aus, für 2027 stehen Kürzungen beim Neubau-Etat im Raum, und wie die Förderung ab Januar aussieht, weiß weiterhin niemand. Eine Förderlücke bis Sommer 2027 ist nicht mehr auszuschließen. So gelingt kein Bauturbo.
Die Wohnungsbauförderung ist für die Bundesregierung der günstigste Weg, die Konjunktur anzukurbeln. Wer Wohneigentum fördert, entlastet angespannte Mietmärkte, stärkt die heimische Wirtschaft und zeigt den Bürgern, dass er ihre Sorgen ernst nimmt.
Wer jetzt plant und bauen will, braucht Verlässlichkeit. Nötig ist eine Übergangsregelung bis zum Start der neuen Förderung, damit zum Jahreswechsel keine Förderlücke entsteht. Andernfalls bleiben die positiven Signale der letzten Monate nur ein Strohfeuer und der Wohnungsbau kommt weiter nicht in Gang."
Einzelne Bausparten
Das Umsatzplus kommt vor allem aus dem Tiefbau durch Aufträge aus den Vormonaten. Der Hochbau bleibt deutlich schwächer. Bei den Auftragseingängen fehlen neue Impulse: Im Juli lagen sie sowohl im Hoch- als auch im Tiefbau geringfügig höher als im Vorjahr.
Der Wohnungsbau kommt weiter nicht voran. Nach dem Plus im Juni gingen die Aufträge im Juli wieder deutlich um nominal 3,6 Prozent zurück. Der Umsatz liegt seit Jahresbeginn etwa auf Vorjahresniveau.
Solange Bauherren nicht wissen, mit welcher Förderung sie künftig rechnen können, bleibt der Wohnungsbau das Sorgenkind der Branche. Dabei wird durchaus genehmigt. Im Juli lag die Zahl der genehmigten Wohnungen um 1,9 Prozent über dem Vorjahresmonat. Hinzu kommen rund 453.000 Wohnungen, die Ende 2025 zwar genehmigt, aber noch nicht begonnen waren. Diese Projekte ließen sich mit befristeten Sonderkonditionen schnell mobilisieren, etwa mit einem Zinsvorteil oder Zuschuss bei Baustart innerhalb einer festen Frist.
Auch im Wirtschaftsbau bleibt die Entwicklung uneinheitlich. Zwar stieg der Umsatz kräftig, getragen vom Wirtschaftstiefbau. Bei den Aufträgen im gewerblichen Hochbau gab es jedoch ein Minus von nominal 2,6 Prozent. Das spricht dafür, dass die Investitionszurückhaltung der Unternehmen anhält.
Stabilisierend wirkt der öffentliche Bau. Hier stiegen die Aufträge um nominal 12,2 Prozent, auch im Straßenbau ging es aufwärts. Der Zuwachs geht allerdings zu einem guten Teil auf einzelne Großprojekte zurück. In der Breite kommen die Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen bislang jedoch kaum an. Damit das Sondervermögen wirkt, müssen die Mittel verbindlich zusätzlich zu den regulären Investitionshaushalten fließen und nicht bestehende Haushaltslücken schließen.
Pressekontakt:
Iris Rabe
Leiterin Abteilung Kommunikation und Presse
Zentralverband Deutsches Baugewerbe
Kronenstr. 55-58
10117 Berlin
Telefon 030-20314-409, Fax 030-20314-420
eMail rabe@zdb.de
Original-Content von: ZDB Zentralverband Dt. Baugewerbe, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/33001/6358855
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg im Juli der Umsatz im Bauhauptgewerbe im Vergleich zu Vorjahresmonat real um 4,6 Prozent; der Auftragseingang sank dagegen preisbereinigt um 1,9 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten übertraf das Vorjahresniveau im Juli um 1,5 Prozent.
Dazu Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe:
"Die Auftragsbücher werden dünner. Noch arbeiten die Betriebe ab, was vor Monaten bestellt wurde. Doch die Lage der Baubranche bleibt fragil.
Zum Jahreswechsel droht der nächste Rückschlag: Die Sonderförderung für EH-55-Neubauten läuft spätestens Ende 2026 aus, für 2027 stehen Kürzungen beim Neubau-Etat im Raum, und wie die Förderung ab Januar aussieht, weiß weiterhin niemand. Eine Förderlücke bis Sommer 2027 ist nicht mehr auszuschließen. So gelingt kein Bauturbo.
Die Wohnungsbauförderung ist für die Bundesregierung der günstigste Weg, die Konjunktur anzukurbeln. Wer Wohneigentum fördert, entlastet angespannte Mietmärkte, stärkt die heimische Wirtschaft und zeigt den Bürgern, dass er ihre Sorgen ernst nimmt.
Wer jetzt plant und bauen will, braucht Verlässlichkeit. Nötig ist eine Übergangsregelung bis zum Start der neuen Förderung, damit zum Jahreswechsel keine Förderlücke entsteht. Andernfalls bleiben die positiven Signale der letzten Monate nur ein Strohfeuer und der Wohnungsbau kommt weiter nicht in Gang."
Einzelne Bausparten
Das Umsatzplus kommt vor allem aus dem Tiefbau durch Aufträge aus den Vormonaten. Der Hochbau bleibt deutlich schwächer. Bei den Auftragseingängen fehlen neue Impulse: Im Juli lagen sie sowohl im Hoch- als auch im Tiefbau geringfügig höher als im Vorjahr.
Der Wohnungsbau kommt weiter nicht voran. Nach dem Plus im Juni gingen die Aufträge im Juli wieder deutlich um nominal 3,6 Prozent zurück. Der Umsatz liegt seit Jahresbeginn etwa auf Vorjahresniveau.
Solange Bauherren nicht wissen, mit welcher Förderung sie künftig rechnen können, bleibt der Wohnungsbau das Sorgenkind der Branche. Dabei wird durchaus genehmigt. Im Juli lag die Zahl der genehmigten Wohnungen um 1,9 Prozent über dem Vorjahresmonat. Hinzu kommen rund 453.000 Wohnungen, die Ende 2025 zwar genehmigt, aber noch nicht begonnen waren. Diese Projekte ließen sich mit befristeten Sonderkonditionen schnell mobilisieren, etwa mit einem Zinsvorteil oder Zuschuss bei Baustart innerhalb einer festen Frist.
Auch im Wirtschaftsbau bleibt die Entwicklung uneinheitlich. Zwar stieg der Umsatz kräftig, getragen vom Wirtschaftstiefbau. Bei den Aufträgen im gewerblichen Hochbau gab es jedoch ein Minus von nominal 2,6 Prozent. Das spricht dafür, dass die Investitionszurückhaltung der Unternehmen anhält.
Stabilisierend wirkt der öffentliche Bau. Hier stiegen die Aufträge um nominal 12,2 Prozent, auch im Straßenbau ging es aufwärts. Der Zuwachs geht allerdings zu einem guten Teil auf einzelne Großprojekte zurück. In der Breite kommen die Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen bislang jedoch kaum an. Damit das Sondervermögen wirkt, müssen die Mittel verbindlich zusätzlich zu den regulären Investitionshaushalten fließen und nicht bestehende Haushaltslücken schließen.
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