ZÜRICH/POTSDAM (dpa-AFX) - Die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Linda Teuteberg hält eine härtere Politik gegenüber Migrantinnen und Migranten für notwendig. Sie sieht dies als Aufgabe ihrer Partei und meint, dass der bisherige Umgang der FDP mit dem Thema ein Fehler gewesen sei.
"In der Migrations- und Integrationspolitik bedarf es anderer Antworten. Natürlich muss es Schutz geben für tatsächlich verfolgte Menschen", sagte Teuteberg der "Neuen Zürcher Zeitung". "Zugleich muss es uns gelingen, die massenhafte illegale Migration nach Europa zu unterbinden. Das ist eine Schicksalsfrage für die Selbstbehauptung westlicher Demokratien."
Auf die Frage, warum Wähler für eine restriktive Migrationspolitik die FDP wählen sollten, obwohl es mit der AfD eine Partei gebe, die das seit Jahren fordere, sagte Teuteberg: "Viele Menschen machen sich begründete Sorgen wegen illegaler Migration und zu oft scheiternder Integration. Sie sind deshalb aber noch lange nicht gegen jegliche Einwanderung. Die FDP stand schon immer dafür, zwischen Flucht und Arbeitsmigration zu unterscheiden."
Die Migrationspolitik ist ein Schwerpunkt der AfD, die bundesweit vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall beobachtet wird. Mehrere AfD-Landesverbände werden vom jeweiligen Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.
Die FDP scheiterte bei der Bundestagswahl 2025 an der Fünf-Prozent-Hürde. Auch bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern blieb sie unter fünf Prozent und flog aus den Landtagen in Magdeburg und Schwerin. Die gebürtige Brandenburgerin Teuteberg wurde Ende Mai zu einer von drei Stellvertretern des neuen Parteichefs Wolfgang Kubicki gewählt. Sie war von 2017 bis 2025 Abgeordnete des Bundestags und 2019/2020 Generalsekretärin der FDP./vr/DP/zb
