NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Montag nach einem Rückschlag bei den Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Iran-Krieg deutlich gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im November wurde bei 108,26 US-Dollar gehandelt und damit fast vier Prozent höher als am Freitag.
Zuletzt war ein neuer iranischer Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus bekannt geworden, den US-Präsident Donald Trump allerdings am Samstag abgelehnt hatte. Die Zurückweisung von Irans Vorschlag habe die Ölpreise zu Beginn der Handelswoche angetrieben, heißt es von Marktbeobachtern.
Allerdings rechnet Trump nach eigenen Angaben mit weiteren Verhandlungen mit dem Iran. "Sie wollen ein Abkommen schließen, aber es ist nicht das Abkommen, das ich schließen möchte", zitierte ihn das Nachrichtenportal "Axios" aus einem Telefongespräch. Nach Angaben von "Axios" erwartet Trump die neuen Gespräche für kommende Woche.
Am Ölmarkt bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten das bestimmende Thema. Zuletzt schwankten die Preise angesichts widersprüchlicher Signale über mögliche Fortschritte bei den Bemühungen für eine diplomatische Lösung des Iran-Kriegs, der bereits in den achten Monat geht.
Der Brent-Preis ist seit Jahresbeginn um rund 75 Prozent gestiegen. "Solange es kein entscheidendes Ende des Konflikts im Nahen Osten gibt, überwiegen weiterhin die Risiken, die für höhere Ölpreise sprechen", sagte Experte Hamad Hussain vom britischen Analysehaus Capital Economics./jkr/jha/
