Wiesbaden (ots) -
Auf dem 12. Hessischen Fachkongress Pflege des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) hat die Landesregierung zugesagt, bürokratische Belastungen in der Pflege auf den Prüfstand zu stellen.
Zum traditionellen politischen Auftakt der Veranstaltung, die in diesem Jahr unter dem Titel "Fördern, Führen, Gesunderhalten - wie Sie Ihre Attraktivität als Arbeitgeber gezielt steigern" stand, machte der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Prof. Dr. Christian Raible, deutlich, dass die Landesregierung Vorgaben in ihrem Zuständigkeitsbereich vereinfachen oder abbauen wolle, damit den Einrichtungen mehr Zeit für die direkte Versorgung bleibt.
Er kündigte an, die hessische Gesundheits- und Pflegeministerin Diana Stolz wolle sich über den Bundesrat dafür einsetzen, die Pflicht zur vierteljährlichen Vorlage der Versichertenkarte in Arztpraxen abzuschaffen. Bislang müssen Pflegedienste und -einrichtungen die elektronische Gesundheitskarte ihrer Versicherten einmal pro Quartal persönlich in eine Arztpraxis bringen, damit deren Versicherungsstatus bestätigt wird - häufig übernehmen das Beschäftigte der Pflegedienste selbst.
Wie stark diese Praxis die Branche belastet, hatte der bpa erst vor wenigen Tagen mit einer bundesweiten Verbandsumfrage unter 1.016 Mitgliedsunternehmen belegt: Hochgerechnet auf alle Pflegedienste und -einrichtungen in Deutschland ergibt sich ein jährlicher Zeitverlust von rund 2,3 Millionen Arbeitsstunden - Zeit, die den Beschäftigten für die Versorgung Pflegebedürftiger fehlt. Der bpa fordert stattdessen einen digitalen Abruf des Versichertenstatus über die Telematikinfrastruktur.
Der Vorsitzende der bpa-Landesgruppe Hessen, Ralf Geisel, begrüßte die Ankündigungen aus dem Ministerium, mahnte zugleich aber rasche und spürbare Ergebnisse an: "Jede Stunde, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Abholen von Versichertenkarten oder dem Ausfüllen unnötiger Formulare verbringen, fehlt am Ende bei den Pflegebedürftigen. Die Ankündigungen von Staatssekretär Raible und Ministerin Stolz sind ein richtiges Signal. Wir brauchen konkrete und spürbare Entlastungen für die Pflegekräfte vor Ort."
Bürokratieabbau sei für den bpa Hessen ein zentraler Hebel, um die Attraktivität der Pflegebranche als Arbeitgeber zu steigern, sagte Geisel mit Blick auf das Leitthema des diesjährigen Fachkongresses. Nur wer seine Mitarbeitenden von vermeidbarem Verwaltungsaufwand entlaste, könne ihnen mehr Zeit für Fürsorge, Fort- und Weiterbildung sowie Gesundheitsprävention geben und sich so im Wettbewerb um Fachkräfte behaupten.
Pressekontakt:
Für Rückfragen: Manfred Mauer, Leiter der Landesgeschäftsstelle, Tel.: +49 611 34 10 79 0, www.bpa.de
Original-Content von: bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/17920/6360853
Auf dem 12. Hessischen Fachkongress Pflege des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) hat die Landesregierung zugesagt, bürokratische Belastungen in der Pflege auf den Prüfstand zu stellen.
Zum traditionellen politischen Auftakt der Veranstaltung, die in diesem Jahr unter dem Titel "Fördern, Führen, Gesunderhalten - wie Sie Ihre Attraktivität als Arbeitgeber gezielt steigern" stand, machte der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Prof. Dr. Christian Raible, deutlich, dass die Landesregierung Vorgaben in ihrem Zuständigkeitsbereich vereinfachen oder abbauen wolle, damit den Einrichtungen mehr Zeit für die direkte Versorgung bleibt.
Er kündigte an, die hessische Gesundheits- und Pflegeministerin Diana Stolz wolle sich über den Bundesrat dafür einsetzen, die Pflicht zur vierteljährlichen Vorlage der Versichertenkarte in Arztpraxen abzuschaffen. Bislang müssen Pflegedienste und -einrichtungen die elektronische Gesundheitskarte ihrer Versicherten einmal pro Quartal persönlich in eine Arztpraxis bringen, damit deren Versicherungsstatus bestätigt wird - häufig übernehmen das Beschäftigte der Pflegedienste selbst.
Wie stark diese Praxis die Branche belastet, hatte der bpa erst vor wenigen Tagen mit einer bundesweiten Verbandsumfrage unter 1.016 Mitgliedsunternehmen belegt: Hochgerechnet auf alle Pflegedienste und -einrichtungen in Deutschland ergibt sich ein jährlicher Zeitverlust von rund 2,3 Millionen Arbeitsstunden - Zeit, die den Beschäftigten für die Versorgung Pflegebedürftiger fehlt. Der bpa fordert stattdessen einen digitalen Abruf des Versichertenstatus über die Telematikinfrastruktur.
Der Vorsitzende der bpa-Landesgruppe Hessen, Ralf Geisel, begrüßte die Ankündigungen aus dem Ministerium, mahnte zugleich aber rasche und spürbare Ergebnisse an: "Jede Stunde, die unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Abholen von Versichertenkarten oder dem Ausfüllen unnötiger Formulare verbringen, fehlt am Ende bei den Pflegebedürftigen. Die Ankündigungen von Staatssekretär Raible und Ministerin Stolz sind ein richtiges Signal. Wir brauchen konkrete und spürbare Entlastungen für die Pflegekräfte vor Ort."
Bürokratieabbau sei für den bpa Hessen ein zentraler Hebel, um die Attraktivität der Pflegebranche als Arbeitgeber zu steigern, sagte Geisel mit Blick auf das Leitthema des diesjährigen Fachkongresses. Nur wer seine Mitarbeitenden von vermeidbarem Verwaltungsaufwand entlaste, könne ihnen mehr Zeit für Fürsorge, Fort- und Weiterbildung sowie Gesundheitsprävention geben und sich so im Wettbewerb um Fachkräfte behaupten.
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Für Rückfragen: Manfred Mauer, Leiter der Landesgeschäftsstelle, Tel.: +49 611 34 10 79 0, www.bpa.de
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