FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine Prognoseanhebung hat die Aktien von Redcare Pharmacy am Montag kräftig angetrieben. Die Online-Versandapotheke schraubte dank des E-Rezept-Booms in Deutschland ihr Umsatzziel zum zweiten Mal nach oben. Sie rechnet nun mit einem Plus von 16 bis 18 Prozent nach bisher 15 bis 17 Prozent. Treiber sind die Umsätze mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, die in Deutschland in diesem Jahr nun 730 bis 760 Millionen Euro erreichen sollen. Die bereinigte operative Ergebnismarge (Ebitda) sieht das Unternehmen weiterhin bei 2,5 bis 3 Prozent.
Mit 69,10 Euro kosteten die Aktien auf ihrem Tageshoch so viel wie seit Ende Juli nicht mehr. Aus dem Handel gingen sie knapp 13 Prozent höher bei 68,20 Euro, was locker für den Spitzenplatz im Nebenwerte-Index SDax reichte. Dieser gewann 0,7 Prozent.
Im Kielwasser der deutschen Online-Versandapotheke ging es für die Titel von DocMorris um 5,9 Prozent auf 12,12 Franken hoch, was sogar eine Bestmarke seit dem Kursrutsch im Mai 2025 bedeutet. Der Redcare-Konkurrent ist ebenfalls stark auf dem hiesigen Markt aktiv.
Im bisherigen Jahresverlauf klafft zwischen beiden Aktien eine große Lücke: Während sich der DocMorris-Kurs mehr als verdoppelt hat, steht bei Redcare nur ein Plus von 4 Prozent zu Buche. Auf längere Sicht kehrt sich das Bild allerdings um. Von der Corona-Pandemie hatte DocMorris noch stärker als Redcare profitiert, war vom Rekordstand 2021 anschließend aber auch deutlicher abgestürzt. Während die Redcare-Titel aktuell zumindest wieder klar über ihrem Niveau vor der Pandemie Anfang 2020 notieren, liegen die Aktien von DocMorris darunter.
Die erneute Prognoseanhebung von Redcare nach der Erhöhung im Juni falle zwar absolut gesehen nicht groß aus, sei aber ein weiteres positives Signal, kommentierte Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies. Dies sollte helfen, das Marktvertrauen in Redcare wiederherzustellen, da der Anlagehintergrund vor allem auf dem Deutschland-Geschäft beruhe. Der Experte blieb bei seiner Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 97 Euro, womit er für die Aktien vom aktuellen Niveau aus noch gut 43 Prozent Luft nach oben sieht./gl/la/he



