Tallinn / Berlin (ots) -
Unternehmer in Deutschland setzen in ihrem Arbeitsalltag zunehmend auf KI-Tools. Geht es jedoch darum, KI in ihrem Namen selbstständig handeln zu lassen, ziehen die meisten eine klare Grenze: Datenschutzbedenken und die unklare Haftung bei Fehlern gelten als wesentliche Hürden. Gleichzeitig wäre mehr als jeder Dritte bereit, Aufgaben an KI-Agenten zu übertragen, um sich so von Bürokratie zu entlasten - vorausgesetzt, es gäbe verlässliche Sicherheitsvorkehrungen.
Die aktuelle, von Estlands e-Residency-Programm in Auftrag gegebene Civey-Umfrage unter 2.000 deutschen Gründern, Geschäftsführern kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sowie Selbstständigen zeigt: Rund sechs von zehn Befragten (62 %) nutzen KI bereits für Recherchen und Zusammenfassungen, fast ebenso viele (58 %) setzen sie zum Entwurf von E-Mails oder Angeboten ein.
Klare Regeln erwünscht
Nur etwa jeder Achte (13 %) lässt KI bei denselben Aufgaben vollständig autonom handeln. Rund die Hälfte der Befragten (52 %) nennt einen zu weitreichenden Zugriff auf Konten und Daten als größte Sorge, während ein ähnlich hoher Anteil (50 %) eine unklare Haftung befürchtet, falls die KI einen Fehler macht. Weitere Hürden sind Zweifel an der Qualität der Ergebnisse (rund 45 %) sowie das Risiko, dass die KI außerhalb der festgelegten Grenzen handelt (rund 42 %). Gleichzeitig würden 38 % ihre administrativen Aufgaben einer zuverlässigen KI anvertrauen, sobald klare Regeln gelten. 37 % würden zudem eine staatliche, prüfbare Lösung in Betracht ziehen. Bevor KI-Agenten mit wichtigen Unterlagen betraut werden können, wollen Unternehmer klare Verantwortungsstrukturen mit eindeutigen Grenzen, einer Haftungskette und einem nachvollziehbaren Prüfpfad sehen. Genau diese rechtliche und technische Grundlage entwickelt Estland für KI-gestützte Geschäftsabläufe. "Estland hat seine öffentliche Infrastruktur auf einer sicheren digitalen Identität aufgebaut. Zunächst hat sie es uns ermöglicht, unser Geschäftsumfeld durch e-Residency für Unternehmen weltweit aus der Ferne zu öffnen. Jetzt schaffen wir innerhalb desselben Ökosystems eine sichere Ebene, um Aufgaben an KI-Agenten zu delegieren", sagt Liina Vahtras, Ministerin für Wirtschaft und Industrie der Republik Estland.
Handeln im Namen der digitalen Identität
Nach dem derzeit entwickelten Vorschlag gilt die Handlung eines KI-Agenten rechtlich als Handlung der Person, die sie in einem digitalen Delegierungsmandat autorisiert hat. Dieses gilt für öffentliche und private Dienste und verwendet eine staatlich registrierte eindeutige Kennung - den Agenten-ID-Code. Auf Seiten des Dienstleisters kann die Person sicher festlegen, was ihr Agent in ihrem Namen tun darf, für welchen Zeitraum und innerhalb welcher Grenzen. Diese Zugriffsrechte lassen sich jederzeit bearbeiten oder widerrufen. So könnte der KI-Agent beispielsweise Unternehmensdaten abrufen, um Geschäftsdokumente vorzubereiten, und innerhalb festgelegter Grenzen sogar Zahlungen veranlassen. Sobald die Verbindung zu den Dienstleistern besteht, können diese erkennen, ob eine Maschine oder eine Person gehandelt hat - und in wessen Auftrag. Premierminister Kristen Michal kündigte das Konzept im Juni 2026 an und stellte Estland als erstes Land vor, das dieses Thema auf nationaler Ebene angeht. Der Start des kontrollierten Pilotprojekts ist für Dezember 2026 geplant.
Estland: Pionier in der Digitalität
"Bei der Gründung eines Unternehmens nennen deutsche Gründer Bürokratie als größtes Hindernis - noch vor dem finanziellen Risiko. Sie wollen ihr Unternehmen vollständig digital und mit so wenig Verwaltungsaufwand wie möglich registrieren und führen. Eine staatlich unterstützte Lösung für den Einsatz von KI-Agenten in Verbindung mit der digitalen Identität eines e-resident könnte Gründern dabei helfen, Bürokratie weiter abzubauen und Kosten zu sparen. Das macht Estland als Standort noch attraktiver", sagt Mats Kuuskemaa, Country Manager DACH & Poland.
Estland hat mehr als 144.000 e-residents digitale Identitäten ausgestellt. Diese haben über 44.000 estnische Unternehmen gegründet. Mehr als 9.000 deutsche Staatsangehörige sind e-residents geworden und haben seit 2014 über 3.000 estnische Unternehmen gegründet.
Über die Studie
Durchgeführt von: Civey; Zielgruppe: Deutsche Gründer, Geschäftsführer von KMU und Selbstständige, die bei ihrer Arbeit zumindest gelegentlich KI-Tools nutzen (vorgefiltert); Stichprobe: N = 2.000; Befragungszeitraum: Juli/ August 2026
Über e-Residency
Das estnische e-Residency-Programm wurde Ende 2014 mit dem Ziel ins Leben gerufen, ausländischen Staatsangehörigen einen sicheren Zugang zu den elektronischen Behördendiensten Estlands zu ermöglichen, gleichzeitig das grenzüberschreitende Unternehmertum zu fördern und zusätzliche Einnahmen für den Staatshaushalt zu erzielen. Für Gründer bedeutet dies, dass sie ein Unternehmen in Estland remote aufbauen und führen können. Seit dem Start des Programms im Jahr 2014 haben mehr als 144.000 Personen aus 185 Ländern den e-residenten-Status erhalten und zusammen über 44.000 Firmen gegründet. Bis heute haben mehr als 9.000 deutsche e-residenten über 3.000 Firmen mit e-Residency gegründet. https://www.e-resident.gov.ee/de/
Studienergebnisse
Civey-Umfrage: KI-Agenten und digitale Delegation - Ergebnisse im Überblick (https://mediaserver.frauwenk.de/E-Residency/ki_agenten_und_digitale_delegation_umfrageergebnisse%20%281%29.pdf)
Bildmaterial
Liina Vahtras (https://mediaserver.frauwenk.de/E-Residency/Civey_2/BD7A1229.JPG) (Ministerin für Wirtschaft und Industrie der Republik Estland)
Mats Kuuskemaa (https://mediaserver.frauwenk.de/E-Residency/Civey_2/Mats%20Kuuskemaa%20%282%29%20%282%29.jpg) (Country Manager DACH & Polen, e-Residency)
Pressekontakt:
Agentur Frau Wenk +++ GmbH
Tel.: +49 151 1892 8835
E-Mail: e-Residency@frauwenk.de
Original-Content von: e-Residency, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/165439/6360966
Unternehmer in Deutschland setzen in ihrem Arbeitsalltag zunehmend auf KI-Tools. Geht es jedoch darum, KI in ihrem Namen selbstständig handeln zu lassen, ziehen die meisten eine klare Grenze: Datenschutzbedenken und die unklare Haftung bei Fehlern gelten als wesentliche Hürden. Gleichzeitig wäre mehr als jeder Dritte bereit, Aufgaben an KI-Agenten zu übertragen, um sich so von Bürokratie zu entlasten - vorausgesetzt, es gäbe verlässliche Sicherheitsvorkehrungen.
Die aktuelle, von Estlands e-Residency-Programm in Auftrag gegebene Civey-Umfrage unter 2.000 deutschen Gründern, Geschäftsführern kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sowie Selbstständigen zeigt: Rund sechs von zehn Befragten (62 %) nutzen KI bereits für Recherchen und Zusammenfassungen, fast ebenso viele (58 %) setzen sie zum Entwurf von E-Mails oder Angeboten ein.
Klare Regeln erwünscht
Nur etwa jeder Achte (13 %) lässt KI bei denselben Aufgaben vollständig autonom handeln. Rund die Hälfte der Befragten (52 %) nennt einen zu weitreichenden Zugriff auf Konten und Daten als größte Sorge, während ein ähnlich hoher Anteil (50 %) eine unklare Haftung befürchtet, falls die KI einen Fehler macht. Weitere Hürden sind Zweifel an der Qualität der Ergebnisse (rund 45 %) sowie das Risiko, dass die KI außerhalb der festgelegten Grenzen handelt (rund 42 %). Gleichzeitig würden 38 % ihre administrativen Aufgaben einer zuverlässigen KI anvertrauen, sobald klare Regeln gelten. 37 % würden zudem eine staatliche, prüfbare Lösung in Betracht ziehen. Bevor KI-Agenten mit wichtigen Unterlagen betraut werden können, wollen Unternehmer klare Verantwortungsstrukturen mit eindeutigen Grenzen, einer Haftungskette und einem nachvollziehbaren Prüfpfad sehen. Genau diese rechtliche und technische Grundlage entwickelt Estland für KI-gestützte Geschäftsabläufe. "Estland hat seine öffentliche Infrastruktur auf einer sicheren digitalen Identität aufgebaut. Zunächst hat sie es uns ermöglicht, unser Geschäftsumfeld durch e-Residency für Unternehmen weltweit aus der Ferne zu öffnen. Jetzt schaffen wir innerhalb desselben Ökosystems eine sichere Ebene, um Aufgaben an KI-Agenten zu delegieren", sagt Liina Vahtras, Ministerin für Wirtschaft und Industrie der Republik Estland.
Handeln im Namen der digitalen Identität
Nach dem derzeit entwickelten Vorschlag gilt die Handlung eines KI-Agenten rechtlich als Handlung der Person, die sie in einem digitalen Delegierungsmandat autorisiert hat. Dieses gilt für öffentliche und private Dienste und verwendet eine staatlich registrierte eindeutige Kennung - den Agenten-ID-Code. Auf Seiten des Dienstleisters kann die Person sicher festlegen, was ihr Agent in ihrem Namen tun darf, für welchen Zeitraum und innerhalb welcher Grenzen. Diese Zugriffsrechte lassen sich jederzeit bearbeiten oder widerrufen. So könnte der KI-Agent beispielsweise Unternehmensdaten abrufen, um Geschäftsdokumente vorzubereiten, und innerhalb festgelegter Grenzen sogar Zahlungen veranlassen. Sobald die Verbindung zu den Dienstleistern besteht, können diese erkennen, ob eine Maschine oder eine Person gehandelt hat - und in wessen Auftrag. Premierminister Kristen Michal kündigte das Konzept im Juni 2026 an und stellte Estland als erstes Land vor, das dieses Thema auf nationaler Ebene angeht. Der Start des kontrollierten Pilotprojekts ist für Dezember 2026 geplant.
Estland: Pionier in der Digitalität
"Bei der Gründung eines Unternehmens nennen deutsche Gründer Bürokratie als größtes Hindernis - noch vor dem finanziellen Risiko. Sie wollen ihr Unternehmen vollständig digital und mit so wenig Verwaltungsaufwand wie möglich registrieren und führen. Eine staatlich unterstützte Lösung für den Einsatz von KI-Agenten in Verbindung mit der digitalen Identität eines e-resident könnte Gründern dabei helfen, Bürokratie weiter abzubauen und Kosten zu sparen. Das macht Estland als Standort noch attraktiver", sagt Mats Kuuskemaa, Country Manager DACH & Poland.
Estland hat mehr als 144.000 e-residents digitale Identitäten ausgestellt. Diese haben über 44.000 estnische Unternehmen gegründet. Mehr als 9.000 deutsche Staatsangehörige sind e-residents geworden und haben seit 2014 über 3.000 estnische Unternehmen gegründet.
Über die Studie
Durchgeführt von: Civey; Zielgruppe: Deutsche Gründer, Geschäftsführer von KMU und Selbstständige, die bei ihrer Arbeit zumindest gelegentlich KI-Tools nutzen (vorgefiltert); Stichprobe: N = 2.000; Befragungszeitraum: Juli/ August 2026
Über e-Residency
Das estnische e-Residency-Programm wurde Ende 2014 mit dem Ziel ins Leben gerufen, ausländischen Staatsangehörigen einen sicheren Zugang zu den elektronischen Behördendiensten Estlands zu ermöglichen, gleichzeitig das grenzüberschreitende Unternehmertum zu fördern und zusätzliche Einnahmen für den Staatshaushalt zu erzielen. Für Gründer bedeutet dies, dass sie ein Unternehmen in Estland remote aufbauen und führen können. Seit dem Start des Programms im Jahr 2014 haben mehr als 144.000 Personen aus 185 Ländern den e-residenten-Status erhalten und zusammen über 44.000 Firmen gegründet. Bis heute haben mehr als 9.000 deutsche e-residenten über 3.000 Firmen mit e-Residency gegründet. https://www.e-resident.gov.ee/de/
Studienergebnisse
Civey-Umfrage: KI-Agenten und digitale Delegation - Ergebnisse im Überblick (https://mediaserver.frauwenk.de/E-Residency/ki_agenten_und_digitale_delegation_umfrageergebnisse%20%281%29.pdf)
Bildmaterial
Liina Vahtras (https://mediaserver.frauwenk.de/E-Residency/Civey_2/BD7A1229.JPG) (Ministerin für Wirtschaft und Industrie der Republik Estland)
Mats Kuuskemaa (https://mediaserver.frauwenk.de/E-Residency/Civey_2/Mats%20Kuuskemaa%20%282%29%20%282%29.jpg) (Country Manager DACH & Polen, e-Residency)
Pressekontakt:
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