DJ Lufthansa-Chef sieht auch 2027 als Transformationsjahr
DOW JONES--Bei der Lufthansa geht der Umbau im kommenden Jahr weiter. "Auch 2027 wird ein Transformationsjahr", sagte Vorstandschef Carsten Spohr am Montag in Frankfurt. Er verwies auf das laufende Turnaround-Programm, externe Faktoren wie den anhaltend hohen Ölpreis, die Standortkosten, aber auch Lieferengpässe bei neuen Flugzeugen.
Spohr hatte bereits 2026 zum "Transformationsjahr" ausgerufen. Der Konzern hatte ein Turnaround-Programm eingeleitet, das eine höhere Effizienz, eine stärkere Vernetzung der Konzern-Airlines inklusive der Integration der italienischen ITA und eine Erneuerung der Flotte vorsieht. Das Programm, das mit einem Stellenabbau einhergeht, beruhte auf damals schon vorhersehbaren Veränderungen. "Keiner hat den Golf-Konflikt im Auge gehabt", so Spohr.
Dass 2027 ein weiteres Jahr der Transformation werde, sei auch externen Faktoren geschuldet, etwa einer Fortsetzung des Krieges am Golf oder "zumindest die Fortsetzung der hohen Ölpreise, die die Branche eindeutig verändern werden oder schon verändert haben." Er nannte auch die hohen Standortkosten in Deutschland.
Außerdem habe die Lufthansa "wieder mit Unwägbarkeiten auf der Flottenseite" zu kämpfen. Der erste Airbus A350-1000 sei für November angekündigt. "Ob dann die Frequenz der Zugänge wirklich die ist, die man uns mal versprochen hatte, werden wir sehen", so Spohr. Mit Blick auf die Boeing 777, ebenfalls ein Langstrecken-Flieger, habe man bei der Lufthansa keine einzige im Sommerflugplan 2027 hinterlegt. "Bei der 777 gibt es weiterhin die Aussage von Boeing, dass sie im ersten Quartal zu uns kommt. Wie viele es dann wirklich sind und wie viele wir im Sommer wirklich einsetzen können, da gibt es große Fragezeichen. Der Plan B, die A340-300 in größerer Zahl aktiv zu halten, um den Kunden, das Streckennetz anbieten zu können, ist inzwischen zum Plan A geworden", sagte Spohr.
Die Belastung durch die hohen Ölpreise nimmt unterdessen zu. Die Lufthansa hat bisher eine Mehrbelastung von 1,5 Milliarden Euro 2026 durch Kerosinkosten in Aussicht gestellt. Spohr sagte nun, dass die Zahl wahrscheinlich höher ausfallen werde.
Der Vorstandschef geht dennoch davon aus, "mit unserer Guidance trotzdem auf Vorjahresniveau landen zu können". Er verwies dabei vor allem auf die robuste Nachfrage nach Flugreisen.
Die Lufthansa hat ihren Ausblick für das bereinigte EBIT für 2026 im August auf eine Spanne von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro korrigiert. Zuvor war der Konzern von einem EBIT "signifikant" über Vorjahresniveau von 1,96 Milliarden Euro ausgegangen. Im zweiten Quartal belasteten Kerosinkosten und Streiks das Ergebnis.
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September 29, 2026 04:00 ET (08:00 GMT)
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