HAMBURG (dpa-AFX) - Hamburg und Schleswig-Holstein halten an der Idee einer gemeinsamen Strompreiszone Nord zusammen mit Skandinavien fest. "Das wäre marktgerechter und würde Synergien entwickeln im Sinne der Energiewende", sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nach einer gemeinsamen Kabinettssitzung der beiden Länder im Hamburger Rathaus. Er wisse, dass andere Bundesländer vor allem aus dem Süden dort für sich eher Nachteile sähen. Er verwies aber auch auf die Europäische Kommission, die ebenfalls auf Wettbewerb setze.
IHK SH schlägt gemeinsame Stromzone mit Westdänemark vor
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein hatte zuletzt eine gemeinsame Stromzone für Schleswig-Holstein und Hamburg mit Westdänemark vorgeschlagen. Das Modell bietet nach Ansicht der IHK günstige Voraussetzungen zur wirtschaftlichen Produktion und Vermarktung regional erzeugten Stroms, der stärker vor Ort genutzt würde.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte: "Wir sind in Deutschland eines der wenigen Länder, die nicht auf Marktwirtschaft in den Bereichen setzen, und das wird ein zunehmendes Ärgernis auch von europäischer Ebene." Er verwies auf die skandinavischen Länder, die es nicht witzig fänden, dass ganz Deutschland einen einheitlichen Strompreis habe.
Skandinavier wenig erbaut von Einheitsstromzone in Deutschland
Über Nordlink gebe es Netzverknüpfungspunkte nach Skandinavien. Wenn der Strom aus dem Norden komme, sei das für die kein Problem. "Aber wenn der Strom aus dem Süden kommt, haben die plötzlich mit erheblich höheren Kosten zu tun, weil wir eine einheitliche Stromzone bei uns in Deutschland haben", sagte Günther.
Aus Günthers Sicht brächte eine Strompreiszone Nord auch deutliche Akzeptanzvorteile. Bislang wollten viele keinen zusätzlichen Windpark vor der Haustür haben. "Aber wenn man natürlich wüsste, dass eine solche Windkraftanlage nachher dazu führt, dass ich weniger für den Strom bezahle und nicht teilweise mehr, so wie es im Moment der Fall ist, hätte das noch mal einen ganz anderen Run auch für erneuerbare Energien."/klm/DP/he
