BERLIN (dpa-AFX) - Führende Ökonominnen und Ökonomen warnen die Bundesregierung davor, zentrale Teile der geplanten Rentenreform aufzugeben. "Wer einzelne Bausteine streicht, muss einen wirksamen Ersatz nennen", heißt es in einem gemeinsamen Aufruf. Andernfalls drohe das gesamte Reformkonzept seine Wirkung zu verlieren. Zuvor hatte das "Handelsblatt" berichtet.
46 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Bereichen der Renten-, Sozial- und Wirtschaftsforschung haben das Dokument mit dem Titel "Rentenreform: Nur das ganze Paket entfaltet die notwendige Wirkung!" unterzeichnet. Darin fordern sie von der Bundesregierung, die Empfehlungen der Rentenkommission als Gesamtpaket umzusetzen. Die Vorschläge seien ein "konsistentes Bündel von Maßnahmen". Die Reform mache die Alterssicherung "verlässlicher, fiskalisch nachhaltiger und sozialpolitisch zielgenauer".
Sinnvoll sei etwa, dem Vorschlag der Kommission zu folgen und die Frühverrentung abzuschaffen. Zugleich sollten Menschen gezielter unterstützt werden, die kurz vor dem Renteneintritt aus gesundheitlichen Gründen ihren langjährigen Beruf nicht mehr ausüben können. Auch Menschen mit vielen Beitragsjahren, deren Rente dennoch nicht zum Leben reicht, sollten nach Ansicht der Wissenschaftler stärker berücksichtigt werden./lea/DP/jha
