DJ MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa
FEIERTAGSHINWEIS
DONNERSTAG: In Shanghai und Hongkong bleiben die Börsen wegen des Nationalfeiertages geschlossen.
TAGESTHEMA
Der Inflationsdruck in Deutschland dürfte im September zugenommen haben. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent gestiegen ist und um 3,3 (August: 2,9) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats lag. Das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlicht die Zahlen am Mittwoch um 14.00 Uhr.
Auslöser der höheren Inflation dürften die stark gestiegenen Energiepreise infolge des Nahost-Konflikts gewesen sein. Rückschlüsse auf die Kernteuerung dürften die bereits um 10.00 Uhr anstehenden Verbraucherpreisdaten aus sechs Bundesländern erlauben, die allerdings auf dem nationalen Verbraucherpreisindex beruhen. Für diesen erwarten die befragten Volkswirte Raten von 0,6 und 3,2 (2,9) Prozent.
Die deutschen Daten sind entscheidend für die Inflationsentwicklung auf europäischer Ebene. Ebenfalls am Mittwoch kommen Verbraucherpreisdaten aus Frankreich (8.45 Uhr) und Italien (11.00 Uhr). Die für den Euroraum folgen am Freitag (11.00 Uhr).
AUSBLICK UNTERNEHMEN
07:30 DE/Gerresheimer AG, Ergebnis 2Q (15:00 Analystenkonferenz)
15:00 DE/BMW AG, Fortsetzung Kapitalmarkttag
22:00 US/Micron Technology Inc, Ergebnis 4Q
Im Tagesverlauf:
- GB/British American Tobacco plc (BAT), Fortsetzung Kapitalmarkttag
DIVIDENDENABSCHLAG
(bei deutschen Aktien und Aktien aus dem Stoxx- bzw. Euro-Stoxx-50-Index)
Totalenergies 0,90 EUR
AUSBLICK KONJUNKTUR
-DE
08:00 Einzelhandelsumsatz August
saisonbereinigt real
PROGNOSE: +1,0% gg Vm
zuvor: -3,4% gg Vm
08:00 Import-/Exportpreise August
Importpreise
PROGNOSE: k.A.
zuvor: +0,2% gg Vm/+6,8% gg Vj
09:55 Arbeitsmarktdaten September
Arbeitslosenzahl saisonbereinigt
PROGNOSE: +5.500 gg Vm
zuvor: +4.000 gg Vm
Arbeitslosenquote saisonbereinigt
PROGNOSE: 6,4%
zuvor: 6,4%
14:00 Verbraucherpreise (vorläufig) September
PROGNOSE: +0,6% gg Vm/+3,2% gg Vj
zuvor: +0,2% gg Vm/+2,9% gg Vj
HVPI
PROGNOSE: +0,6% gg Vm/+3,3% gg Vj
zuvor: +0,2% gg Vm/+2,9% gg Vj
-FR
08:45 Verbraucherpreise (vorläufig) September
PROGNOSE: +2,9% gg Vj
zuvor: +2,4% gg Vj
HVPI
PROGNOSE: +3,1% gg Vj
zuvor: +2,6% gg Vj
-IT
11:00 Verbraucherpreise (vorläufig) September
PROGNOSE: +3,8% gg Vj
zuvor: +3,3% gg Vj
-US
14:15 ADP-Arbeitsmarktbericht September
Beschäftigung privater Sektor
PROGNOSE: +68.000 Stellen
zuvor: +38.000 Stellen
14:30 BIP (3. Veröffentlichung) 2Q
annualisiert
PROGNOSE: +1,5% gg Vq
2. Veröff.: +1,5% gg Vq
1. Quartal: +2,1% gg Vq
BIP-Deflator
(annualisiert)
PROGNOSE: +6,4% gg Vq
2. Veröff.: +6,4% gg Vq
1. Quartal: +3,6% gg Vq
14:30 Persönliche Ausgaben und Einkommen August
Ausgaben / Einkommen
PROGNOSE: +0,8% gg Vm/+0,4% gg Vm
zuvor: +0,2% gg Vm/+0,4% gg Vm
PCE-Preisindex / Gesamtrate
PROGNOSE: +0,3% gg Vm/+3,7 gg Vj
zuvor: +0,2% gg Vm/+3,7% gg Vj
PCE-Preisindex / Kernrate
PROGNOSE: +0,3% gg Vm/+3,3% gg Vj
zuvor: +0,2% gg Vm/+3,3% gg Vj
15:45 Index Einkaufsmanager Chicago September
PROGNOSE: 52,0
zuvor: 47,1
16:30 Rohöllagerbestandsdaten (Woche) der staatlichen Energy
Information Administration (EIA)
ÜBERSICHT FUTURES / INDIZES
Aktuell: Index zuletzt +/- % DAX Futures 25.706,00 +0,7 E-Mini-Future S&P-500 7.744,75 +0,2 E-Mini-Future Nasdaq-100 30.604,75 -0,0 Topix (Tokio) 4.110,65 +1,7 Hang-Seng (Hongk.) 24.544,10 +0,1 Shanghai-Comp. 3.840,42 +0,3 Dienstag: INDEX Schluss +/- % DAX 25.399,21 +0,1 DAX-Future 25.524,00 -0,2 MDAX 30.883,19 -0,0 TecDAX 4.003,10 +0,9 SDAX 18.379,10 +0,7 Euro-Stoxx-50 6.320,26 +0,3 Stoxx-50 5.359,46 +0,0 XDAX 25.439,91 +0,2 Dow-Jones 51.349,92 -0,3 S&P-500 7.670,84 -0,2 Nasdaq Composite 26.797,54 -0,9
FINANZMÄRKTE
EUROPA
Ausblick: Nach taubenhaften Kommentaren von John Williams, Präsident der Federal Reserve Bank in New York, dürften Europas Börsen mit kräftigen Aufschlägen in den Handel am Mittwoch starten. Die US-Notenbank habe nach der ersten Zinserhöhung seit drei Jahren in der vergangenen Woche keinen Grund zur Eile, die Zinsen weiter anzuheben. Die an den Märkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober brach daraufhin auf unter 50 Prozent ein nach zuvor über 70 Prozent. Die Inflation sei zwar weiterhin zu hoch, und eine weitere Zinserhöhung "später in diesem Jahr" könnte angemessen sein, um die steigenden Preise einzudämmen, so Williams weiter. Für den Moment könne sich die Fed jedoch wahrscheinlich Zeit nehmen, um weitere Daten auszuwerten, bevor sie die Geldpolitik weiter verschärfe. Die am Berichtstag anstehenden Verbraucherpreise auf Frankreich und Deutschland könnten derweil weitere Hinweise liefern, wie es mit der Geldpolitik im Euroraum weitergeht. In beiden Ländern werden harmonisierte Preissteigerungen für September von mehr als 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet, was weit über dem EZB-Ziel von 2 Prozent liegen würde. Zuletzt wurde an den Märkten die Wahrscheinlichkeit einer EZB-Zinserhöhung für Oktober auf unter 50 Prozent taxiert.
Rückblick: Etwas fester - Im Fokus standen weiterhin die festgefahrenen Waffenstillstandsverhandlungen zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Trump hatte bereits einen Verhandlungsvorschlag aus dem Iran abgelehnt. Presseberichten zufolge nehmen die Transporte durch die Straße von Hormus aber wieder zu. Wieder anziehende Renditen an den Anleihemärkten am Nachmittag drückten dann aber auf das Sentiment. Gesucht waren Technologiewerte. Infineon gewannen 4,8 Prozent, Siemens Energy 3,5 Prozent oder Aixtron 5,1 Prozent. ASML stiegen um 4,2 Prozent. Der Prospekt zum Börsengang von Anthropic sorgte für Zuversicht. "Das hebt die Vorsicht nach dem Zurückrudern von OpenAI wieder auf", sagte ein Händler. Laut den Strategen der Helaba trieben vor allem "exorbitante" Ausgabepläne von Anthropic für die KI-Infrastruktur von bis zu 518 Milliarden US-Dollar. Lindt & Sprüngli hat in diesem Jahr schon zum zweiten Mal die Prognose gesenkt. Die Aktie verlor 8,4 Prozent. Im Sog ging es für Barry Callebaut um 1,5 Prozent abwärts. Dagegen stiegen Julius Bär um 7,2 Prozent. Das Unternehmen plant den Start eines Aktienrückkaufs, nachdem die Schweizer Finanzmarktaufsicht eine Untersuchung des Kreditrisikomanagements und der Geldwäschebekämpfungsverfahren der Bank eingestellt hat.
DAX/MDAX/SDAX/TECDAX
Gut behauptet - Fresenius fielen um 4,9 Prozent zurück und stellten den Hauptverlierer im DAX. Im Handel wurde auf eine FDA-Warnung verwiesen. In dieser werde der Sparte Kabi die Nicht-Einhaltung von Herstellungsstandards in der Produktion vorgeworfen. Die FDA behalte sich vor, Anträge für neue Medikamente so lange zurückzuhalten, bis das Problem gelöst sei. Fresenius erklärte gegenüber Dow Jones, das Unternehmen ergreife die notwendigen Maßnahmen, um die beanstandeten Mängel abzustellen. Für Bayer ging es 3,8 Prozent nach unten. Belastend dürfte eine Studie der Deutschen Bank gewirkt haben. In dem Ausblick auf das dritte Quartal schreiben die Analysten, dass sie von einem EBITDA-Rückgang von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausgehen, was deutlich mehr sei als im Konsens erwartet. Hauptgrund für die pessimistische Einschätzung sei die Sparte Crop Science. Hapag-Lloyd legten um 9,7 Prozent zu. Der Reedereikonzern hatte wie erhofft erneut die Prognose für 2026 erhöht. Hornbach Holding stiegen um 4,1 Prozent. Hornbach zeigt sich laut Metzler in einem schwierigen Branchenumfeld - das zuletzt durch die Insolvenz des Konkurrenten Hellweg unterstrichen wurde - weiterhin widerstandsfähig.
USA - AKTIEN
Schwächer - Wieder anziehende Renditen haben am Dienstag auf die Stimmung an der Wall Street gedrückt. Die Ölpreise gaben zwar nach, lagen aber über ihren Tagestiefs. Konjunkturseitig hatten die Akteure mit Blick auf die Inflation bereits den Preisindex der Persönlichen Konsumausgaben in den USA im Blick, der am Mittwoch veröffentlicht wird. Dazu kommt am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht für September. Der nach der Startglocke veröffentlichte Index des Verbrauchervertrauens für den September hat sich entgegen der Prognose einer leichten Erhöhung deutlicher abgeschwächt. Das Tempo bei Neueinstellungen, Entlassungen, Kündigungen und offenen Stellen hat sich im August dagegen kaum verändert. Etwas stützend wirkten Aussagen des Präsidenten der New Yorker Fed-Filiale, John Williams, der sagte, die Zentralbank müsse sich nach der Zinserhöhung um einen Viertelpunkt vor einigen Wochen in diesem Jahr nicht mit weiteren Zinserhöhungen beeilen. Stattdessen solle sie sich Zeit nehmen, um zusätzliche Daten zu prüfen. Im Fokus stand der Sektor Künstliche
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
September 30, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)
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