Hamburg (ots) -
Am 1. Oktober 2025 wurde die elektronische Patientenakte (ePA) verpflichtend eingeführt. Mit großen Versprechungen. Doch ein Jahr später ist aus der "ePA für alle" eine "ePA für wenige" geworden, stellt die Freie Ärzteschaft (FÄ) fest. "Auch wenn Bundesregierung und Gematik Erfolge verkünden, ist diese zentrale Akte auch 25 Jahre nach Beginn ihrer Planung ein milliardenteurer Flop" sagte Dr. Silke Lüder, stellvertretende Bundesvorsitzende der Freien Ärzteschaft e.V. heute in Hamburg.
Wen interessiert die ePA?
Nur eine geringe Prozentzahl der 74 Millionen gesetzlichen Versicherten nutzen "ihre Akte" selbst aktiv. Die ePA in Deutschland hat, weltweit einmalig, die sensiblen Arztbriefe aus dem Schutz der ärztlichen Schweigepflicht faktisch herausgelöst und will sie allen medizinischen Berufsgruppen zur Verfügung stellen - sofern kein Widerspruch geäußert wird. Dazu kommt eine überkomplexe, störungsanfällige Telematik-Infrastruktur (TI), schlechte Nutzbarkeit und ein für Versicherte fast unmöglicher Zugangsweg. "Die ePA ist nicht in der Lage, die medizinische Behandlung zu verbessern. Im Gegenteil: Sie kostet vor allem Zeit", kritisiert Lüder. "Sowohl Ärzte und Psychotherapeuten als auch Patienten haben wenig Vertrauen in den Schutz der Daten. Denn diese sollen künftig in eine staatliche Sammelstelle für Forschungsdaten (FDZ) fließen und Dritten zur kommerziellen Auswertung zur Verfügung gestellt werden."
Politik will Datenschutz und Datensicherheit weiter reduzieren
Mit der geplanten TI 2.0 soll sich zudem Grundlegendes ändern: Beispielsweise wird die bisherige Sicherheitsprüfung der Kartenlesegeräte abgeschafft. Stattdessen können alle Teilnehmer an der TI, wie Kliniken, Arztpraxen, Apotheken, Physiotherapeuten oder auch medizinische Fußpfleger, künftig ungeprüfte marktübliche Lesegeräte nutzen - mit allen Sicherheitslücken und Risiken. "Und das in einer Zeit," betont Lüder, "in der die Bedrohung durch Cyberangriffe deutlich gewachsen ist."
Krankenkassen wollen mit der Macht über die Daten das System steuern
Die gesetzlichen Krankenkassen wollen künftig die Versorgung selbst steuern und die Terminkalender der Praxen beherrschen. Ihre ePA-Apps könnten den Zugang der Versicherten zur medizinischen Versorgung erschweren. "Auch die Politik zeigt eine gefährliche Ignoranz gegenüber den Leistungsträgern der ambulanten Medizin, der freien Arztwahl der Patienten, der Schweigepflicht und dem Bürgergrundrecht auf informationelle Selbstbestimmung", sagt Wieland Dietrich, Vorsitzender der Freien Ärzteschaft. Leider zeige sich diese Missachtung auch, wenn Bundeskanzler Friedrich Merz, wie kürzlich geschehen, Ärztinnen und Ärzte als "Nutznießer" des Gesundheitssystems bezeichnet.
Kritischer Kongress in Hamburg am 28.11.2026
Als Alternative zu den zahlreichen "Gesundheitswirtschaftskongressen" findet in Hamburg zu diesen Themen eine kritische Kongressveranstaltung statt, zu der wir alle Interessierten herzlich einladen. Programm und Anmeldung unter: www.freie-aerzteschaft.de/kongress-freier-aerzte-2026/
Über die Freie Ärzteschaft e.V.
Die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den Arztberuf als freien Beruf verteidigt. Er wurde 2004 gegründet und vertritt vorwiegend niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie verschiedene Ärztenetze. Vorsitzender des Bundesverbandes ist Wieland Dietrich, Dermatologe in Essen. Ziel der FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei der Patient und Arzt im Mittelpunkt stehen und die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt.
Pressekontakt:
V .i. S. d. P.: Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft e.V.,
Vorsitzender, Gervinusstraße 10, 45144 Essen, Tel.: 0201 68586090,
E-Mail: mail@freie-aerzteschaft.de, www.freie-aerzteschaft.de
Original-Content von: Freie Ärzteschaft e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/57691/6361773
Am 1. Oktober 2025 wurde die elektronische Patientenakte (ePA) verpflichtend eingeführt. Mit großen Versprechungen. Doch ein Jahr später ist aus der "ePA für alle" eine "ePA für wenige" geworden, stellt die Freie Ärzteschaft (FÄ) fest. "Auch wenn Bundesregierung und Gematik Erfolge verkünden, ist diese zentrale Akte auch 25 Jahre nach Beginn ihrer Planung ein milliardenteurer Flop" sagte Dr. Silke Lüder, stellvertretende Bundesvorsitzende der Freien Ärzteschaft e.V. heute in Hamburg.
Wen interessiert die ePA?
Nur eine geringe Prozentzahl der 74 Millionen gesetzlichen Versicherten nutzen "ihre Akte" selbst aktiv. Die ePA in Deutschland hat, weltweit einmalig, die sensiblen Arztbriefe aus dem Schutz der ärztlichen Schweigepflicht faktisch herausgelöst und will sie allen medizinischen Berufsgruppen zur Verfügung stellen - sofern kein Widerspruch geäußert wird. Dazu kommt eine überkomplexe, störungsanfällige Telematik-Infrastruktur (TI), schlechte Nutzbarkeit und ein für Versicherte fast unmöglicher Zugangsweg. "Die ePA ist nicht in der Lage, die medizinische Behandlung zu verbessern. Im Gegenteil: Sie kostet vor allem Zeit", kritisiert Lüder. "Sowohl Ärzte und Psychotherapeuten als auch Patienten haben wenig Vertrauen in den Schutz der Daten. Denn diese sollen künftig in eine staatliche Sammelstelle für Forschungsdaten (FDZ) fließen und Dritten zur kommerziellen Auswertung zur Verfügung gestellt werden."
Politik will Datenschutz und Datensicherheit weiter reduzieren
Mit der geplanten TI 2.0 soll sich zudem Grundlegendes ändern: Beispielsweise wird die bisherige Sicherheitsprüfung der Kartenlesegeräte abgeschafft. Stattdessen können alle Teilnehmer an der TI, wie Kliniken, Arztpraxen, Apotheken, Physiotherapeuten oder auch medizinische Fußpfleger, künftig ungeprüfte marktübliche Lesegeräte nutzen - mit allen Sicherheitslücken und Risiken. "Und das in einer Zeit," betont Lüder, "in der die Bedrohung durch Cyberangriffe deutlich gewachsen ist."
Krankenkassen wollen mit der Macht über die Daten das System steuern
Die gesetzlichen Krankenkassen wollen künftig die Versorgung selbst steuern und die Terminkalender der Praxen beherrschen. Ihre ePA-Apps könnten den Zugang der Versicherten zur medizinischen Versorgung erschweren. "Auch die Politik zeigt eine gefährliche Ignoranz gegenüber den Leistungsträgern der ambulanten Medizin, der freien Arztwahl der Patienten, der Schweigepflicht und dem Bürgergrundrecht auf informationelle Selbstbestimmung", sagt Wieland Dietrich, Vorsitzender der Freien Ärzteschaft. Leider zeige sich diese Missachtung auch, wenn Bundeskanzler Friedrich Merz, wie kürzlich geschehen, Ärztinnen und Ärzte als "Nutznießer" des Gesundheitssystems bezeichnet.
Kritischer Kongress in Hamburg am 28.11.2026
Als Alternative zu den zahlreichen "Gesundheitswirtschaftskongressen" findet in Hamburg zu diesen Themen eine kritische Kongressveranstaltung statt, zu der wir alle Interessierten herzlich einladen. Programm und Anmeldung unter: www.freie-aerzteschaft.de/kongress-freier-aerzte-2026/
Über die Freie Ärzteschaft e.V.
Die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den Arztberuf als freien Beruf verteidigt. Er wurde 2004 gegründet und vertritt vorwiegend niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie verschiedene Ärztenetze. Vorsitzender des Bundesverbandes ist Wieland Dietrich, Dermatologe in Essen. Ziel der FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei der Patient und Arzt im Mittelpunkt stehen und die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt.
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V .i. S. d. P.: Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft e.V.,
Vorsitzender, Gervinusstraße 10, 45144 Essen, Tel.: 0201 68586090,
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