DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutscher Einzelhandel verbucht Umsatzplus im August
Die Umsätze im deutschen Einzelhandel haben sich im August stärker entwickelt als erwartet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, stiegen die Umsätze real um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Ökonomen hatten ein Plus von 1,0 Prozent erwartet. Nominal gab es einen Anstieg von 1,7 Prozent. Im Juli sank der monatliche Umsatz nach Revision der vorläufigen Ergebnisse real um 3,2 Prozent (zunächst: minus 3,4 Prozent), während die nominalen Umsätze um 1,4 Prozent fielen (zunächst: minus 1,7 Prozent).
Deutsche Importpreise steigen im August beschleunigt
Der Inflationsdruck von der Einfuhrseite hat in Deutschland im August deutlich zugenommen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, stiegen die Importpreise gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent und lagen um 8,3 (Juli: 6,8) Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das war der höchste Wert seit Dezember 2022. Energieeinfuhren verteuerten sich um 7,5 Prozent auf Monats- und 43,0 Prozent auf Jahressicht, und die Einfuhr von Vorleistungsgütern um 0,6 bzw. 11,0 Prozent. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Importpreise mit einer Jahresrate von 5,1 Prozent.
Ifo: Höhere Energiepreise werden zunehmend weitergegeben
Unternehmen in Deutschland geben höhere Energiepreise nach Erkenntnissen des Ifo-Instituts zunehmend an ihre Kunden weiter. Wie die Konjunkturforscher mitteilten, stiegen die Ifo-Preiserwartungen im September auf 22,7 (August: 21,4) Punkte. "Sprit und Heizöl haben sich bereits spürbar verteuert, im Winter dürften die Energieversorger die Preise für Strom und Gas anheben. Gleichzeitig wird der Preisdruck bei vielen Waren und Dienstleistungen weiter zunehmen", sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Insgesamt werde die Inflationsrate in den kommenden Monaten auf über 3 Prozent klettern.
Erwerbstätigkeit in Deutschland im August gesunken
Die Erwerbstätigkeit in Deutschland ist im August gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, waren rund 45,41 Millionen Menschen mit Wohnort in Deutschland erwerbstätig. Das waren saisonbereinigt 29.000 Personen (minus 0,1 Prozent) weniger als im Vormonat. Von Januar bis Juli war die Erwerbstätigkeit um durchschnittlich je 20.000 Personen gegenüber dem Vormonat zurückgegangen.
Williams: Nächste Fed-Zinserhöhung nicht dringend
Die US-Notenbank kann sich mit ihrer nächsten Zinserhöhung laut New Yorker Fed-Präsident John Williams noch etwas Zeit lassen. "Angesichts der geldpolitischen Maßnahmen, die wir auf unserer September-Sitzung ergriffen haben, besteht keine Dringlichkeit", sagte Williams in einer Rede in Buffalo im US-Bundesstaat New York. Prognosen der US-Notenbanker über mindestens eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr sowie ein restriktiverer Ton von Fed-Chef Kevin Warsh hatten nach der Sitzung in diesem Monat viele Händler darauf wetten lassen, dass im kommenden Monat eine zweite Erhöhung folgen würde.
Chinas PMIs signalisieren wirtschaftliche Verbesserung in allen Sektoren
Chinas Wirtschaft zeigte zum Ende des dritten Quartals Anzeichen einer Verbesserung. Sowohl die offiziellen als auch die privaten Indikatoren für die Aktivität in der Industrie, im Dienstleistungssektor und im Baugewerbe zogen an. Die Hauptwerte von vier Indizes lagen im September über der neutralen Schwelle von 50 Punkten. Dies deutet auf eine robuste Nachfrage hin, trotz des Krieges im Nahen Osten, der weiterhin die Lieferketten stört und die Kosten in die Höhe treibt. Die PMI-Daten seien beruhigend, sagte Nguyen Hoang Nam von Capital Economics. Er führte die zunehmende Dynamik darauf zurück, dass die fiskalische Unterstützung Chinas zu wirken beginne.
Chinas PMIs zeigen leichten Anstieg der Wirtschaftsaktivität
Chinas Einkaufsmanagerindizes haben im September einen leichten Anstieg der Wirtschaftsaktivität gezeigt, schreibt ING in einer Research Note. Der Anstieg des offiziellen PMI für das verarbeitende Gewerbe auf 50,1, womit er zum ersten Mal seit drei Monaten wieder in den expansiven Bereich zurückgekehrt sei, habe den Markterwartungen entsprochen, schreibt die Bank. "Das verarbeitende Gewerbe war in diesem Jahr eine relative Stärke, obwohl es zumeist von der externen Nachfrage angetrieben wurde, da der Binnenkonsum und die Investitionen hinterherhinken", meint ING. Die Zusage des Staatsrats diese Woche, die politische Unterstützung zur Ankurbelung des Konsums zu verstärken, könne dazu beitragen, diese Lücke bis zum Jahresende etwas zu schließen, heißt es weiter.
Verbraucherpreisinflation in Australien hat sich im August beschleunigt
Die australischen Verbraucherpreise sind im August stark gestiegen. Dies bestätigt die Entscheidung der Reserve Bank of Australia vom Dienstag, die Zinsen auf ein 15-Jahres-Hoch anzuheben. Der Verbraucherpreisindex für August stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,0 Prozent, nach einem Anstieg von 3,5 Prozent im Juli, wie das australische Statistikamt mitteilte. Steigende Kosten für Wohnen und Verkehr waren die Haupttreiber des Anstiegs, so das ABS.
Japans Industrieproduktion im August gesunken - Erholung erwartet
Die japanische Industrieproduktion ist im August weiter gefallen, doch die Unternehmen erwarten in den kommenden Monaten eine Erholung. Grund dafür sind nachlassende Sorgen über die Energieversorgung und eine solide Nachfrage im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Die Industrieproduktion sank gegenüber dem Vormonat um 1,7 Prozent, nachdem sie bereits im Juli um 0,2 Prozent zurückgegangen war, wie aus am Mittwoch veröffentlichten Regierungsdaten hervorging. Damit wurde der von Ökonomen in einer Umfrage des Datenanbieters Quick erwartete Anstieg von 1,7 Prozent verfehlt.
Japans Produktion dürfte von KI-Investitionen gestützt werden
Die japanische Industrieproduktion dürfte von Investitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz gestützt werden, schreiben die Volkswirte von SMBC Nikko Securities in einer Research Note. Japans Industrieproduktion ist im August um 1,7 Prozent gegenüber dem Vormonat gefallen. SMBC Nikko zufolge sei der Rückgang teilweise darauf zurückzuführen, dass Autohersteller den Betrieb in einigen Fabriken wegen Erdbeben und Taifunen ausgesetzt hätten. Die Unsicherheit über die Aussichten für die Rohölversorgung bleibe zwar hoch, doch Japan verfüge weiterhin über eine Ölreserve, die dem inländischen Verbrauch von etwa 200 Tagen entspreche, und mache Fortschritte bei der Sicherung alternativer Lieferungen, so das Brokerhaus. Das Risiko einer potenziell erheblichen Ölknappheit scheine vorerst gering, meinen die Volkswirte.
Südkoreas Wirtschaft wächst wohl stärker als bisher prognostiziert
Die südkoreanische Wirtschaft dürfte trotz einer vorübergehenden Verlangsamung der Industrieproduktion im August schneller wachsen als bisher prognostiziert, meint Jin-Wook Kim von der Citigroup. Der Automobilsektor erhole sich im September, nachdem die Produktion im August durch Arbeitskämpfe und die Sommerferien vorübergehend unterbrochen worden sei, so der Ökonom. Kim hebt seine Prognosen für das BIP-Wachstum Südkoreas um 0,1 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent für 2026 und um 0,2 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent für 2027 an.
USA wollen mehr Öl aus strategischer Reserve freigeben
Die Trump-Regierung ist mit der Freigabe von Öl aus der strategischen Erdölreserve noch nicht fertig.
Das Energieministerium prüft die leihweise Abgabe von bis zu 40 Millionen Barrel Rohöl aus der strategischen Erdölreserve (SPR). Dies sei Teil der Freigabe von 172 Millionen Barrel, um die Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Ölmärkte abzufedern, teilte das Ministerium am Dienstag mit. Sollte das Energieministerium die 40 Millionen Barrel abgeben, würde es seine ursprüngliche Zusage erfüllen, Öl im Rahmen einer gemeinsamen Aktion mit anderen Mitgliedern der Internationalen Energieagentur freizugeben.
Trump verteidigt zurückhaltende KI-Strategie nach Warnsignalen aus der Branche
US-Präsident Donald Trump hat sein Versprechen bekräftigt, die KI-Branche nicht mit Vorschriften zu behindern. Er bekräftigte seinen zurückhaltenden Ansatz trotz wachsender Forderungen aus dem Silicon Valley und der Öffentlichkeit nach neuen Leitplanken. "Ich werde niemals das Wachstum einer Technologie ersticken, die größer sein wird als die industrielle Revolution", sagte er bei einer Veranstaltung zur Vorstellung einer neuen Website namens America.gov.
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September 30, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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