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MÄRKTE EUROPA/Leichter - "Trump-Inflation" treibt Europas Preise

DJ MÄRKTE EUROPA/Leichter - "Trump-Inflation" treibt Europas Preise

DOW JONES--Etwas leichter zeigen sich die europäischen Aktienmärkte am Mittwochmittag. Die Freude über taubenhafte Kommentare von US-Notenbank-Mitglied John Williams ist verflogen. Vor allem die sehr hohen Inflationsdaten aus Europa haben schockiert. Der von US-Präsident Trump gestartete Krieg gegen den Iran und die folgende Ölpreis-Explosion fressen sich immer stärker in die Kostenstrukturen von Europas Wirtschaft. Die EU warnt nun vor "sehr hohen" Energiekosten auch im Winter, das Ifo-Institut stellt fest, dass sich immer mehr Zweitrunden-Effekte der Inflation zeigen.

Der DAX notiert 0,2 Prozent tiefer bei 25.350 Punkten, der Euro-Stoxx-50 fällt ebenfalls um 0,2 Prozent auf 6.306 Punkte. Der Ölpreis notiert knapp unter der Marke von 104 Dollar.

Relativ schockiert zeigten sich Marktteilnehmer am Vormittag angesichts der Inflationsdaten. Die September-Inflationsdaten aus Deutschland werden erst am frühen Nachmittag vorgelegt, erste Daten zu den Verbraucherpreisen aus den Bundesländern deuten aber auf eine deutlich unterschätze Inflation: In bevölkerungsstarken Ländern wie Hessen stieg die Teuerung um 3,4 Prozent, weit stärker als die Erwartung für Gesamtdeutschland mit 3,2 Prozent.

Die Daten aus Frankreich und Italien sorgten für einen Schock: Sie stiegen in Frankreich mit einer Jahresrate von 3,4 Prozent Plus nach 2,6 Prozent im August. Volkswirte hatten mit einem derartigen Preissprung nicht gerechnet und nur plus 3,1 Prozent erwartet. In Italien ging es sogar um 4,1 Prozent nach oben, nach 3,2 Prozent im August.

Die Daten für die gesamte Eurozone werden erst am Freitag vorgelegt. Im Blick stehen auch Inflationszahlen aus die USA, wo am Nachmittag der wichtige PCE-Index veröffentlicht wird. Für die Aktienmärkte geht es aktuell laut Broker CMC weniger darum, ob die Konjunkturdaten gut oder schlecht ausfallen, sondern darum, welche Reaktion sie am Anleihemarkt auslösen.

Etwas stützend wirken Daten aus China: Deren Wirtschaft zeigte zum Ende des dritten Quartals Anzeichen einer Verbesserung. Sowohl die offiziellen als auch die privaten Indikatoren für die Aktivität in der Industrie, im Dienstleistungssektor und im Baugewerbe zogen an.

Auf Unternehmensseite steht der Kapitalmarkttag von BMW (+3,3%) im Blick. JP Morgan erwartet zwar, dass das Unternehmen an seinem langfristigen Margenziel von 8 bis 10 Prozent im Automobilbereich festhalten wird, dies sei angesichts des globalen Wettbewerbsumfelds für die kommenden drei Jahre aber kein realistisches Ziel.

Porsche Automobil Holding legen 3,4 Prozent zu. Sie haben im jahrelangen Rechtsstreit um die versuchte VW-Übernahme einen endgültigen Sieg errungen. Der Bundesgerichtshof (BGH) wies die Rechtsbeschwerden mehrerer Kläger - zumeist US-Hedgefonds - zurück. Sie hatten Schadensersatzforderungen in Höhe von 5,4 Milliarden Euro gestellt.

Nach dem Abverkauf vom Vortag erholen sich Fresenius um 1,6 Prozent. Im Handel heißt es, die Vortagesverluste von knapp 5 Prozent nach einer FDA-Warnung erschienen übertrieben.

Nach einer Herabstufung durch die Deutsche Bank auf "Hold" geben Commerzbank um 2,7 Prozent nach und stellen bislang den Hauptverlierer im DAX. Bei Ionos führt die Ersteinschätzung mit "Sell" durch Metzler sogar zu fast 8 Prozent Minus. Die Analysten sehen keinen Grund dafür, dem Anbieter von Web-Hosting die hohen Aktienbewertungen von KI-Unternehmen zuzubilligen.

Mit Verlusten von 8,8 Prozent reagieren CTS Eventim auf den Abgang von CFO William Willms. Dieser scheidet mit sofortiger Wirkung aus, er war erst zu Jahresbeginn in den Vorstand eingezogen.

Bei LPKF geht es nach einer Gewinn- und Umsatzwarnung um 5,4 Prozent abwärts. Aufgrund von Auftragsverzögerungen hat LPKF die Prognose für das laufende Jahr nach unten angepasst. Der Konzernumsatz soll nur zwischen 93 bis 100 (vorher: 105 bis 120) Millionen Euro liegen. Auch die bereinigte EBIT-Marge soll deutlich negativer ausfallen.

Gerresheimer legen um 2,5 Prozent zu. Nach einem sehr verhaltenen Start in das Geschäftsjahr wurde im zweiten Quartal etwas Boden gut gemacht. Gerresheimer setzt nach wie vor auf ein stärkeres zweites Halbjahr.

=== 
Index          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.306,25  -0,2   -14,01    6.320,26      8,9 
Stoxx-50        5.350,81  -0,2   -8,65    5.359,46      8,8 
DAX          25.350,03  -0,2   -49,18    25.399,21      3,5 
MDAX          30.947,44  +0,2   64,25    27.039,42      1,1 
TecDAX         3.999,01  -0,1   -4,09    3.091,28      10,4 
SDAX          18.438,66  +0,3   59,56    13.062,07      7,4 
FTSE          10.649,66  +0,1   12,95    10.636,71      7,2 
CAC           7.996,64  -0,5   -39,23    8.035,87      -1,9 
SMI          13.912,71  0,0    0,52    13.912,19      4,9 
ATX           6.892,77  -0,6   -41,78    6.934,55      29,4 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:08 Uhr 
EUR/USD          1,1355  +0,1   0,0015     1,1340     1,1344 
EUR/JPY          178,34  -0,0  -0,0100     178,35    178,5000 
EUR/CHF          0,9472  +0,2   0,0017     0,9455     0,9458 
EUR/GBP          0,8544  -0,3  -0,0025     0,8569     0,8576 
USD/JPY          157,03  -0,2  -0,2500     157,28    157,3300 
GBP/USD          1,3286  +0,4   0,0057     1,3229     1,3224 
USD/CNY          6,7045  +0,0   0,0015     6,7030     6,7030 
USD/CNH          6,7072  -0,0  -0,0008     6,7080     6,7069 
AUS/USD          0,6972  -0,2  -0,0011     0,6983     0,6989 
Bitcoin/USD      83.761,83  +0,2   161,95    83.599,88   83.953,76 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         90,70  +1,5    1,32      89,38 
Brent/ICE         103,62  +1,0    1,03     102,59 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.184,39  +0,1    3,60    4.180,79 
Silber           60,68  -1,3   -0,77      61,45 
Platin         1.714,90  +0,5    9,15    1.705,75 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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September 30, 2026 07:47 ET (11:47 GMT)

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