
Das kanadische Drohnen- und Softwareunternehmen ZenaTech hat mitgeteilt, dass seine Tochtergesellschaft ZenaDrone ihr verteidigungsorientiertes Quantennavigationssystem in die Testphase überführt hat.
Das System soll sicheren Drohnenbetrieb in Umgebungen ermöglichen, in denen GPS-Signale gestört, blockiert oder gar nicht verfügbar sind.
Test in den Vereinigten Arabischen Emiraten
Nach Angaben des Unternehmens läuft die Testphase derzeit an ZenaDrones Fertigungs- und Testeinrichtung in Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dort arbeitet das Ingenieurteam daran, die Navigationsgenauigkeit und Zuverlässigkeit des Systems unter realen Flugbedingungen zu validieren. Die ersten Tests finden mit der Innenraum-Drohnenplattform IQ Nano in Umgebungen ohne GPS-Empfang statt. Im nächsten Schritt sollen Feldtests mit der ZenaDrone 1000 folgen, der KI-gestützten Mehrzweck-Schwerlastdrohne des Unternehmens für Verteidigungsanwendungen, sowie mit weiteren Drohnenplattformen aus dem Portfolio.
Aussage des Managements
Shaun Passley, CEO von ZenaTech (Nasdaq: ZENA), erklärte, dass zuverlässiger Betrieb bei gestörter, blockierter oder manipulierter GPS- und Satellitennavigation eine kritische Anforderung für moderne Verteidigungseinsätze darstelle. Sobald die ZenaDrone 1000 in Verteidigungsanwendungen zum Einsatz komme, sei eine redundante, mehrschichtige Navigation unerlässlich. Betreiber müssten sich darauf verlassen können, dass eine Plattform Position, Navigation und Zeitgebung auch dann aufrechterhalten kann, wenn ein System in einer umkämpften Umgebung gestört, manipuliert oder anderweitig gestört wird. Der Übergang des Quantennavigationssystems in die Testphase sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu dieser Redundanz und Einsatzsicherheit für künftige Verteidigungskunden, so Passley.
Was Quantennavigation leisten soll
Quantennavigationssysteme gelten als eine neue Generation eigenständiger, hochpräziser Bewegungssensorik. Sie ermöglichen es Drohnen und anderen Plattformen, ihre Position genau zu bestimmen, ohne dabei auf GPS angewiesen zu sein, indem sie stattdessen auf Prinzipien der Quantenphysik zurückgreifen. Da moderne Verteidigungsmissionen zunehmend in umkämpften elektromagnetischen Umgebungen stattfinden, in denen Satellitensignale gestört oder manipuliert werden können, kombinieren solche Systeme quantenbasierte Trägheitssensorik mit KI-gestützter Kurskorrektur. Auf diese Weise soll über längere Einsatzzeiträume hinweg eine kontinuierliche, hochpräzise Positionsbestimmung möglich sein, unabhängig von externen Signalen.
Nach Angaben von ZenaTech ist die Technologie nicht auf den Verteidigungsbereich beschränkt. Auch für zivile Drohnenbetreiber, die in Umgebungen mit eingeschränktem GPS-Empfang arbeiten, etwa in dicht bebauten Innenstädten, Lagerhallen, unterirdischen Anlagen oder bei längeren Einsätzen außerhalb der Sichtweite des Piloten, sieht das Unternehmen Anwendungspotenzial. Damit richtet sich die Entwicklung sowohl an militärische und behördliche Betreiber als auch an kommerzielle Kunden, die auf präzise Positionsbestimmung angewiesen sind, ohne auf ein Satellitensignal zurückgreifen zu können.
Herausforderung GPS-Störung
Der Hintergrund der Entwicklung liegt laut ZenaTech in einer wachsenden Herausforderung für Drohnenbetreiber weltweit: In zunehmend komplexen elektromagnetischen Umgebungen können GPS- und Satellitensignale absichtlich gestört oder verfälscht werden, wodurch herkömmliche Navigationssysteme unzuverlässig werden oder vollständig ausfallen können. Ein System, das unabhängig von solchen externen Signalen funktioniert, soll Betreibern in diesen Szenarien weiterhin eine verlässliche Positionsbestimmung ermöglichen.
Stand des Programms
Das Unternehmen erklärte, das Programm habe die anfängliche Forschungs- und Entwicklungsphase bereits hinter sich gelassen und befinde sich nun in der Test- und Validierungsphase. Funktionsübergreifende Teams arbeiten laut ZenaTech derzeit an der Integration in die Drohnenplattformen, bevor umfangreichere Feldtests folgen sollen. Nach erfolgreicher Validierung soll das Quantennavigationssystem in ausgewählte Verteidigungs- und zivile Drohnenplattformen von ZenaDrone integriert werden, unter anderem für Einsatzbereiche wie Überwachung, Inspektion kritischer Infrastruktur und Verteidigungsmissionen.
Die ZenaDrone 1000 im Fokus
Die ZenaDrone 1000 ist als KI-gestützte VTOL-Schwerlastplattform für den Verteidigungseinsatz konzipiert. Das Unternehmen beschreibt sie als Plattform mit ISR-Fähigkeiten, also Aufklärung, taktischer Überwachung und sicherer Datenerfassung, ergänzt um Frachttransport und den Transport einsatzkritischer Nutzlasten. Die modulare Bauweise soll eine schnelle Umkonfiguration für unterschiedliche Missionstypen in risikoreichen Einsatzumgebungen ermöglichen, von der Infrastrukturüberwachung bis zur logistischen Unterstützung im Einsatz.
Einordnung in das Unternehmensportfolio
ZenaTech beschreibt sich selbst als Technologieunternehmen mit Fokus auf autonome KI-Drohnenplattformen für kommerzielle, staatliche und militärische Anwendungen. Zum Unternehmen gehören die Drohnenfertigung über die Tochtergesellschaft ZenaDrone, ein globales Drone-as-a-Service-Geschäft sowie eine Sparte für Unternehmenssoftware. Nach eigenen Angaben verfolgt das Unternehmen eine auf Zukäufen basierende Strategie, um bestehende Dienstleistungsbranchen wie Landvermessung und Inspektionen zu digitalisieren und zu automatisieren. ZenaTech ist nach eigenen Angaben in Nordamerika, Europa, im Nahen Osten, in Asien und in Australien operativ tätig und entwickelt KI-Drohnenanwendungen sowohl für die Landwirtschaft und Logistik als auch für Aufklärung, Frachttransport und die Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge.
Die Tochtergesellschaft ZenaDrone entwickelt und produziert nach eigenen Angaben KI-gestützte, multifunktionale autonome Drohnenlösungen, die maschinelles Lernen, prädiktive Analytik und moderne Rechentechnologien für Regierungs-, Verteidigungs- und Industrieanwendungen miteinander verbinden. Das Produktportfolio umfasst neben der ZenaDrone 1000 die IQ Nano für Innenraumanwendungen wie Bestandsmanagement und Sicherheit, die IQ Square für Außeninspektionen, die IQ Quad für Landvermessungen sowie die IQ Aqua für Unterwasseranwendungen. ZenaDrone betreibt drei Fertigungsstandorte in Arizona, Dubai und Taiwan und arbeitet nach eigenen Angaben zusätzlich an maritimen Abfangdrohnen gegen unbemannte Luftfahrzeuge sowie an einem integrierten Verteidigungssystem.
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Abbildung: © Freepik, tawatchai07
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