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MÄRKTE EUROPA/Inflation und boomende US-Wirtschaft treiben Renditen

DJ MÄRKTE EUROPA/Inflation und boomende US-Wirtschaft treiben Renditen

DOW JONES--Mit leichten Abgaben haben die europäischen Aktienmärkte am Mittwoch den Handel beendet. Nach einer Fülle starker US-Wirtschaftsdaten und hoher Inflationszahlen aus den USA und Europa verflog die anfänglich gute Laune schnell. Der DAX fiel um 0,8 Prozent auf 25.199 Punkte, der Euro-Stoxx-50 büßte 0,8 Prozent auf 6.269 Punkte ein.

Schon die Inflationsdaten aus Europa verhießen nichts Gutes. Die September-Verbraucherpreise aus Deutschland sprangen um 3,3 Prozent zum Vorjahr an, in Frankfreich ging es um 3,4 Prozent nach oben, in Italien sogar um 4,1 Prozent. Auch der zwischenzeitlich positiv interpretierte PCE-Index aus den USA stieg um 3,0 Prozent in der Kernrate. Alle diese Zahlen liegen meilenweit entfernt von den Inflationszielen der jeweiligen Notenbanken von je 2 Prozent.

Gleichzeitig zeigten die US-Konjunkturdaten eine extrem starke Wirtschaft. Der Einkaufsmanager-Index (PMI) Chicago sprang auf 58,8 Punkte nach 47,1 im Vormonat und der ADP-Arbeitsmarktbericht zeigte kräftige Gehaltsanstiege bei US-Arbeitnehmern, die einen Jobwechsel vornehmen. "Diese Wirtschaft kann Zinserhöhungen ohne Wenn und Aber ertragen", sagte ein Händler. Eine US-Zinserhöhung gleich auf der nächsten Fed-Sitzung am 28. Oktober sei nur aus politischen Gründen wenig wahrscheinlich. Kurz darauf stehen die US-Zwischenwahlen am 3. November an. Die US-Anleihemärkte reagierten darauf mit Renditeanstiegen. Die langlaufenden 30-jährigen Bonds sprangen sogar über 5,63 Prozent auf ein neues Jahreshoch.

Hauptverlierer am Aktienmarkt waren wie üblich die zinssensitiven Branchen, wie Versicherer und vor allem die Immobilienwerte.

Auf Unternehmensseite standen vor allem Autowerte im Blick, so wie BMW (+1,5%) mit ihrem Kapitalmarkttag. JP Morgan erwartet zwar, dass das Unternehmen an seinem langfristigen Margenziel von 8 bis 10 Prozent im Automobilbereich festhalten wird, auch wenn es für die kommenden drei Jahre kein realistisches Ziel sei.

Porsche Automobil Holding legten um 1,2 Prozent zu. Sie hatten im jahrelangen Rechtsstreit um die versuchte VW-Übernahme einen endgültigen Sieg errungen. Der Bundesgerichtshof (BGH) wies Schadensersatzforderungen in Höhe von 5,4 Milliarden Euro zurück.

VW reduzierten sich um 0,9 Prozent. Hier stand die Kündigung einiger Tarifverträge durch das Unternehmen im Fokus. Bislang betrifft dies aber nur einige Detailregelungen, nicht den Manteltarif mit den Arbeitszeiten. Bei Autozulieferer Continental ging es 1,7 Prozent nach unten. Hier wartet der Markt auf Aussagen von ihrem Pre-Close-Call am Abend.

Nach einer Herabstufung durch die Deutsche Bank auf "Hold" gaben Commerzbank um 4,0 Prozent nach. Bei Ionos führte die Ersteinschätzung mit "Sell" durch Metzler sogar zu 5,8 Prozent Minus. Die Analysten sehen keinen Grund, dem Anbieter von Web-Hosting die hohen Aktienbewertungen von KI-Unternehmen zuzubilligen.

Mit Verlusten von 6,2 Prozent reagierten CTS Eventim auf den Abgang von CFO William Willms. Dieser scheidet mit sofortiger Wirkung aus, er war erst zu Jahresbeginn in den Vorstand eingezogen. Bei LPKF ging es nach einer Gewinn- und Umsatzwarnung um 2,5 Prozent abwärts.

Gerresheimer legten dagegen um 5,5 Prozent zu. Nach einem sehr verhaltenen Start in das Geschäftsjahr wurde im zweiten Quartal etwas Boden gut gemacht.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.269       -0,8          +9,1 
Stoxx-50        5.323       -0,7          +9,0 
DAX          25.199       -0,8          +3,7 
FTSE-100 London    10.606       -0,3          +7,1 
CAC-40 Paris      7.964       -0,9          -1,4 
AEX Amsterdam     1.115       -0,5         +17,8 
BEL-20 Brüssel     5.606       -0,7         +11,2 
IBEX-35 Madrid    19.426       -0,5         +12,8 
SMI Zürich      13.830       -0,6          +4,9 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Di, 17:08 Uhr 
EUR/USD          1,1339  -0,0  -0,0001     1,1340     1,1344 
EUR/JPY          178,36  +0,0  0,0100     178,35    178,5000 
EUR/CHF          0,9469  +0,2  0,0014     0,9455     0,9458 
EUR/GBP          0,8549  -0,2  -0,0020     0,8569     0,8576 
USD/JPY          157,27  -0,0  -0,0100     157,28    157,3300 
GBP/USD          1,326  +0,2  0,0031     1,3229     1,3224 
USD/CNY          6,7045  +0,0  0,0015     6,7030     6,7030 
USD/CNH          6,7095  +0,0  0,0015     6,7080     6,7069 
AUS/USD          0,6948  -0,5  -0,0035     0,6983     0,6989 
Bitcoin/USD      84.185,19  +0,7  585,31    83.599,88   83.953,76 
 
ROHÖL          zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         91,45  +2,3   2,07      89,38 
Brent/ICE         103,72  +1,1   1,13     102,59 
 
Metalle         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.159,64  -0,5  -21,15    4.180,79 
Silber           60,29  -1,9   -1,16      61,45 
Platin         1.697,87  -0,5   -7,88    1.705,75 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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September 30, 2026 12:08 ET (16:08 GMT)

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