DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
EZB/Lagarde: Frankreichs Lage ernst - aber keine Finanzkrise
Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, betrachtet die Lage der Staatsfinanzen Frankreichs als ernst, sieht aber keine Finanzkrise wie 2008 oder 2011 im Anzug. In einem Interview mit La Croix sagte Lagarde auf die Frage, ob Frankreich der "kranke Mann Europas" sei, antwortete sie, sie wolle keinen Kommentar zu einzelnen Ländern abgeben, fügte aber hinzu: "Wenn die Schulden nahe an 120 des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen und kein Kurs erkennbar ist, sie unter Kontrolle zu bringen, ist das eine ernste Angelegenheit."
Fed-Vertreter Kashkari hält Inflation für zu hoch
Der Präsident der Federal Reserve von Minneapolis, Neel Kashkari, sagte, der Preisdruck sei nach den jüngsten am Mittwoch veröffentlichten Inflationsdaten weiterhin hoch. Kashkaris Äußerungen folgen auf den Anstieg des von der US-Notenbank bevorzugten Inflationsmaßes, des Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE), um 3,4 Prozent in den vergangenen 12 Monaten bis August. Obwohl Revisionen des PCE den Vorjahrestrend abschwächten, gehen Ökonomen davon aus, dass die Zentralbank sich weiterhin für eine zeitnahe Preisstabilität einsetzen wird.
Prüfbericht entlastet Notenbank-Führung bei Fed-Renovierung
Der Abschlussbericht des Generalinspekteurs stellt der US-Notenbank bei der Milliarden-Sanierung ihres Hauptsitzes zwar ein schlechtes Zeugnis aus, entlastet die Führung jedoch von Strafrechtsvorwürfen. Die Renovierung sei zwar unzureichend gemanagt worden, aber es gebe keine Hinweise auf kriminelles Fehlverhalten, stellte der Inspekteur in einem Bericht fest, nach mehr als einjähriger Prüfung des Sachverhalts. Der Board of Governors der Fed habe es versäumt, Maßnahmen zu ergreifen, die erhebliche Kostenüberschreitungen gemildert hätten.
Japanische Großunternehmen blicken optimistischer in die Zukunft
Große japanische Industrieunternehmen sind im dritten Quartal optimistischer mit Blick auf die Geschäftslage geworden, weil die Sorgen vor Energieengpässen nachgelassen haben. Der Index zur Erfassung der Stimmung unter großen Herstellern lag bei plus 24, verglichen mit plus 22 im Juni, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Tankan-Umfrage der Bank von Japan (BoJ) hervorgeht. Dies entsprach nahezu der Median-Prognose von plus 25 der befragten Volkswirte durch den Datenanbieter Quick. Der Indikator gilt als wichtiger Gradmesser für die wirtschaftliche Verfassung japanischer Unternehmen.
Tankan stützt Aussicht auf schnellere BoJ-Zinserhöhungen
Die soliden Ergebnisse der Tankan-Umfrage der Bank of Japan sprechen für einen beschleunigten Zinserhöhungszyklus, meint Ryosuke Katagi, Ökonom bei Mizuho Securities. Der Leitindex für die Stimmung unter den großen Herstellern hat den höchsten Stand seit März 2018 erreicht. "Abgesehen von der Geschäftsstimmung war ein bemerkenswertes Merkmal der starke Ausblick für die laufenden Gewinne, insbesondere bei den Herstellern," sagt er. "Eine robuste Nachfrage im Zusammenhang mit Halbleitern und KI könnte diese starken Prognosen antreiben." Starke Gewinnprognosen könnten sich positiv auf die Lohnverhandlungen im nächsten Frühjahr auswirken.
BoJ dürfte bei Inflation wachsam bleiben
Die Tankan-Unternehmensumfrage der Bank of Japan zeigt einen anhaltenden Kostendruck für Unternehmen aufgrund hoher Ölpreise und eines schwachen Yen. Der Preisausblick bleibe erhöht, und die BoJ dürfte ihre Wachsamkeit gegenüber dem Risiko nicht verringern, dass die zugrunde liegende Inflation ihr Ziel von 2 Prozent überschreitet, meint der Ökonom von Mizuho Securities, Ryosuke Katagi. Laut der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage erwarten Unternehmen aller Branchen und Größen in fünf Jahren eine Gesamtinflation von 2,5 Prozent.
Chinas Wirtschaft steht bis Jahresende vor Gegenwind
Die chinesische Wirtschaft wird bis zum Jahresende weiterhin mit Gegenwind zu kämpfen haben, wie BofA Securities in einer Research Note schreibt. Der China-Aktivitäts-Tracker der Bank sei im August verhalten ausgefallen und habe eine Verlangsamung gezeigt, die auf Faktoren wie einen sinkenden Hafenumschlag und schwache Einzelhandelsumsätze zurückzuführen sei. "Die schwache Binnennachfrage wich weiterhin von der relativ robusten Produktionstätigkeit ab, was ein anhaltendes Ungleichgewicht zwischen Nachfrage und Angebot unterstreicht." Ein Lichtblick seien die Anlageinvestitionen, von denen die Bank erwartet, dass sie sich im 4. Quartal auch dank günstiger Basiseffekte erholen werden.
Verbraucherinflation in Indonesien beschleunigte sich im September
Die Verbraucherinflation in Indonesien hat sich im September aufgrund höherer Lebensmittelpreise beschleunigt. Der Verbraucherpreisindex stieg im September um 3,28 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach einem Anstieg von 3,19 Prozent im August. Dies sei hauptsächlich auf höhere Preise in der Kategorie Lebensmittel, Getränke und Zigaretten sowie auf Kosten für Körperpflege und Transport zurückzuführen, teilte die Statistikbehörde am Donnerstag mit. Die Kerninflation lag bei 2,84 Prozent, verglichen mit 2,92 Prozent im August.
Indonesiens Handelsüberschuss hat sich im August ausgeweitet
Der Handelsüberschuss Indonesiens hat sich im August deutlich ausgeweitet, da stärkere Exporte den Anstieg der Importe mehr als ausglichen. Die größte Volkswirtschaft Südostasiens wies einen Handelsüberschuss von 3,55 Milliarden US-Dollar aus. Im Juli hatte der Überschuss noch bei 121,9 Millionen Dollar gelegen, wie die Statistikbehörde am Donnerstag mitteilte.
+++ Konjunkturdaten +++
Japan/Kfz-Absatz Sep +2,5% gg Vorjahr
DJG/DJN/apo
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October 01, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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