Köln (ots) -
"Das Potenzial muslimischer Religiosität für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist groß: Stärkere religiöse Bindung geht mit ausgeprägten sozialen Beziehungen einher", erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüs (IGMG). Anlass ist die Veröffentlichung des Religionsmonitors (https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/Projekte/Zusammen_in_Vielfalt/Religionsmonitor_Kompakt_Gesellschaftlicher_Zusammenhalt_2026.pdf) der Bertelsmann Stiftung. Mete weiter.
"Der Religionsmonitor 2026 enthält einen wichtigen Befund für die Debatte über den Islam: Muslimische Religiosität steht gesellschaftlichem Zusammenhalt nicht entgegen. Bei muslimischen Befragten geht stärkere Religiosität mit ausgeprägteren sozialen Beziehungen und höherer Gemeinwohlorientierung einher. Das widerspricht der verbreiteten Darstellung muslimischer Religiosität als Integrationsproblem oder Zeichen gesellschaftlicher Abschottung.
Zugleich fällt der Gesamtwert muslimischer Befragter niedriger aus, besonders bei der Verbundenheit mit dem Gemeinwesen. Bei hochreligiösen Musliminnen und Muslimen ist dieser Wert besonders schwach. Die Studie nennt als mögliche Erklärungen antimuslimische Zuschreibungen und Diskriminierung, institutionelle Ungleichbehandlung, mangelnde Anerkennung und Repräsentation sowie negative Debatten über sichtbar gelebte muslimische Identität.
Religionsgemeinschaften tragen Verantwortung. Moscheegemeinden müssen offen sein, den Dialog suchen und Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Weltanschauung ermöglichen, etwa beim Tag der offenen Moschee. Zugleich gilt: Brücken können nicht nur von einer Seite gebaut werden. Auch Politik, Institutionen und Mehrheitsgesellschaft müssen muslimisches Leben als selbstverständlichen Bestandteil dieses Landes anerkennen.
Der Religionsmonitor zeigt zudem das gesellschaftliche Potenzial religiöser Gemeinden. Moscheegemeinden leisten ehrenamtliche Arbeit, unterstützen Bedürftige, organisieren Bildungsangebote, Jugendarbeit, Dialog und soziale Hilfe. Diese Arbeit erhält öffentlich oft weniger Aufmerksamkeit als Debatten über Kopftücher, Integration oder Sicherheitsfragen. Moscheegemeinden sollten nicht vor allem als Problemfall, sondern als Teil der zivilgesellschaftlichen Infrastruktur betrachtet werden.
Politik und Verwaltung sind gefordert, religiöse Minderheiten und ihre Organisationen dauerhaft stärker in politische, administrative und zivilgesellschaftliche Strukturen einzubeziehen. Islamische Religionsgemeinschaften sollten nicht erst bei Konflikten, Anschlägen oder Integrationsproblemen Gesprächspartner sein, sondern auch dort, wo Zukunft gestaltet, Sozialpolitik entwickelt, Bildung organisiert und gesellschaftlicher Zusammenhalt gestärkt wird."
Pressekontakt:
Ilknur Kücük
T: +49 221/942240-243
H: 0049 17684706121
presse@igmg.org
Original-Content von: Islamische Gemeinschaft Millî Görüs (IGMG), übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/115828/6362860
"Das Potenzial muslimischer Religiosität für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist groß: Stärkere religiöse Bindung geht mit ausgeprägten sozialen Beziehungen einher", erklärt Ali Mete, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüs (IGMG). Anlass ist die Veröffentlichung des Religionsmonitors (https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/Projekte/Zusammen_in_Vielfalt/Religionsmonitor_Kompakt_Gesellschaftlicher_Zusammenhalt_2026.pdf) der Bertelsmann Stiftung. Mete weiter.
"Der Religionsmonitor 2026 enthält einen wichtigen Befund für die Debatte über den Islam: Muslimische Religiosität steht gesellschaftlichem Zusammenhalt nicht entgegen. Bei muslimischen Befragten geht stärkere Religiosität mit ausgeprägteren sozialen Beziehungen und höherer Gemeinwohlorientierung einher. Das widerspricht der verbreiteten Darstellung muslimischer Religiosität als Integrationsproblem oder Zeichen gesellschaftlicher Abschottung.
Zugleich fällt der Gesamtwert muslimischer Befragter niedriger aus, besonders bei der Verbundenheit mit dem Gemeinwesen. Bei hochreligiösen Musliminnen und Muslimen ist dieser Wert besonders schwach. Die Studie nennt als mögliche Erklärungen antimuslimische Zuschreibungen und Diskriminierung, institutionelle Ungleichbehandlung, mangelnde Anerkennung und Repräsentation sowie negative Debatten über sichtbar gelebte muslimische Identität.
Religionsgemeinschaften tragen Verantwortung. Moscheegemeinden müssen offen sein, den Dialog suchen und Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Weltanschauung ermöglichen, etwa beim Tag der offenen Moschee. Zugleich gilt: Brücken können nicht nur von einer Seite gebaut werden. Auch Politik, Institutionen und Mehrheitsgesellschaft müssen muslimisches Leben als selbstverständlichen Bestandteil dieses Landes anerkennen.
Der Religionsmonitor zeigt zudem das gesellschaftliche Potenzial religiöser Gemeinden. Moscheegemeinden leisten ehrenamtliche Arbeit, unterstützen Bedürftige, organisieren Bildungsangebote, Jugendarbeit, Dialog und soziale Hilfe. Diese Arbeit erhält öffentlich oft weniger Aufmerksamkeit als Debatten über Kopftücher, Integration oder Sicherheitsfragen. Moscheegemeinden sollten nicht vor allem als Problemfall, sondern als Teil der zivilgesellschaftlichen Infrastruktur betrachtet werden.
Politik und Verwaltung sind gefordert, religiöse Minderheiten und ihre Organisationen dauerhaft stärker in politische, administrative und zivilgesellschaftliche Strukturen einzubeziehen. Islamische Religionsgemeinschaften sollten nicht erst bei Konflikten, Anschlägen oder Integrationsproblemen Gesprächspartner sein, sondern auch dort, wo Zukunft gestaltet, Sozialpolitik entwickelt, Bildung organisiert und gesellschaftlicher Zusammenhalt gestärkt wird."
Pressekontakt:
Ilknur Kücük
T: +49 221/942240-243
H: 0049 17684706121
presse@igmg.org
Original-Content von: Islamische Gemeinschaft Millî Görüs (IGMG), übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/115828/6362860
© 2026 news aktuell
