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MÄRKTE EUROPA/Börsen weiter im Bann des Renditeanstiegs

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen weiter im Bann des Renditeanstiegs

DOW JONES--Weiter im Minus, aber deutlich von den Tagestiefs erholt, zeigen sich Europas Börsen am Donnerstagmittag. Belastend wirkt weiter der ungebremste Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten, vor allem in den USA. Vor allem in den längerfristigen Terminen geht es nach oben: Mit 5,34 Prozent erreichte die 10-jährige US-Staatsanleihe neue Dekadenhochs. Treiber ist weiter der negative Mix aus Inflationsdruck, Staatsverschuldung und zu hoher Kapitalnachfrage für KI-Investitionen.

Der DAX verliert 0,3 Prozent auf 25.135 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gibt um 0,6 Prozent nach auf 6.231 Punkte. Unter Druck stehen vor allem die zinsempfindlichen Sektoren, so Banken und andere Finanzwerte, vor allem weiter die Immobilienwerte. Unibail-Rodamco oder die deutsche Vonovia verlieren bis zu 1,3 Prozent. Die geringsten Kursverluste weisen Technologie- und Medienwerte aus.

Die Markterwartungen für eine Zinserhöhung der US-Notenbank liegen weiter nur bei 37 Prozent. Hier überwiegen mittlerweile aber politische Faktoren: "Mit der Fed-Sitzung nur eine Woche vor den US-Zwischenwahlen würde eine Zinserhöhung wie politische Einflussnahme aussehen", sagt ein Händler. Der Anleihemarkt laufe daher der Notenbank voraus und preise für die Zeit danach bis zu vier Zinsschritte ein.

Der Brent-Ölpreis steigt erneut um 2,5 Prozent auf 100,50 Dollar. Durch den Kontraktwechsel auf den Liefertermin Dezember haben sich die notierten Preise leicht geändert, eine Entspannung der Lage signalisiert dies nicht.

Der September hat seinen Ruf als schwacher Börsenmonat einmal mehr bestätigt. Mit einem Minus von gut 4 Prozent war der September laut QC Partners für den DAX der zweitschlechteste Monat in den vergangenen drei Jahren. Dagegen sei der nun beginnende Oktober im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre positiv verlaufen. 21 positiven Ergebnissen stehen hier nur neun negative gegenüber.

Der Terminkalender hat am Donnerstag wenig zu bieten. Im Fokus steht nur der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA am Nachmittag. Wichtiger sind am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht und vor allem die neuen Inflationsdaten aus der Eurozone.

Gute Vorlagen von Micron aus den USA und danach folgenden Gewinnen der Chip-Werte in Korea ziehen auch Europas Technologie-Werte nach oben. Wichtig für die Märkte ist vor allem, dass der KI-Investitionsboom weiter intakt ist. ABB und Schneider Electric legen daher um 0,5 Prozent zu. Chip-Aktien wie ASML und STMicro um bis zu 0,3 Prozent.

Bei Autozulieferer Continental geht es 0,1 Prozent höher. Der Pre-Close-Call zum dritten Quartal vom Vorabend ist bei Analysten gut angekommen. Die Marge im Reifen-Geschäft wird von Berenberg und Citigroup um 14,5 Prozent erwartet. Im Tagesverlauf stehen noch weitere Pre-Close-Calls an, unter anderem von Traton und Rational.

Adidas verlieren 1 Prozent. Hier wird mit Spannung auf die Zahlen von US-Konkurrent Nike nach US-Börsenschluss geblickt, vor allem deren Absatzentwicklung in Asien.

Kräftige Gewinnmitnahmen gibt es bei den Online-Apotheken. Zum Wochenbeginn hatte es einen kräftigen Kurssprung dank der erhöhten Prognose von Redcare gegeben. Nun geht es bei ihnen 4,8 Prozent abwärts, bei DocMorris um 3,6 Prozent.

Völlig uneinheitliche Vorzeichen zeigen die Rüstungs- und Luftfahrt-Aktien. Während Renk um 2,4 Prozent nachgeben, steigen Hensoldt um 1,9 Prozent und die schwedische Saab sogar um 2,6 Prozent.

Sanofi erhöhen sich um 2,1 Prozent. Hier kommt der erweiterte Deal mit Regeneron zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von Immunologie-Medikamenten gut an. Sanofi werde Regeneron eine Vorauszahlung von 1 Milliarde US-Dollar und bis zu 7 Milliarden US-Dollar bei Erreichen bestimmter Meilensteine zahlen, um Zugang zu vier neuen Medikamenten zu erhalten, so JP Morgan.

=== 
Index          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.230,96  -0,6   -38,06    6.269,02      7,6 
Stoxx-50        5.287,09  -0,7   -36,21    5.323,30      7,5 
DAX          25.135,39  -0,3   -63,80    25.199,19      2,6 
MDAX          30.582,00  -0,8  -260,53    27.039,42      -0,1 
TecDAX         4.007,60  +0,2    6,28    3.091,28      10,6 
SDAX          18.349,41  -0,4   -81,06    13.062,07      6,8 
FTSE          10.474,81  -1,2  -131,19    10.606,00      5,5 
CAC           7.897,68  -0,8   -66,83    7.964,51      -3,1 
SMI          13.703,79  -0,9  -126,55    13.830,34      3,3 
ATX           6.799,30  -0,8   -56,70    6.856,00      27,7 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:08 Uhr 
EUR/USD          1,1283  -0,4  -0,0045     1,1328     1,1352 
EUR/JPY          178,53  +0,1   0,2100     178,32    178,4300 
EUR/CHF          0,9428  -0,4  -0,0038     0,9466     0,9480 
EUR/GBP          0,8537  -0,0  -0,0001     0,8538     0,8550 
USD/JPY          158,23  +0,5   0,8400     157,39    157,1700 
GBP/USD          1,3215  -0,4  -0,0050     1,3265     1,3275 
USD/CNY          6,7045  +0,0   0,0015     6,7045     6,7045 
USD/CNH          6,7191  +0,2   0,0105     6,7086     6,7087 
AUS/USD          0,6941  -0,0  -0,0002     0,6943     0,6953 
Bitcoin/USD      83.806,97  +0,2   180,07    83.626,90   83.843,64 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         92,23  +2,0    1,81      90,42 
Brent/ICE         100,5  +2,5    2,47      98,03 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.167,70  +0,3   11,71    4.155,99 
Silber           60,72  +0,5    0,31      60,41 
Platin         1.711,10  +0,3    4,85    1.706,25 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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October 01, 2026 07:34 ET (11:34 GMT)

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