Bonn (ots) -
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist eine verlässliche Versorgung mit Lebensmitteln selbstverständlich. Damit Milch, Fleisch und andere Lebensmittel kontinuierlich verfügbar sind, müssen jedoch komplexe Versorgungsketten reibungslos funktionieren: vom landwirtschaftlichen Betrieb über die Futtermittelversorgung und Tierbetreuung bis hin zur Verarbeitung, Kühlung und zum Transport. Krisen, länger andauernde Stromausfälle oder andere Störungen wichtiger Infrastrukturen können diese Abläufe empfindlich beeinflussen.
Die landwirtschaftliche Nutztierhaltung ist ein wesentlicher Bestandteil der Versorgung der Bevölkerung mit Milch, Fleisch und weiteren Lebensmitteln. Ihre Funktionsfähigkeit in Krisenzeiten ist deshalb nicht nur für einzelne Betriebe, sondern für die Gesellschaft insgesamt von Bedeutung. Produktions- und Versorgungsprozesse in der Nutztierhaltung können im Krisenfall nicht einfach heruntergefahren oder verschoben werden.
Strom, Wasser und Futter müssen auch in der Krise verfügbar bleiben
Die Tiere müssen kontinuierlich mit Wasser und Futter versorgt werden. Die Lüftung und Klimatisierung der Ställe sowie die Fütterungs-, Melk- und weitere Versorgungstechnik müssen funktionieren. Auch die Kühlung und Lagerung tierischer Erzeugnisse ist vielfach auf Strom angewiesen. Eine funktionierende Infrastruktur und Energieversorgung ist somit nicht nur für die Produktion, sondern auch für das Tierwohl und die Tiergesundheit entscheidend.
Ein länger andauernder Stromausfall kann deshalb innerhalb kurzer Zeit zentrale Abläufe in einem Tierhaltungsbetrieb beeinträchtigen. Wasserpumpen, Lüftungs- und Fütterungsanlagen, Melktechnik oder Kühlsysteme sind in der Regel unmittelbar von elektrischer Energie abhängig. Notstromaggregate können kritische Funktionen absichern. Sie müssen jedoch verfügbar, ausreichend dimensioniert und unter realistischen Bedingungen funktionsfähig sein. Auch die Versorgung mit den erforderlichen Energieträgern muss über einen längeren Zeitraum hinweg gewährleistet sein. Gleiches gilt für Wasser und Futtermittel: Vorräte allein reichen nicht aus, wenn Pumpen, Fütterungs- oder Transporttechnik ausfallen.
"Resiliente Landwirtschaft ist eine Voraussetzung dafür, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln auch in Krisenzeiten möglichst zuverlässig aufrechterhalten werden kann. Vorsorge auf den landwirtschaftlichen Betrieben ist deshalb nicht nur eine betriebliche Frage, sondern betrifft uns als Gesellschaft insgesamt", erklärt Stephan Schneider, stellvertretender Geschäftsführer des BRS, und fordert deshalb eine umfassende Krisenvorsorge für die gesamte Wertschöpfungskette der Nutztierhaltung - von der Energie- und Futtermittelversorgung über die Verarbeitung und Logistik bis hin zur tierärztlichen Versorgung und weiteren kritischen Dienstleistungen.
Versorgungssicherheit endet nicht am Hoftor
Eine resiliente Ernährungsversorgung setzt voraus, dass auch entlang der gesamten Wertschöpfungskette die notwendigen Strukturen und Dienstleistungen im Krisenfall aufrechterhalten werden können. Die Futtermittelherstellung und -verarbeitung sowie die Schlachtung, Verarbeitung, Lagerung und Kühlung sind energieintensiv. Bei einem länger andauernden Stromausfall wären erhebliche Einschränkungen in der Mischfutterproduktion und bei der Schlachtung die Folge. Auch unverzichtbare Dienstleistungen wie die tierärztliche Versorgung, die Tierkörperbeseitigung, die Entmistung sowie technische Service- und Ersatzteilketten könnten beeinträchtigt sein. Im Krisenfall muss auch der Zugang von Fachpersonal gewährleistet bleiben.
Versorgungssicherheit ist somit eine Aufgabe der gesamten Wertschöpfungskette. Eine krisenfeste Ernährungswirtschaft setzt zudem dauerhaft vorhandene Produktions-, Verarbeitungs- und Logistikkapazitäten voraus. Strukturen, die im Normalbetrieb verloren gehen, können in einer Krise nicht kurzfristig wieder aufgebaut werden. Der Erhalt einer leistungsfähigen, regional breit aufgestellten Nutztierhaltung ist deshalb selbst Bestandteil einer resilienten Ernährungswirtschaft.
Krisenvorsorge muss vorbereitet sein, bevor die Krise eintritt
Aus Sicht des BRS sind abgestimmte Strukturen entlang der gesamten Lebensmittelkette erforderlich. Dazu gehören branchenspezifische Krisenchecklisten und Muster-Notfallpläne, klare Zuständigkeiten, belastbare Kommunikationswege sowie die frühzeitige Identifikation kritischer Schnittstellen und regulatorischer Hemmnisse. Wo bestehende Vorgaben im Krisenfall die Versorgung der Tiere oder wichtige Abläufe gefährden könnten, müssen schnell und rechtssicher befristete und behördlich kontrollierte Lösungen aktiviert werden können. Das kann beispielsweise Transport-, Melde- oder Dokumentationsvorgaben betreffen.
"Eine Krise ist nicht der Zeitpunkt, um Zuständigkeiten, Kommunikationswege und Notfallmaßnahmen erstmals zu klären. Entscheidend ist, vorher zu wissen, welche Prozesse unverzichtbar sind, wo kritische Abhängigkeiten bestehen und wie die Versorgung aufrechterhalten werden kann", zeigt sich Stephan Schneider überzeugt.
Krisenvorsorge ist eine gemeinsame Aufgabe von Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft und Staat. Bund, Länder und Behörden tragen Verantwortung dafür, kritische Abhängigkeiten frühzeitig zu erkennen, notwendige Rahmenbedingungen zu schaffen und wichtige Infrastrukturen und Versorgungsketten auch unter Krisenbedingungen handlungsfähig zu halten. Der BRS setzt sich deshalb dafür ein, die Krisenvorsorge gemeinsam mit Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft, Behörden und weiteren Akteuren praxisnah weiterzuentwickeln. Ziel muss es sein, dass Vorsorgekonzepte nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern im Ernstfall tatsächlich funktionieren.
Pressekontakt:
Martina Wutke
Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS)
m.wutke@rind-schwein.de
Original-Content von: Bundesverband Rind und Schwein e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/159493/6363156
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist eine verlässliche Versorgung mit Lebensmitteln selbstverständlich. Damit Milch, Fleisch und andere Lebensmittel kontinuierlich verfügbar sind, müssen jedoch komplexe Versorgungsketten reibungslos funktionieren: vom landwirtschaftlichen Betrieb über die Futtermittelversorgung und Tierbetreuung bis hin zur Verarbeitung, Kühlung und zum Transport. Krisen, länger andauernde Stromausfälle oder andere Störungen wichtiger Infrastrukturen können diese Abläufe empfindlich beeinflussen.
Die landwirtschaftliche Nutztierhaltung ist ein wesentlicher Bestandteil der Versorgung der Bevölkerung mit Milch, Fleisch und weiteren Lebensmitteln. Ihre Funktionsfähigkeit in Krisenzeiten ist deshalb nicht nur für einzelne Betriebe, sondern für die Gesellschaft insgesamt von Bedeutung. Produktions- und Versorgungsprozesse in der Nutztierhaltung können im Krisenfall nicht einfach heruntergefahren oder verschoben werden.
Strom, Wasser und Futter müssen auch in der Krise verfügbar bleiben
Die Tiere müssen kontinuierlich mit Wasser und Futter versorgt werden. Die Lüftung und Klimatisierung der Ställe sowie die Fütterungs-, Melk- und weitere Versorgungstechnik müssen funktionieren. Auch die Kühlung und Lagerung tierischer Erzeugnisse ist vielfach auf Strom angewiesen. Eine funktionierende Infrastruktur und Energieversorgung ist somit nicht nur für die Produktion, sondern auch für das Tierwohl und die Tiergesundheit entscheidend.
Ein länger andauernder Stromausfall kann deshalb innerhalb kurzer Zeit zentrale Abläufe in einem Tierhaltungsbetrieb beeinträchtigen. Wasserpumpen, Lüftungs- und Fütterungsanlagen, Melktechnik oder Kühlsysteme sind in der Regel unmittelbar von elektrischer Energie abhängig. Notstromaggregate können kritische Funktionen absichern. Sie müssen jedoch verfügbar, ausreichend dimensioniert und unter realistischen Bedingungen funktionsfähig sein. Auch die Versorgung mit den erforderlichen Energieträgern muss über einen längeren Zeitraum hinweg gewährleistet sein. Gleiches gilt für Wasser und Futtermittel: Vorräte allein reichen nicht aus, wenn Pumpen, Fütterungs- oder Transporttechnik ausfallen.
"Resiliente Landwirtschaft ist eine Voraussetzung dafür, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln auch in Krisenzeiten möglichst zuverlässig aufrechterhalten werden kann. Vorsorge auf den landwirtschaftlichen Betrieben ist deshalb nicht nur eine betriebliche Frage, sondern betrifft uns als Gesellschaft insgesamt", erklärt Stephan Schneider, stellvertretender Geschäftsführer des BRS, und fordert deshalb eine umfassende Krisenvorsorge für die gesamte Wertschöpfungskette der Nutztierhaltung - von der Energie- und Futtermittelversorgung über die Verarbeitung und Logistik bis hin zur tierärztlichen Versorgung und weiteren kritischen Dienstleistungen.
Versorgungssicherheit endet nicht am Hoftor
Eine resiliente Ernährungsversorgung setzt voraus, dass auch entlang der gesamten Wertschöpfungskette die notwendigen Strukturen und Dienstleistungen im Krisenfall aufrechterhalten werden können. Die Futtermittelherstellung und -verarbeitung sowie die Schlachtung, Verarbeitung, Lagerung und Kühlung sind energieintensiv. Bei einem länger andauernden Stromausfall wären erhebliche Einschränkungen in der Mischfutterproduktion und bei der Schlachtung die Folge. Auch unverzichtbare Dienstleistungen wie die tierärztliche Versorgung, die Tierkörperbeseitigung, die Entmistung sowie technische Service- und Ersatzteilketten könnten beeinträchtigt sein. Im Krisenfall muss auch der Zugang von Fachpersonal gewährleistet bleiben.
Versorgungssicherheit ist somit eine Aufgabe der gesamten Wertschöpfungskette. Eine krisenfeste Ernährungswirtschaft setzt zudem dauerhaft vorhandene Produktions-, Verarbeitungs- und Logistikkapazitäten voraus. Strukturen, die im Normalbetrieb verloren gehen, können in einer Krise nicht kurzfristig wieder aufgebaut werden. Der Erhalt einer leistungsfähigen, regional breit aufgestellten Nutztierhaltung ist deshalb selbst Bestandteil einer resilienten Ernährungswirtschaft.
Krisenvorsorge muss vorbereitet sein, bevor die Krise eintritt
Aus Sicht des BRS sind abgestimmte Strukturen entlang der gesamten Lebensmittelkette erforderlich. Dazu gehören branchenspezifische Krisenchecklisten und Muster-Notfallpläne, klare Zuständigkeiten, belastbare Kommunikationswege sowie die frühzeitige Identifikation kritischer Schnittstellen und regulatorischer Hemmnisse. Wo bestehende Vorgaben im Krisenfall die Versorgung der Tiere oder wichtige Abläufe gefährden könnten, müssen schnell und rechtssicher befristete und behördlich kontrollierte Lösungen aktiviert werden können. Das kann beispielsweise Transport-, Melde- oder Dokumentationsvorgaben betreffen.
"Eine Krise ist nicht der Zeitpunkt, um Zuständigkeiten, Kommunikationswege und Notfallmaßnahmen erstmals zu klären. Entscheidend ist, vorher zu wissen, welche Prozesse unverzichtbar sind, wo kritische Abhängigkeiten bestehen und wie die Versorgung aufrechterhalten werden kann", zeigt sich Stephan Schneider überzeugt.
Krisenvorsorge ist eine gemeinsame Aufgabe von Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft und Staat. Bund, Länder und Behörden tragen Verantwortung dafür, kritische Abhängigkeiten frühzeitig zu erkennen, notwendige Rahmenbedingungen zu schaffen und wichtige Infrastrukturen und Versorgungsketten auch unter Krisenbedingungen handlungsfähig zu halten. Der BRS setzt sich deshalb dafür ein, die Krisenvorsorge gemeinsam mit Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft, Behörden und weiteren Akteuren praxisnah weiterzuentwickeln. Ziel muss es sein, dass Vorsorgekonzepte nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern im Ernstfall tatsächlich funktionieren.
Pressekontakt:
Martina Wutke
Bundesverband Rind und Schwein e.V. (BRS)
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