SCHIPKAU (dpa-AFX) - Das mit 365 Metern höchste Windrad der Welt in der Lausitz in Südbrandenburg soll künftig in einem kleinen Windpark getestet und in den Markt gebracht werden. "Das, was wir gelernt haben, soll als Nächstes in einem kleinen Pilotwindpark, 3 bis 5 Anlagen, umgesetzt werden, wo wir dann den Schritt der Wirtschaftlichkeit, der Markteinführung gehen", sagte der Gründer und Leiter des Dresdner Unternehmens Gicon, Jochen Großmann, neben dem Höhenwindturm in Schipkau.
Gicon peilt nächste Etappe mit 100 Anlagen an
In einem weiteren Schritt sollen ihm zufolge später 100 Anlagen in Deutschland entstehen. Ziel ist es, die Wirtschaftlichkeit solcher XXL-Anlagen zu beweisen und damit bestehende Windparks nachzurüsten.
25 Millionen Euro Baukosten
Der Höhenwindturm ist samt Rotorblättern 365 Meter hoch und wurde als Forschungsanlage mit Hilfe des Bundes für Baukosten von 25 Millionen Euro errichtet. Die 3,8 Megawatt-Anlage erreichte vor Tagen ihre endgültige Höhe. Nach Abschluss der letzten Arbeiten soll sie im November den Betrieb aufnehmen, wie das Unternehmen ankündigte.
Auch laut Bundesverband Windenergie steht nirgends sonst eine höhere Windkraftanlage. "China, alle haben versucht, in diese Höhe zu kommen, und wir haben es geschafft", sagte Großmann.
"Anlagen in die Welt bringen"
Die Gicon Gruppe mit Hauptsitz in Dresden baute den Windturm im Auftrag der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND). Der Projektmanager von Sprind, Julian Keil, sprach von einem "Ausblick, weitere 1.000 bis 2.000 Anlagen nun in die Welt zu bringen".
Unternehmer Großmann sagte: "Wenn Sie es für größenwahnsinnig halten, wir haben alleine die vorhandenen Windparks in Deutschland gescreent. In die vorhandenen Windparks können wir unter Beachtung aller Randbedingungen 4.000 Anlagen nachrüsten." Es gebe inzwischen auch Anfragen aus anderen Ländern. "Und jetzt müssen wir einfach den Mut haben, die Kraft zusammenlegen, um letztendlich hier auch mal eine Entwicklung in die Welt zu tragen."
Gicon verspricht doppelten Ertrag
Der riesige Windturm kann laut Gicon den doppelten Energieertrag einer konventionellen Windenergieanlage erzielen. Da sie in bestehenden Windparks errichtet werden können, brauche es auch keine neuen Flächen.
Der erste Höhenwindturm dieser Art speist künftig Strom ein. Die Anlage ist nach Unternehmensangaben für 20 Jahre Haltbarkeit gebaut./mow/DP/nas
