Köln (ots) -
ARD-DeutschlandTREND: Wenig Vertrauen in Regierung mit Blick auf Sicherung der Sozialsysteme
Wenn Sie Deutschland einmal mit anderen Ländern vergleichen, die Sie kennen: Was läuft in Deutschland eher gut? Bei dieser offenen Abfrage steht der Sozialstaat, die soziale Sicherung bzw. Sozialleistungen an oberster Stelle mit 17 Prozent der Nennungen. Das hat eine repräsentative Umfrage von infratest dimap unter 1.303 Wahlberechtigten für den ARD-DeutschlandTREND von Montag bis Mittwoch dieser Woche ergeben. An zweiter Stelle folgt das Gesundheitswesen und die medizinische Versorgung (14 Prozent). Danach folgt das Themenfeld Demokratie, Freiheit, Rechtsstaat (9 Prozent), im Anschluss Wirtschaft, Kaufkraft, Wohlstand (5 Prozent) sowie Sicherheit, niedrige Kriminalität, Frieden im Inland (3 Prozent) und Bildung und Ausbildung (3 Prozent).
Gleichzeitig sorgen aktuelle Herausforderungen und Krisen weiter für eine deutliche Verunsicherung in der Bevölkerung. Die bestehenden Verhältnisse in Deutschland geben gegenwärtig 12 Prozent (-1 im Vgl. zu Januar) Anlass zur Zuversicht, während 86 Prozent (+2) Grund zur Beunruhigung sehen. Dass die politischen Parteien auf zentrale politische Fragen keine gemeinsamen Antworten finden - darüber sind 84 Prozent sehr besorgt oder besorgt (+5 im Vgl. zu November 2025). Zwei Drittel (66 Prozent) sind besorgt, dass die Menschen die Kontrolle über Künstliche Intelligenz verlieren könnten, ebenso viele über die Folgen der Politik von US-Präsident Trump für Deutschland. Sechs von zehn (60 Prozent, -6 im Vgl. zu Juli 2026) bewegt der Klimawandel, 54 Prozent (-1 im Vgl. zu März 2026) die Sorge, dass Russland weitere Länder in Europa angreifen könnte. Etwa jeder zweite Bundesbürger (51 Prozent, +2 im Vgl. zu September 2025) fürchtet, seinen Lebensstandard künftig nicht halten zu können. Weitere 46 Prozent (-5 im Vgl. zu Juli 2026) äußern die Sorge, dass zu viele Fremde nach Deutschland kommen.
Intensiv wurde zuletzt über Reformen der sozialen Sicherungssysteme debattiert. Aktuell trauen 17 Prozent der Bundesregierung zu, die sozialen Sicherungssysteme zukunftssicher zu machen; 79 Prozent sehen das anders. Jeder Zweite (50 Prozent) signalisiert, Einschnitte hinzunehmen, wenn deren Notwendigkeit verständlich erklärt wird. Weitere 61 Prozent meinen, Einschnitte sollten nach der finanziellen Situation gestaffelt sein, auch wenn Einzelne dadurch stärker belastet werden. Rund drei Viertel (77 Prozent) geben an, immer mehr Belastungen zu spüren, obwohl die Bundesregierung Entlastungen versprochen habe.
Mit Blick auf die Reform der Sozialsysteme in Deutschland ist das Meinungsbild geteilt: Wenn sie sich entscheiden müssten, würden 41 Prozent eher höhere Beiträge in Kauf nehmen, während sich 37 Prozent für die Kürzungen der Leistungen aussprechen. Jeweils 61 Prozent der Anhänger von Grünen und Linken sprechen sich für höhere Beiträge aus. Unter den SPD-Anhängern votieren 48 Prozent für höhere Beiträge, 37 Prozent für Kürzungen der Leistungen. Unter den Unions-Anhängern favorisieren 41 Prozent höhere Beiträge und 51 Prozent weniger Leistungen. Bei den AfD-Anhängern sprechen sich 26 Prozent für höhere Beiträge aus und 44 Prozent für eine Kürzung der Leistungen.
Befragungsdaten
- Grundgesamtheit: Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland
- Fallzahl: 1.303 Befragte
- Erhebungszeitraum: 28. September bis 30. September 2026
- Erhebungsverfahren: Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung
- Schwankungsbreite: 2* bis 3** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 10% ** bei einem Anteilswert von 50%
Die Fragen im Wortlaut:
- Wenn Sie Deutschland einmal mit anderen Ländern vergleichen, die Sie kennen: Was läuft in Deutschland eher gut?
- Finden Sie, dass die Verhältnisse derzeit in Deutschland eher Anlass zur Zuversicht oder eher Anlass zur Beunruhigung geben?
- Machen Sie sich sehr große Sorgen, große Sorgen, wenig Sorgen oder gar keine Sorgen, ...?
[random]
1. dass zu viele Fremde nach Deutschland kommen
2. dass der Klimawandel unsere Lebensgrundlagen zerstört
3. dass Russland weitere Länder in Europa angreift
4. dass Sie Ihren Lebensstandard künftig nicht mehr halten können
5. dass die Parteien in Deutschland auf drängende politische Fragen keine gemeinsamen Antworten finden
6. über die Folgen der Politik von US-Präsident Donald Trump für Deutschland
7. dass die Menschen die Kontrolle über Künstliche Intelligenz verlieren
- Im Folgenden geht es um die angestoßenen Reformen bei Rente und Gesundheit. Bitte geben Sie an, ob sie den jeweiligen Aussagen eher zustimmen oder eher nicht.
[random]
1. Ich spüre immer mehr Belastungen, obwohl die Bundesregierung doch Entlastung versprochen hat.
2. Ich traue es der Bundesregierung zu, die sozialen Sicherungssysteme zukunftssicher zu machen.
3. Ich wäre eher bereit, persönliche Einschnitte hinzunehmen, wenn die Bundesregierung die Notwendigkeit hierfür verständlich erklären würde.
4. Einschnitte sollten nach der finanziellen Situation gestaffelt werden, auch wenn Einzelne dadurch stärker belastet werden.
- Wenn Sie an eine Reform der Sozialsysteme in Deutschland denken und sich entscheiden müssten: Wären Ihnen eher höhere Beiträge oder eher Leistungskürzungen lieber?
Besuchen Sie auch die WDR-Presselounge: presse.WDR.de
Pressekontakt:
WDR Kommunikation
Tel. 0221 220 7100
kommunikation@wdr.de
Original-Content von: ARD Das Erste, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/6694/6363329
ARD-DeutschlandTREND: Wenig Vertrauen in Regierung mit Blick auf Sicherung der Sozialsysteme
Wenn Sie Deutschland einmal mit anderen Ländern vergleichen, die Sie kennen: Was läuft in Deutschland eher gut? Bei dieser offenen Abfrage steht der Sozialstaat, die soziale Sicherung bzw. Sozialleistungen an oberster Stelle mit 17 Prozent der Nennungen. Das hat eine repräsentative Umfrage von infratest dimap unter 1.303 Wahlberechtigten für den ARD-DeutschlandTREND von Montag bis Mittwoch dieser Woche ergeben. An zweiter Stelle folgt das Gesundheitswesen und die medizinische Versorgung (14 Prozent). Danach folgt das Themenfeld Demokratie, Freiheit, Rechtsstaat (9 Prozent), im Anschluss Wirtschaft, Kaufkraft, Wohlstand (5 Prozent) sowie Sicherheit, niedrige Kriminalität, Frieden im Inland (3 Prozent) und Bildung und Ausbildung (3 Prozent).
Gleichzeitig sorgen aktuelle Herausforderungen und Krisen weiter für eine deutliche Verunsicherung in der Bevölkerung. Die bestehenden Verhältnisse in Deutschland geben gegenwärtig 12 Prozent (-1 im Vgl. zu Januar) Anlass zur Zuversicht, während 86 Prozent (+2) Grund zur Beunruhigung sehen. Dass die politischen Parteien auf zentrale politische Fragen keine gemeinsamen Antworten finden - darüber sind 84 Prozent sehr besorgt oder besorgt (+5 im Vgl. zu November 2025). Zwei Drittel (66 Prozent) sind besorgt, dass die Menschen die Kontrolle über Künstliche Intelligenz verlieren könnten, ebenso viele über die Folgen der Politik von US-Präsident Trump für Deutschland. Sechs von zehn (60 Prozent, -6 im Vgl. zu Juli 2026) bewegt der Klimawandel, 54 Prozent (-1 im Vgl. zu März 2026) die Sorge, dass Russland weitere Länder in Europa angreifen könnte. Etwa jeder zweite Bundesbürger (51 Prozent, +2 im Vgl. zu September 2025) fürchtet, seinen Lebensstandard künftig nicht halten zu können. Weitere 46 Prozent (-5 im Vgl. zu Juli 2026) äußern die Sorge, dass zu viele Fremde nach Deutschland kommen.
Intensiv wurde zuletzt über Reformen der sozialen Sicherungssysteme debattiert. Aktuell trauen 17 Prozent der Bundesregierung zu, die sozialen Sicherungssysteme zukunftssicher zu machen; 79 Prozent sehen das anders. Jeder Zweite (50 Prozent) signalisiert, Einschnitte hinzunehmen, wenn deren Notwendigkeit verständlich erklärt wird. Weitere 61 Prozent meinen, Einschnitte sollten nach der finanziellen Situation gestaffelt sein, auch wenn Einzelne dadurch stärker belastet werden. Rund drei Viertel (77 Prozent) geben an, immer mehr Belastungen zu spüren, obwohl die Bundesregierung Entlastungen versprochen habe.
Mit Blick auf die Reform der Sozialsysteme in Deutschland ist das Meinungsbild geteilt: Wenn sie sich entscheiden müssten, würden 41 Prozent eher höhere Beiträge in Kauf nehmen, während sich 37 Prozent für die Kürzungen der Leistungen aussprechen. Jeweils 61 Prozent der Anhänger von Grünen und Linken sprechen sich für höhere Beiträge aus. Unter den SPD-Anhängern votieren 48 Prozent für höhere Beiträge, 37 Prozent für Kürzungen der Leistungen. Unter den Unions-Anhängern favorisieren 41 Prozent höhere Beiträge und 51 Prozent weniger Leistungen. Bei den AfD-Anhängern sprechen sich 26 Prozent für höhere Beiträge aus und 44 Prozent für eine Kürzung der Leistungen.
Befragungsdaten
- Grundgesamtheit: Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland
- Fallzahl: 1.303 Befragte
- Erhebungszeitraum: 28. September bis 30. September 2026
- Erhebungsverfahren: Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung
- Schwankungsbreite: 2* bis 3** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 10% ** bei einem Anteilswert von 50%
Die Fragen im Wortlaut:
- Wenn Sie Deutschland einmal mit anderen Ländern vergleichen, die Sie kennen: Was läuft in Deutschland eher gut?
- Finden Sie, dass die Verhältnisse derzeit in Deutschland eher Anlass zur Zuversicht oder eher Anlass zur Beunruhigung geben?
- Machen Sie sich sehr große Sorgen, große Sorgen, wenig Sorgen oder gar keine Sorgen, ...?
[random]
1. dass zu viele Fremde nach Deutschland kommen
2. dass der Klimawandel unsere Lebensgrundlagen zerstört
3. dass Russland weitere Länder in Europa angreift
4. dass Sie Ihren Lebensstandard künftig nicht mehr halten können
5. dass die Parteien in Deutschland auf drängende politische Fragen keine gemeinsamen Antworten finden
6. über die Folgen der Politik von US-Präsident Donald Trump für Deutschland
7. dass die Menschen die Kontrolle über Künstliche Intelligenz verlieren
- Im Folgenden geht es um die angestoßenen Reformen bei Rente und Gesundheit. Bitte geben Sie an, ob sie den jeweiligen Aussagen eher zustimmen oder eher nicht.
[random]
1. Ich spüre immer mehr Belastungen, obwohl die Bundesregierung doch Entlastung versprochen hat.
2. Ich traue es der Bundesregierung zu, die sozialen Sicherungssysteme zukunftssicher zu machen.
3. Ich wäre eher bereit, persönliche Einschnitte hinzunehmen, wenn die Bundesregierung die Notwendigkeit hierfür verständlich erklären würde.
4. Einschnitte sollten nach der finanziellen Situation gestaffelt werden, auch wenn Einzelne dadurch stärker belastet werden.
- Wenn Sie an eine Reform der Sozialsysteme in Deutschland denken und sich entscheiden müssten: Wären Ihnen eher höhere Beiträge oder eher Leistungskürzungen lieber?
Besuchen Sie auch die WDR-Presselounge: presse.WDR.de
Pressekontakt:
WDR Kommunikation
Tel. 0221 220 7100
kommunikation@wdr.de
Original-Content von: ARD Das Erste, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/6694/6363329
© 2026 news aktuell
