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MÄRKTE EUROPA/Schwach - US-Daten verschärfen Inflationsangst

DJ MÄRKTE EUROPA/Schwach - US-Daten verschärfen Inflationsangst

DOW JONES--Mit einem deutlichen Minus haben sich die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag aus dem Handel verabschiedet. Wie bereits an den Vortagen belasteten Inflationssorgen, steigende Anleiherenditen und die Ölpreise. Vor allem die Renditen langfristiger US-Anleihen standen im Blick, mit 5,34 Prozent erreichte die 10-jährige US-Staatsanleihe neue Dekadenhochs. Treiber ist weiter der Mix aus Inflationsdruck, Staatsverschuldung und zu hoher Kapitalnachfrage für KI-Investitionen. Dazu gesellten sich nun neue US-Wirtschaftsdaten, die eine brummende Konjunktur mit steigenden Preisen zeigten. Weitere Zinserhöhungen wären also notwendig.

Der DAX verlor 1,0 Prozent auf 24.939 Punkte, der Euro-Stoxx-50 gab um 1,5 Prozent nach auf 6.175 Punkte. Unter Druck standen vor allem die zinsempfindlichen Sektoren wie Banken und Immobilienwerte.

Für negative Stimmung an der Börse sorgte eine neue Welle starker US-Konjunkturdaten. Die Sorgen sind hoch, dass auch der monatliche Arbeitsmarktbericht am Freitag deutlich stärker als bisher erwartet ausfällt. Denn bereits der ADP-Report hatte gezeigt, dass US-Gehälter bei einem Jobwechsel um 7,3 Prozent gestiegen sind.

Dazu zeigte nun der Challenger-Report einen Rückgang der Entlassungen in den USA um 39 Prozent gegenüber Vorjahr. Und der ISM-Index der Industrie wies neben einer starken Job-Komponente auch noch einen gewaltigen Preisanstieg auf 77,9 nach 71,1 Indexpunkten gegenüber dem Vormonat auf. "Beschäftigung, Neue Aufträge und vor allem der Preisanstieg nehmen zu - und dass noch stärker als erwartet", sagte ein Händler. Die US-Notenbank müsse nun dringend die Leitzinsen erhöhen.

Bremsend wirkten nur noch politische Faktoren: Eine Zinserhöhung auf der Fed-Sitzung nur eine Woche vor den US-Zwischenwahlen würde wie politische Einflussnahme aussehen. Der Anleihemarkt laufe daher der Notenbank voraus und preise für die Zeit danach bis zu vier Zinsschritte ein.

Auch der Brent-Ölpreis weckte Inflationssorgen mit 3,8 Prozent Anstieg auf 101,71 Dollar. Durch den Kontraktwechsel auf den Liefertermin Dezember wirken die Preisnotierungen nur optisch günstiger, eine Entspannung der Lage signalisieren sie nicht.

Mit Kursgewinnen von 7,4 Prozent setzen sich die Titel von Capgemini in Paris an die Spitze der Gewinner im Stoxx-600-Index. Das französische Beratungsunternehmen folgte damit den überraschend starken Zahlen von Accenture. "Das verdrängt die diffusen Ängste über Umsatzausfälle durch KI-Konkurrenz", sagte ein Händler.

Bei der britischen Werbeagentur-Holding WPP wurde mit 1,8 Prozent Plus die Wiederaufnahme in den FTSE-100-Index gefeiert, denn der Index selbst büßte 1,7 Prozent ein.

Die Aktien des Autozulieferers Continental gewannen 0,4 Prozent. Das Analystentreffen vom Vorabend kam gut an, die Marge im Reifen-Geschäft wird von Berenberg und Citigroup um 14,5 Prozent erwartet.

Adidas verloren 1,8 Prozent. Hier wurde mit Spannung auf die Zahlen von US-Konkurrent Nike nach US-Börsenschluss geblickt, vor allem deren Absatzentwicklung in Asien.

Kräftige Gewinnmitnahmen gab es bei den Online-Apotheken. Zum Wochenbeginn hatte es einen kräftigen Kurssprung dank der erhöhten Prognose von Redcare gegeben. Nun ging es bei Redcare und Mitbewerber Docmorris um bis zu 6,3 Prozent nach unten.

Uneinheitliche Vorzeichen zeigten die Rüstungs- und Luftfahrt-Aktien in ganz Europa. Während Renk um 2,7 Prozent nachgaben, stiegen Hensoldt um 0,9 Prozent. Für die Bewegungen war eine Analyse der Bank of America verantwortlich. Unter dem Strich sieht sie Hersteller von Elektronik als Gewinner, während das Thema Wiederauffüllung von Lagern und Munitionsbeständen eingepreist sein dürfte.

Sanofi kletterten gegen den Markt um 0,6 Prozent. Hier kam der Deal mit Regeneron zur Vermarktung von Immunologie-Medikamenten gut an. Sanofi werde Regeneron eine Vorauszahlung von 1 Milliarde US-Dollar und bis zu 7 Milliarden US-Dollar bei Erreichen bestimmter Meilensteine zahlen, um Zugang zu vier neuen Medikamenten zu erhalten, so JP Morgan.

=== 
Index        Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) 
Euro-Stoxx-50     6.175       -1,5          +8,3 
Stoxx-50        5.261       -1,2          +8,2 
DAX          24.939       -1,0          +2,9 
FTSE-100 London    10.428       -1,7          +6,8 
CAC-40 Paris      7.835       -1,6          -2,3 
AEX Amsterdam     1.103       -1,1         +17,2 
BEL-20 Brüssel     5.509       -1,7         +10,4 
IBEX-35 Madrid    19.005       -2,2         +12,2 
FTSE-MIB Mailand   51.372       -2,2         +14,3 
SMI Zürich      13.623       -1,5          +4,2 
* gerundet 
 
DEVISEN         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17:08 Uhr 
EUR/USD          1,1230  -0,9  -0,0098     1,1328     1,1352 
EUR/JPY          177,06  -0,7  -1,2600     178,32    178,4300 
EUR/CHF          0,9337  -1,4  -0,0129     0,9466     0,9480 
EUR/GBP          0,8512  -0,3  -0,0026     0,8538     0,8550 
USD/JPY          157,65  +0,2  0,2600     157,39    157,1700 
GBP/USD          1,3188  -0,6  -0,0077     1,3265     1,3275 
USD/CNY          6,7045  +0,0  0,0015     6,7045     6,7045 
USD/CNH          6,7188  +0,2  0,0102     6,7086     6,7087 
AUS/USD          0,6908  -0,5  -0,0035     0,6943     0,6953 
Bitcoin/USD      84.142,93  +0,6  516,03    83.626,90   83.843,64 
 
ROHÖL          zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         92,72  +2,5   2,30      90,42 
Brent/ICE         101,71  +3,8   3,68      98,03 
 
Metalle         zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.167,39  +0,3   11,40    4.155,99 
Silber           60,58  +0,3   0,17      60,41 
Platin         1.700,01  -0,4   -6,24    1.706,25 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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October 01, 2026 12:05 ET (16:05 GMT)

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