DJ AfD rückt von Forderung nach sofortigem Euro-Austritt ab - Zeitung
DOW JONES--Die Europapolitiker der AfD rücken von der früheren Forderung nach einem unmittelbaren deutschen Austritt aus dem Eurosystem ab und setzen stattdessen auf einen grundlegenden Umbau von EU und Währungsunion. Das berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf ein neues AfD-Strategiepapier. Darin werbe die AfD für eine Neuordnung der EU zu einem "Bund souveräner Nationen" und für umfassende Reformen der Gemeinschaftswährung.
In dem Papier setze die AfD zunächst auf eine grundlegende Reform von EU und Euro. Scheiterten diese Bemühungen, müsse die Bevölkerung über den "künftigen europäischen und währungspolitischen Weg Deutschlands" entscheiden. Das Papier sei am 29. September bei einem Treffen von Abgeordneten aus Europaparlament, Bundestag und Landtagen beraten worden. Die Währungsunion habe "faktisch zu einer Schulden- und Haftungsunion durch die Hintertür geführt".
Gefordert werden unter anderem ein Ende der "indirekten EZB-Staatsfinanzierung", der Ausgleich der Target-Salden sowie eine Insolvenzordnung für Mitgliedstaaten. Ziel sei es, den Euro "auf ein tragfähiges Fundament aus Eigenverantwortung und Haftung zu stellen".
Außerdem werbe die Partei für eine deutliche Rückverlagerung von Zuständigkeiten auf die Nationalstaaten. Die EU solle sich vor allem auf den "wirksamen Schutz der europäischen Außengrenzen, den gemeinsamen Binnenmarkt, die grenzüberschreitende Bekämpfung von Kriminalität sowie die Zusammenarbeit und Koordination in Fragen der Sicherheitspolitik" konzentrieren.
Es sollten nationale Ausnahmeregelungen, sogenannte Opt-outs, etwa in Migrations-, Sozial- und Finanzpolitik geschaffen, und die Direktwahl des Europäischen Parlaments abgeschafft werden. "Wir zeigen mit dem Positionspapier, dass wir eine europafreundliche Partei sind. Wir wollen mit unseren Nachbarn zusammenarbeiten", sagte René Aust, Präsident der ESN-Fraktion, deren Teil die AfD im EU-Parlament ist.
Kontakt: redaktion.de@dowjones.com
DJG/hab/uxd
(END) Dow Jones Newswires
October 05, 2026 01:44 ET (05:44 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
