Bei B+S Banksysteme steht weniger rasantes Wachstum als vielmehr die Kombination aus planbaren Erlösen, hoher Profitabilität und einer starken Bilanz im Vordergrund. Genau diese Eigenschaften machen die Aktie zu einem klassischen Value-Titel - zumal die Marktkapitalisierung mit lediglich rund 12,5 Mio. Euro weiterhin niedrig ausfällt.
Ein Blick auf die Bilanz verdeutlicht das. Zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 verfügte B+S über fast 5 Mio. Euro liquide Mittel. Gleichzeitig erreichte die Eigenkapitalquote 59,8 Prozent. Klassische Bankverbindlichkeiten gibt es nicht, lediglich für die eigene Immobilie besteht eine Finanzierung. Damit ist ein beträchtlicher Teil des Börsenwerts durch Liquidität unterlegt, während das operative Geschäft zuverlässig positive Cashflows erwirtschaftet.
Dessen Stabilität beruht insbesondere auf dem stetig wachsenden Anteil wiederkehrender Einnahmen. Die Erlöse aus Wartung und Hosting erhöhten sich im letzten Geschäftsjahr von 6,71 auf 7,26 Mio. Euro und steuern inzwischen mehr als die Hälfte zum Gesamtumsatz bei. Für einen spezialisierten Anbieter von Bankensoftware schafft das eine hohe Planbarkeit und reduziert die Abhängigkeit vom schwankungsanfälligeren Projektgeschäft.
Das abgelaufene Geschäftsjahr brachte dennoch keinen neuen Gewinnrekord. Zwar erhöhte B+S den Umsatz um 5,1 Prozent auf 13,24 Mio. Euro, beim EBIT ging es nach dem außergewöhnlich starken Vorjahr aber von 1,88 auf 1,60 Mio. Euro zurück. Mit einer EBIT-Marge von gut 12 Prozent bleibt die Profitabilität trotzdem auf einem hohen Niveau. Unter dem Strich verdiente der Konzern 1,20 Mio. Euro beziehungsweise 0,19 Euro je Aktie.
Für 2026/27 fällt die Prognose gewohnt konservativ aus. Konkret stellt der Vorstand einen leichten Rückgang von Umsatz und Ergebnis in Aussicht, wobei das Unternehmen seine Ziele in den letzten Jahren immer wieder übertroffen hat. Insofern dürfte es sich bei der Prognose eher um eine vorsichtige Untergrenze dessen handeln, was sich B+S für das neue Geschäftsjahr zutraut.
Damit bleibt die Investmentstory weitgehend unverändert: B+S wächst nicht spektakulär, verfügt aber über ein stabiles und profitables Softwaregeschäft, steigende wiederkehrende Erlöse und eine sehr solide Bilanz. Bei einem Gewinn je Aktie von 0,19 Euro und einer Marktkapitalisierung von nur rund 12,5 Mio. Euro enthält die Bewertung zudem wenig Vorschusslorbeeren. Gerade für Value-Anleger bleibt das eine interessante Kombination.
(aktien-global.de, erstellt 05.10.26, 08:28 Uhr, veröffentlicht 05.10.26, 08:36 Uhr, bitte beachten Sie unseren Disclaimer zu potenziellen Interessenkonflikten: https://www.aktien-global.de/impressum/)
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