DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.
Ifo: Geschäftsklima Autoindustrie stark verschlechtert
Der Geschäftsklimaindex in der Automobilindustrie hat sich stark verschlechtert. Der Branchenindikator lag im September bei minus 35,0 Punkten, im Vergleich zu minus 22,0 Punkten im August. wie das Ifo-Institut mitteilte. Die Unternehmen bewerteten ihre Geschäftslage deutlich schlechter als im August und sogar noch schlechter als im Juni bzw. Juli, als sie einen bisherigen Tiefstand des Jahres 2026 erreichte. Die Geschäftserwartungen waren schon im August drastisch gesunken und verharrten im September auf tiefem Niveau. "Die Automobilindustrie steckt weiterhin in der Krise", sagte Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl.
Opec+ hält Ölförderung im November stabil
Wichtige Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder und ihrer Verbündeten (Opec+) haben sich darauf verständigt, die Ölförderung im November stabil zu halten. Die Sicherheitsrisiken im Nahen Osten blieben hoch, obwohl es Anzeichen dafür gebe, dass die regionalen Rohölexporte wieder nahezu das Niveau von vor dem Krieg erreicht hätten, heißt es. Der Iran-Krieg hat die globalen Ölströme über wichtige Schifffahrtsrouten seit Monaten gestört, was die Fähigkeit der erweiterten Allianz einschränkt, dem Markt zusätzliches Öl zuzuführen und das Angebotsgleichgewicht zu beeinflussen. Zudem fördern die meisten Mitglieder weiterhin unter ihren offiziellen Produktionszielen.
Nagel: Deutsche Wirtschaft könnte 2026 um 1 Prozent wachsen
Das Wirtschaftswachstum in Deutschland könnte nach Aussage von Bundesbankpräsident Joachim Nagel im laufenden Jahr stärker ausfallen als von der Bundesbank bisher offiziell prognostiziert. "Es könnte gut sein, dass wir im Jahresdurchschnitt ein reales Wirtschaftswachstum um 1 Prozent sehen werden", sagte er laut veröffentlichtem Redetext in Rostock. Nach drei Jahren Stillstand wäre das "ein kleines Ausrufezeichen". Im Rahmen ihrer jüngsten gesamtwirtschaftlichen Prognose hatte die Bundesbank im Juni für 2026 ein Wachstum von 0,5 Prozent vorausgesagt. Die nächste dieser Prognosen steht im Dezember an.
AfD rückt von Forderung nach sofortigem Euro-Austritt ab - Zeitung
Die Europapolitiker der AfD rücken von der früheren Forderung nach einem unmittelbaren deutschen Austritt aus dem Eurosystem ab und setzen stattdessen auf einen grundlegenden Umbau von EU und Währungsunion. Das berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf ein neues AfD-Strategiepapier. Darin werbe die AfD für eine Neuordnung der EU zu einem "Bund souveräner Nationen" und für umfassende Reformen der Gemeinschaftswährung. In dem Papier setze die AfD zunächst auf eine grundlegende Reform von EU und Euro. Scheiterten diese Bemühungen, müsse die Bevölkerung über den "künftigen europäischen und währungspolitischen Weg Deutschlands" entscheiden. Das Papier sei am 29. September bei einem Treffen von Abgeordneten aus Europaparlament, Bundestag und Landtagen beraten worden. Die Währungsunion habe "faktisch zu einer Schulden- und Haftungsunion durch die Hintertür geführt".
Fed/Hammack: Unternehmen könnten "Inflationsmentalität" entwickeln
Die Präsidentin der Federal Reserve von Cleveland, Beth Hammack, hat davor gewarnt, dass Unternehmen bei anhaltend hoher Teuerung eine "Inflationsmentatlität" entwickeln könnten. In einem Interview mit PBS NewsHour nannte sie als Beispiel einen Einzelhändler in ihrem Distrikt, der begonnen habe, die Preise stärker als die aktuellen Kostensteigerungen im Einkauf anzuheben, weil er damit rechne, dass es letztendlich zu weiteren Inflationsschocks kommen werde. "Sie wissen, dass noch mehr Inflation kommen wird, sie wissen nur nicht, woher", sagte sie. "Und sie wollen ihre Margen halten."
Justizministerium schließt Wiederaufnahme der Ermittlungen gegen Powell aus
Das US-Justizminister wird seine strafrechtlichen Ermittlungen gegen den ehemaligen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell bezüglich der Renovierung des Hauptsitzes der Notenbank nach Aussage von Justizminister Todd Blanche nicht wieder aufnehmen werde. "Wir nehmen keine strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn wieder auf", sagte Blanche in einem Interview mit Bloomberg News. Er sei mit dem Bericht zufrieden, aber Powell habe die Renovierung nicht angemessen beaufsichtigt. Blanche sagte, das Ministerium könne ermitteln, falls sich aus einer unabhängigen Prüfung der Baukosten, die die Fed nach eigenen Angaben in Auftrag geben werde, Hinweise auf strafrechtliches Fehlverhalten ergäben.
KI-Sondergremium soll über Risiken der Technologie berichten
Ein neues Sondergremium des Weißen Hauses hat 120 Tage Zeit, um einen Bericht über die Risiken und Chancen der künstlichen Intelligenz zu erstellen und Entscheidungen darüber zu erarbeiten, welche Verantwortung die US-Regierung für die sich rasch entwickelnde Technologie trägt. Dies erklärte der Leiter der neuen Gruppe. "Der Präsident hat darum gebeten, ein Gremium zusammenzustellen, das genau das sicherstellt, was er gesagt hat: dass wir bei der Superintelligenz führend bleiben und dass die Interessen der amerikanischen Bevölkerung an erster Stelle stehen", sagte Jay Clayton, der das Büro des Direktors der nationalen Nachrichtendienste leitet und auch den Vorsitz der "Super Intelligence Force" (SI) übernehmen wird.
Scope stuft Portugal auf A+ hoch
Scope hat Portugals Kreditwürdigkeit auf A+ von A angehoben. Der Ausblick ist stabil. Auch die Kurzfristratings für die unbesicherte Schuldenaufnahme in Eigen- und Fremdwährung wurden auf diese Note angehoben. Scope begründete die Entscheidungen mit dem anhaltenden Rückgang der Schuldenquote, einem stabilen Wirtschaftswachstum und der Verbesserung der Außenposition Portugals. Das Land habe drei Jahre in Folge Haushaltsüberschüsse erzielt. 2025 habe die Schuldenquote nur noch bei 89,2 Prozent gelegen - 45 Prozentpunkte unterhalb des 2020 erreichten Höchstwerts.
ICC-Chef warnt vor globaler Nahrungsmittelkrise
Störungen auf einer lebenswichtigen Schifffahrtsroute im Nahen Osten haben bereits einen Energieschock ausgelöst. Nun braue sich eine globale Krise der Ernährungssicherheit zusammen, warnt der Generalsekretär der Internationalen Handelskammer (ICC). Der monatelange Konflikt zwischen dem Iran und den USA habe den Warenfluss durch die Straße von Hormus eingeschränkt. Auf diese Wasserstraße seien viele Länder für den Import wichtiger Betriebsmittel wie Düngemittel und Erdgas angewiesen. Der Fokus habe bisher auf dem daraus resultierenden Anstieg der Ölpreise gelegen. Die Welt sollte jedoch vielmehr auf potenzielle Nahrungsmittelengpässe achten, sagte ICC-Generalsekretär John Denton.
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October 05, 2026 03:00 ET (07:00 GMT)
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