Freiburg/Gaza-Stadt (ots) -
Aufmerksamkeit für humanitäre Lage in Gaza schwindet - es fehlt am Nötigsten: Sauberes Trinkwasser, Lebensmittel, Unterkünfte - Israelische Regierung muss Hilfslieferungen gewährleisten und das Völkerrecht achten - Internationale Gemeinschaft muss Hilfen ausreichend finanzieren - Caritas bittet um Spenden.
Fast ein Jahr nach dem Waffenstillstand vom 10. Oktober 2025 und drei Jahre nach dem Überfall der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ist die humanitäre Situation im Gazastreifen nach wie vor dramatisch. "Die Versorgungslage der Menschen ist auch nach einem Jahr relativer Waffenruhe immer noch katastrophal und ohne Perspektiven", bilanziert Oliver Müller, Leiter von Caritas international und Vorstand Internationales, Migration und Katastrophenhilfe des Deutschen Caritasverbandes. "Wenn die Hilfslieferungen und deren Finanzierung nicht spürbar gesteigert werden, sehen die Menschen im Gazastreifen einem bitteren Winter entgegen."
Nach wie vor fehlt es an den nötigsten Dingen. Sauberes Trinkwasser, Lebensmittel und andere Güter des alltäglichen Gebrauchs sind für die 2,1 Millionen hilfsbedürftigen Palästinenser_innen in Gaza nicht in ausreichenden Mengen verfügbar. "Die Einfuhr von Gütern bleibt unberechenbar. Immer wieder werden die Trucks an den Grenzübergängen zurückgewiesen, ohne dass die Gründe hierfür transparent nachvollziehbar sind", kritisiert Müller. Laut Vereinten Nationen wird am ägyptischen Grenzübergang Rafah nur jeder zweite LKW durchgelassen. "Die Caritas und ihre Partner konnten trotz der schwierigen Rahmenbedingungen und zahlreichen Zugangshürden innerhalb von zehn Monaten mehr als 760 LKW in den Gazastreifen bringen. Die israelische Regierung trägt als kontrollierende Macht an den Grenzübergängen eine besondere Verantwortung dafür, dass humanitäre Hilfe die Zivilbevölkerung erreicht", stellt Müller klar.
Dringend gebraucht werden auch robuste Zelte, die der Witterung standhalten und den Menschen im Winter Schutz bieten. Durch den Krieg wurden rund 85 Prozent aller Gebäude des Gazastreifens zerstört oder beschädigt. Mehr als 1,7 Millionen Menschen müssen in Behelfsunterkünften ausharren. Von einem Wiederaufbau ist der Gazastreifen weit entfernt. "Viele Zelte sind zerschlissen und müssen dringend erneuert werden. Doch selbst neue Zelte hereinzubringen, wird von den israelischen Behörden behindert", kritisiert Müller. Die Versorgung der Menschen mit sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen stellt zudem ein großes Problem dar. Etwa 82 Prozent der Bevölkerung leiden unter Wassermangel. Zerstörte Infrastruktur und fehlende Ersatzteile sowie Treibstoffe machen Tankwagen zur Hauptquelle der Wasserlieferungen.
Und trotz des Waffenstillstands ist die Sicherheitslage im Gazastreifen äußerst fragil. Laut den Vereinten Nationen wurden seit dem 10. Oktober 2025 bis zum 20. September 1.402 Palästinenser_innen getötet, mehr als 4.880 wurden verletzt. "Die Menschen in Gaza können an ein einigermaßen sicheres Leben nicht einmal denken", sagt Müller. Sehr angespannt ist zudem die Finanzierung der Hilfen. Die für das Jahr veranschlagten vier Milliarden Dollar wurden erst zu knapp 40 Prozent - 1,61 Milliarden Dollar - von der internationalen Gemeinschaft aufgebracht. "Es ist erschreckend zu sehen, wie schnell die Aufmerksamkeit für die humanitäre Situation im Gazastreifen schwindet. Für die Bevölkerung dort heißt das nichts Gutes, dabei wäre das Gegenteil so wichtig: die Menschen brauchen wirklichen Frieden und eine Perspektive."
Der Gaza-Krieg begann am 7.Oktober 2023 mit dem Überfall der Terror-Organisation Hamas auf Israel, bei dem nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 1.200 Menschen ermordet und 5.400 verletzt wurden. In den folgenden zwei Jahre Krieg kamen fast 74.000 Palästinenser_innen ums Leben, fast 175.000 wurden verletzt. Caritas international leistet seit Beginn an Hilfe über ihre Partnerorganisationen im Gazastreifen.
Hinweis an die Redaktionen: Oliver Müller, Leiter von Caritas international steht für Interviews zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an die Pressestelle 0761 200 510.
Caritas international ruft dringend zu Spenden auf.
Stichwort: "CY01553 Caritas-Hilfen in Palästina (https://www.caritas-international.de/spenden/online/formular?id=PAL2023Q4&wrbtr=75&prodid=3&ec_id=2565617)"
Deutscher Caritasverband e.V.
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
BIC: BFSWDE33XXX
www.caritas-international.de
Caritas international ist das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes. Dieser gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 162 nationalen Mitgliedsverbänden
Pressekontakt:
Herausgeber: Deutscher Caritasverband, Caritas international,
Öffentlichkeitsarbeit, Karlstraße 40, 79104 Freiburg. Telefon
0761/200-0. Dirk Reinsberg (verantwortlich -293), Reiner Fritz
(Durchwahl -510).
www.caritas-international.de
Original-Content von: Caritas international, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/67602/6364646
Aufmerksamkeit für humanitäre Lage in Gaza schwindet - es fehlt am Nötigsten: Sauberes Trinkwasser, Lebensmittel, Unterkünfte - Israelische Regierung muss Hilfslieferungen gewährleisten und das Völkerrecht achten - Internationale Gemeinschaft muss Hilfen ausreichend finanzieren - Caritas bittet um Spenden.
Fast ein Jahr nach dem Waffenstillstand vom 10. Oktober 2025 und drei Jahre nach dem Überfall der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ist die humanitäre Situation im Gazastreifen nach wie vor dramatisch. "Die Versorgungslage der Menschen ist auch nach einem Jahr relativer Waffenruhe immer noch katastrophal und ohne Perspektiven", bilanziert Oliver Müller, Leiter von Caritas international und Vorstand Internationales, Migration und Katastrophenhilfe des Deutschen Caritasverbandes. "Wenn die Hilfslieferungen und deren Finanzierung nicht spürbar gesteigert werden, sehen die Menschen im Gazastreifen einem bitteren Winter entgegen."
Nach wie vor fehlt es an den nötigsten Dingen. Sauberes Trinkwasser, Lebensmittel und andere Güter des alltäglichen Gebrauchs sind für die 2,1 Millionen hilfsbedürftigen Palästinenser_innen in Gaza nicht in ausreichenden Mengen verfügbar. "Die Einfuhr von Gütern bleibt unberechenbar. Immer wieder werden die Trucks an den Grenzübergängen zurückgewiesen, ohne dass die Gründe hierfür transparent nachvollziehbar sind", kritisiert Müller. Laut Vereinten Nationen wird am ägyptischen Grenzübergang Rafah nur jeder zweite LKW durchgelassen. "Die Caritas und ihre Partner konnten trotz der schwierigen Rahmenbedingungen und zahlreichen Zugangshürden innerhalb von zehn Monaten mehr als 760 LKW in den Gazastreifen bringen. Die israelische Regierung trägt als kontrollierende Macht an den Grenzübergängen eine besondere Verantwortung dafür, dass humanitäre Hilfe die Zivilbevölkerung erreicht", stellt Müller klar.
Dringend gebraucht werden auch robuste Zelte, die der Witterung standhalten und den Menschen im Winter Schutz bieten. Durch den Krieg wurden rund 85 Prozent aller Gebäude des Gazastreifens zerstört oder beschädigt. Mehr als 1,7 Millionen Menschen müssen in Behelfsunterkünften ausharren. Von einem Wiederaufbau ist der Gazastreifen weit entfernt. "Viele Zelte sind zerschlissen und müssen dringend erneuert werden. Doch selbst neue Zelte hereinzubringen, wird von den israelischen Behörden behindert", kritisiert Müller. Die Versorgung der Menschen mit sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen stellt zudem ein großes Problem dar. Etwa 82 Prozent der Bevölkerung leiden unter Wassermangel. Zerstörte Infrastruktur und fehlende Ersatzteile sowie Treibstoffe machen Tankwagen zur Hauptquelle der Wasserlieferungen.
Und trotz des Waffenstillstands ist die Sicherheitslage im Gazastreifen äußerst fragil. Laut den Vereinten Nationen wurden seit dem 10. Oktober 2025 bis zum 20. September 1.402 Palästinenser_innen getötet, mehr als 4.880 wurden verletzt. "Die Menschen in Gaza können an ein einigermaßen sicheres Leben nicht einmal denken", sagt Müller. Sehr angespannt ist zudem die Finanzierung der Hilfen. Die für das Jahr veranschlagten vier Milliarden Dollar wurden erst zu knapp 40 Prozent - 1,61 Milliarden Dollar - von der internationalen Gemeinschaft aufgebracht. "Es ist erschreckend zu sehen, wie schnell die Aufmerksamkeit für die humanitäre Situation im Gazastreifen schwindet. Für die Bevölkerung dort heißt das nichts Gutes, dabei wäre das Gegenteil so wichtig: die Menschen brauchen wirklichen Frieden und eine Perspektive."
Der Gaza-Krieg begann am 7.Oktober 2023 mit dem Überfall der Terror-Organisation Hamas auf Israel, bei dem nach Angaben der Vereinten Nationen etwa 1.200 Menschen ermordet und 5.400 verletzt wurden. In den folgenden zwei Jahre Krieg kamen fast 74.000 Palästinenser_innen ums Leben, fast 175.000 wurden verletzt. Caritas international leistet seit Beginn an Hilfe über ihre Partnerorganisationen im Gazastreifen.
Hinweis an die Redaktionen: Oliver Müller, Leiter von Caritas international steht für Interviews zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an die Pressestelle 0761 200 510.
Caritas international ruft dringend zu Spenden auf.
Stichwort: "CY01553 Caritas-Hilfen in Palästina (https://www.caritas-international.de/spenden/online/formular?id=PAL2023Q4&wrbtr=75&prodid=3&ec_id=2565617)"
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