Berlin (ots) -
In Rumänien steht eine massive Ausweitung der Braunbären-Abschüsse bevor. Mit der heutigen Verkündigung des entsprechenden Gesetzes gilt nun eine deutlich erhöhte Abschussquote von jährlich bis zu 969 Tieren - mehr als doppelt so viele wie bislang. Überwiegend betrifft die Abschussquote auch Bären, die zuvor kein auffälliges oder gefährdendes Verhalten gezeigt haben.
Die Welttierschutzgesellschaft (WTG e.V.) kritisiert die Entscheidung in aller Deutlichkeit und startet die Kampagne GegenTausendToteBären. Mit einer Petition fordert sie die EU-Kommission auf, sowohl die wissenschaftliche Grundlage der neuen Abschussquote als auch die Vereinbarkeit des Gesetzes mit EU-Recht zu prüfen.
Konflikte zwischen Menschen und Braunbären nehmen in Rumänien seit Jahren zu. Nach Auffassung der WTG sind die Ursachen dafür vielfältig: veränderte Landnutzung, unzureichendes Müllmanagement, touristische Aktivitäten und die Gewöhnung von Bären an menschliche Nahrungsquellen. Eine pauschale Erhöhung der Abschüsse stelle daher keine nachhaltige Lösung dar.
Der Braunbär ist nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie streng geschützt. Nicht-tödliche Maßnahmen wie wirksames Müllmanagement, Elektrozäune oder Vergrämung müssen Vorrang haben. Nach Ansicht der WTG werden diese Instrumente in Rumänien bislang nicht konsequent umgesetzt. Zudem erlaubt das neue Gesetz den präventiven Abschuss von jährlich 859 Bären, ohne dass diesen konkrete Schadensereignisse zugeordnet werden müssen. Auch dies widerspricht den Vorgaben der FFH-Richtlinie.
"Wenn Rumänien die Abschussquote für Braunbären weiter erhöht, ohne nicht-tödliche Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen und zu priorisieren, darf die EU-Kommission nicht untätig bleiben. Sie muss das rumänische Vorgehen prüfen und Verantwortung für den Schutz von Braunbären in der EU übernehmen", sagt Christine Rattel, Projektmanagerin Wildtiere bei der Welttierschutzgesellschaft.
Zudem bestehen erhebliche Zweifel an der wissenschaftlichen Grundlage der geplanten Abschussquote. Die rumänische Regierung beruft sich auf eine Bestandserhebung, deren vollständige Daten bislang nicht öffentlich zugänglich sind und daher nicht unabhängig überprüft werden können.
Als in Rumänien seit mehr als 20 Jahren aktive Tierschutzorganisation fördert die WTG Projekte lokaler Partner zum Schutz von Braunbären. Auch in Folge der seit Jahren wachsenden Abschussquoten steigt in den unterstützten Bärenschutzzentren die Zahl verwaister Jungtiere bereits heute deutlich an. Mit der neuen Abschussquote bleibt der Abschuss von Muttertieren als akute Eingriffsmaßnahme weiter möglich - und die Problematik wird sich mutmaßlich verschärfen.
Statt höherer Abschussquoten setzt sich die WTG mit ihren Partnerorganisationen in Rumänien für ein modernes, evidenzbasiertes Wildtiermanagement ein. Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass konsequent umgesetzte Präventionsmaßnahmen Mensch-Wildtier-Konflikte wirksam reduzieren und eine langfristige Koexistenz ermöglichen können.
Die Petition für den Schutz der Braunbären in Rumänien kann hier unterzeichnet werden: https://welttierschutz.org/petition/braunbaeren (https://welttierschutz.org/kampagne-braunbaeren)
Weitere Informationen zur Kampagne: https://welttierschutz.org/kampagne-braunbaeren/
Pressekontakt:
Christoph May
Tel.: 030-923722620
cm@welttierschutz.org
Original-Content von: Welttierschutzgesellschaft e.V., übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/119114/6364990
In Rumänien steht eine massive Ausweitung der Braunbären-Abschüsse bevor. Mit der heutigen Verkündigung des entsprechenden Gesetzes gilt nun eine deutlich erhöhte Abschussquote von jährlich bis zu 969 Tieren - mehr als doppelt so viele wie bislang. Überwiegend betrifft die Abschussquote auch Bären, die zuvor kein auffälliges oder gefährdendes Verhalten gezeigt haben.
Die Welttierschutzgesellschaft (WTG e.V.) kritisiert die Entscheidung in aller Deutlichkeit und startet die Kampagne GegenTausendToteBären. Mit einer Petition fordert sie die EU-Kommission auf, sowohl die wissenschaftliche Grundlage der neuen Abschussquote als auch die Vereinbarkeit des Gesetzes mit EU-Recht zu prüfen.
Konflikte zwischen Menschen und Braunbären nehmen in Rumänien seit Jahren zu. Nach Auffassung der WTG sind die Ursachen dafür vielfältig: veränderte Landnutzung, unzureichendes Müllmanagement, touristische Aktivitäten und die Gewöhnung von Bären an menschliche Nahrungsquellen. Eine pauschale Erhöhung der Abschüsse stelle daher keine nachhaltige Lösung dar.
Der Braunbär ist nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie streng geschützt. Nicht-tödliche Maßnahmen wie wirksames Müllmanagement, Elektrozäune oder Vergrämung müssen Vorrang haben. Nach Ansicht der WTG werden diese Instrumente in Rumänien bislang nicht konsequent umgesetzt. Zudem erlaubt das neue Gesetz den präventiven Abschuss von jährlich 859 Bären, ohne dass diesen konkrete Schadensereignisse zugeordnet werden müssen. Auch dies widerspricht den Vorgaben der FFH-Richtlinie.
"Wenn Rumänien die Abschussquote für Braunbären weiter erhöht, ohne nicht-tödliche Schutzmaßnahmen konsequent umzusetzen und zu priorisieren, darf die EU-Kommission nicht untätig bleiben. Sie muss das rumänische Vorgehen prüfen und Verantwortung für den Schutz von Braunbären in der EU übernehmen", sagt Christine Rattel, Projektmanagerin Wildtiere bei der Welttierschutzgesellschaft.
Zudem bestehen erhebliche Zweifel an der wissenschaftlichen Grundlage der geplanten Abschussquote. Die rumänische Regierung beruft sich auf eine Bestandserhebung, deren vollständige Daten bislang nicht öffentlich zugänglich sind und daher nicht unabhängig überprüft werden können.
Als in Rumänien seit mehr als 20 Jahren aktive Tierschutzorganisation fördert die WTG Projekte lokaler Partner zum Schutz von Braunbären. Auch in Folge der seit Jahren wachsenden Abschussquoten steigt in den unterstützten Bärenschutzzentren die Zahl verwaister Jungtiere bereits heute deutlich an. Mit der neuen Abschussquote bleibt der Abschuss von Muttertieren als akute Eingriffsmaßnahme weiter möglich - und die Problematik wird sich mutmaßlich verschärfen.
Statt höherer Abschussquoten setzt sich die WTG mit ihren Partnerorganisationen in Rumänien für ein modernes, evidenzbasiertes Wildtiermanagement ein. Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass konsequent umgesetzte Präventionsmaßnahmen Mensch-Wildtier-Konflikte wirksam reduzieren und eine langfristige Koexistenz ermöglichen können.
Die Petition für den Schutz der Braunbären in Rumänien kann hier unterzeichnet werden: https://welttierschutz.org/petition/braunbaeren (https://welttierschutz.org/kampagne-braunbaeren)
Weitere Informationen zur Kampagne: https://welttierschutz.org/kampagne-braunbaeren/
Pressekontakt:
Christoph May
Tel.: 030-923722620
cm@welttierschutz.org
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