ROM (dpa-AFX) - In Italien wollen einzelne Mineralölkonzerne auch mit dem Auslaufen staatlicher Rabatte auf Diesel ihre selbst gesetzten Preisobergrenzen zunächst beibehalten. So hat der italienische Energiekonzern Eni für seine Tankstellen einen Höchstpreis von 2,19 Euro je Liter Diesel und 1,99 Euro für Benzin festgelegt. Der Preisdeckel gilt zunächst 30 Tage ab dem 28. September und könnte bis Jahresende verlängert werden. Auch Q8 und Tamoil, die Eni folgten, wollen diesen Monat den Preisdeckel beibehalten.
Die Tankstellenbetreiber waren damit einem Appell der Regierung nachgekommen. Italiens Ministerpräsidentin Georgia Meloni hatte sich im Anschluss an die Ankündigungen in einer Mitteilung bei den Konzernen bedankt.
Die italienische Regierung lässt am Montag die derzeitige Entlastung für Dieselpreise um 6,1 Cent je Liter auslaufen. Stattdessen soll das sogenannte System der mobilen Verbrauchsteuern greifen, bei dem Mehreinnahmen aus der Besteuerung von Kraftstoffen zur Entlastung genutzt werden sollen.
Die hohen Preise treffen nicht zuletzt die Landwirte. In Kalabrien protestierten Bauern gegen hohe Treibstoffkosten. Sie blockierten nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa in Vibo Marina Tanklastwagen vor Treibstoffdepots. Auf der Mittelmeerinsel Lampedusa hatten Fischer gegen die hohen Dieselpreise demonstriert. Fischerboote blieben im Hafen, an der Mole hingen Protestbanner./sd/DP/stk
