MOSKAU (dpa-AFX) - Nach einem mutmaßlichen ukrainischen Angriff auf ein Nebengebäude des von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerks Saporischschja in der Ukraine fordert Moskau die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) zum Eingreifen auf. "Das Kiewer Regime schafft weiterhin gezielt die Gefahr eines schweren Atomunfalls, indem es das russische Kernkraftwerk Saporischschja angreift", kommentierte Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa in einer Mitteilung ihres Ministeriums.
Sie nahm einen angeblichen Angriff ukrainischer Drohnen vom Vortag auf ein Labor- und Verwaltungsgebäude der Anlage als Anlass für ihre Forderung. "Die Ukraine führt weiterhin Angriffe auf das Kernkraftwerk Saporischschja und die damit verbundene Infrastruktur durch, um den Betrieb des Kraftwerks zu behindern und die Gefahr eines nuklearen Unfalls heraufzubeschwören." Sie stellte diese Angriffe "an die Schwelle einer nuklearen Katastrophe". "Wir fordern die Leitung der IAEA auf, die kriminellen Handlungen Kiews und seiner Unterstützer entschieden zu verurteilen."
Saporischschja, das größte Kernkraftwerk Europas, liegt etwa 100 Kilometer von der gleichnamigen südukrainischen Großstadt entfernt. Das AKW wird seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine von Russland kontrolliert. Ukrainischen Angaben nach strebt Moskau auch einen Anschluss des AKWs an das eigene Stromnetz an. Die sechs Reaktoren sind derzeit abgeschaltet und produzieren keine Elektrizität./cha/DP/he
