DJ EZB/Moulin warnt vor Erdrosselung Frankreichs durch Zinsen
DOW JONES--EZB-Ratsmitglied Emmanuel Moulin hat vor einer Erdrosselung Frankreich durch die Zinsen gewarnt. In einem Interview mit der Financial Times zeigte er: "Wenn wir nicht handeln, besteht in der Tat das Risiko, dass wir allmählich von den steigenden Zinsen erdrückt werden." Der Gouverneur der Banque de France zeigte sich zugleich aber optimistisch, dass Frankreich diese Herausforderung meistern könne. "Frankreich ist nicht Griechenland während der Euro-Krise", sagte er. Wenn das Land "in diesem Jahr einen Haushalt verabschieden kann, um die Ausgaben zu senken und das Defizit wie von der Regierung vorgeschlagen zu verringern, dann werden die Märkte durch diesen konkreten Schritt der Haushaltskonsolidierung beruhigt sein".
Die französischen Renditen sind seit Beginn des Iran-Krieges unter allen G7-Anleihemärkten am stärksten gestiegen. Die Anleger sorgen sich über die Unfähigkeit der Regierung, das Defizit zu kontrollieren. Zudem belastet die politische Unsicherheit angesichts des bevorstehenden Haushaltsstreits und der Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr.
Auch der Spread zwischen französischen und deutschen zehnjährigen Staatsanleihen hat sich deutlich ausgeweitet. Moulin, der auch Mitglied des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) ist, sagte, es sei nicht an der Zeit, über die EZB zu diskutieren. "Das Sicherheitsnetz liegt näher an der Heimat. Es liegt in der Fähigkeit der Franzosen und ihrer gewählten Vertreter, die Notwendigkeit einer Sanierung der öffentlichen Finanzen zu erkennen." Er fügte hinzu: "Der Anstieg der langfristigen Zinsen, die strafferen Finanzierungsbedingungen und der zweite Energieschock könnten die Nachfrage belasten und die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen der Zentralbanken verringern."
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October 06, 2026 01:30 ET (05:30 GMT)
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