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Eben noch 50 Euro, jetzt unter 45 Euro. Die Bayer-Aktie hat in nur einer Woche über 10 Prozent verloren. Die wichtige 50-Tage-Linie ist gerissen. Analysten dämpfen die Erwartungen ans dritte Quartal. In den USA läuft ein neuer Roundup-Prozess. Und die Anleger fragen sich: Ist das nur eine Pause oder der Beginn einer größeren Korrektur? Jetzt kommt es auf eine einzige Marke an. Hält sie, ist eine Erholung drin. Hält sie nicht, könnte es deutlich unter 40 Euro gehen. Was dahintersteckt und worauf Anleger jetzt achten sollten, lesen Sie hier.
Bayer unter Druck: Was ist passiert?
Bayer hat eine harte Woche hinter sich. Die Aktie startete oben bei 50 Euro und rutschte dann Schritt für Schritt unter 45 Euro. Allein am Donnerstag letzter Woche ging es nochmal deutlich nach unten, auf nur noch knapp über 45 Euro. Auf Wochensicht fehlen mehr als 10 Prozent. Das ist der tiefste Stand seit Juli. Dabei gab es gar keine Gewinnwarnung. Die Anleger wurden trotzdem nervös. Auslöser waren vor allem zwei Analystenkommentare. J.P. Morgan hält die Erwartungen ans dritte Quartal für zu hoch, weil im Agrargeschäft Preisdruck bei Saatgut droht. Die Deutsche Bank sieht es ähnlich und rechnet mit einem Rückgang beim operativen Ergebnis. Beide raten weiter zum Kauf, mit Kurszielen von 61 und 60 Euro. Dazu kommt ein neuer Roundup-Prozess in Missouri. Dort geht es um mögliche Konstruktionsfehler des Mittels, nicht um fehlende Warnhinweise. Dabei lief es zuletzt operativ ordentlich. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz bereinigt um 2,2 Prozent auf 10,87 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen legte um 1,9 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro zu. Crop Science glänzte mit einem Ergebnisplus von gut 30 Prozent. Die Prognose steht, die Nettoverschuldung soll Ende des Jahres bei 29 bis 30 Milliarden Euro liegen. Die nächsten Zahlen kommen am 3. November.

Charttechnik
Charttechnisch hat sich das Bild aber klar eingetrübt. Der 50er SMA wurde nach unten gerissen, und die Zone um 50 Euro liegt jetzt wie ein Deckel über dem Kurs. Wer auf eine schnelle Erholung hofft, muss erst die 47,00 - 47,50 Eurozone und dann später die 48er-Marke zurückerobern. Das wird mit Sicherheit nicht leicht. Aktuell hängt die Aktie direkt an der Unterstützung um 45 Euro. Hält sie nicht, wird es wohl noch weiter und vielleicht auch ganz schnell ungemütlich. Die wichtigste Marke liegt aber tiefer. Der 200er SMA verläuft bei 42,98 Euro. Dort sollte der Kurs halten. Gelingt das, ist ein Rebound Richtung 50 Euro drin, trotz aller Widrigkeiten. Der langfristige Aufwärtstrend wäre dann immer noch intakt, und die Bullen bekämen neuen Mut. Bricht die Linie aber, kippt die Stimmung abermals. Zwischenstopp nach unten mit Bruch des 200er SMA wären dann 41,50 und 40 Euro, bzw. auch knapp darunter. Danach rückt dann schon die 35 er-Marke ins Blickfeld, und sogar ein Rutsch unter 35 Euro wäre möglich.
Was tun?
Bayer bleibt zur Zeit ein heißer und kaum berechenbarer Wert zwischen Hoffnung und Sorge. Für die Aktie sprechen die guten und solide Zahlen, ein starkes Agrargeschäft und Analysten, die im Schnitt deutlich höhere Kurse sehen. Auch die guten Nachrichten gab es. Die FDA beschleunigt Prüfungen neuer Medikamente, und die mRNA-Patentklage darf weiterlaufen. Dagegen stehen zehntausende offene Glyphosat-Verfahren und die Schulden. Solange Roundup nicht geklärt ist, handelt der Markt vor allem Rechtsrisiken. Wer schon dabei ist, sollte die 43 Euro im Blick behalten. Hält die Marke, spricht vieles für eine Erholung. Fällt sie klar, wäre Vorsicht angebracht. Neueinsteiger könnten abwarten, bis sich der Kurs beruhigt hat oder die Zahlen am 3. November da sind. Sicher ist bei Bayer hier nichts, außer, dass alles möglich ist.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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