BERLIN (dpa-AFX) - Nach der Festnahme des früheren BND-Chefs August Hanning hat sich der Grünen-Innenpolitiker Konstantin von Notz schockiert gezeigt und eine rasche Aufarbeitung gefordert. "Das ist eine eisenharte und abgründige Geschichte, wir erwarten eine zügige und vollständige Aufklärung der ungeheuerlichen Vorwürfe, die gegen den Ex-BND-Chef Hanning im Raum stehen", sagte von Notz, der auch Mitglied im Bundestagsgremium zur Kontrolle der Geheimdienste ist, dem "Spiegel".
Hanning war am Morgen unter Spionageverdacht festgenommen worden. Laut Generalbundesanwalt wurde auch ein ehemaliger enger Mitarbeiter von ihm festgenommen. Nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung geht es dabei aber nicht um eine Verbindung zu Russland. Laut Bundesanwaltschaft steht Hanning unter anderem unter dem Verdacht des versuchten Landesverrats und der geheimdienstlichen Agententätigkeit. Seinem Mitarbeiter wird Beihilfe vorgeworfen. Er soll Hanning auch nach dessen Dienstzeit Erkenntnisse des Nachrichtendienstes weitergegeben haben, die dieser für seine Beratertätigkeit genutzt haben soll.
Hanning leitete den Bundesnachrichtendienst von 1998 bis 2005, danach war er Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Im Anschluss wechselte Hanning in die Privatwirtschaft und arbeitete als Sicherheitsberater.
Von Notz sagte nun, der "gegebenenfalls entstandene nachrichtendienstliche Schaden" müsse schnell abgeklärt werden. "Die dubiosen und vielfältigen Lobbytätigkeiten ehemaliger Spitzenbeamter und höchster Geheimnisträger der Bundesrepublik kritisieren wir seit Jahren." Dem "Spiegel"-Bericht zufolge forderte er konkret, früheren Geheimnisträgern solche Tätigkeiten nach ihrer Amtszeit zu verbieten./thn/DP/nas
