
© Foto: von andreas N auf Pixabay
Knapp 50 Euro, fast exakt auf dem 200er SMA. Das ist kein Zufall, das ist eine Beinahe-Punktlandung und dazu Spannung pur. BASF hat möglicherweise jetzt einen Boden gefunden und das mitten im Übernahmepoker um Evonik. Die Branche schöpft Hoffnung. Der Konzern kauft eigene Aktien zurück. Und der Chart steht vor einer Entscheidung! Er gabelt sich entweder gen Norden oder gen Süden auf! Gelingt der Sprung Richtung 55 Euro, könnte das auch erst der Anfang einer weiteren Rally sein. Kippt die Stimmung, droht der Rutsch zurück auf 45 Euro. Wohin geht die Reise? Wir zeigen, auf was es jetzt für Investoren ankommt!
Evonik, Rückkäufe, Rhein-Pegel: Was BASF gerade bewegt
Die Aktie hat eine wilde Woche hinter sich. Erst kam die Nachricht, dass BASF den Konkurrenten Evonik übernehmen will. Rund 22 Euro je Aktie soll der Konzern geboten haben, gut 10 Milliarden Euro insgesamt. Evonik sagte Nein, zu wenig. Die Anleger sorgen sich um den Preis, die Aktie rutschte zeitweise unter 50 Euro. Entscheidend ist jetzt die RAG-Stiftung mit knapp 44 Prozent. Auch die Gewerkschaft hat Bedenken. Abseits der Schlagzeilen läuft es operativ besser. Das Ifo-Chemieklima sprang im September auf plus 5,5 Punkte. Im zweiten Quartal verdiente BASF dank des Lackverkaufs so viel wie lange nicht, die Prognose wurde angehoben und seit August kauft der Konzern zudem eigene Aktien zurück, bislang gut 5 Millionen. Dennoch gibt es einen Haken, denn das Niedrigwasser am, bzw. im Rhein könnte bremsen.
Charttechnik
Charttechnisch ist es und wird es auch noch spannend werden, denn die Aktie ist von rund 55 Euro zurückgekommen und hat sich fast punktgenau auf dem 200er SMA bei etwa 49,5 - 50,50 Euro gefangen. Das ist erstmal ein gutes Zeichen und auch der RSI lag zuletzt bei rund 43. Damit ist die Aktie weder kurzfristig überverkauft oder überkauft. Eher in einer neutralen Lage. Dennoch können solche Lagen auch oft zu einer vorzeitigen Gegenbewegung führen. Hält die aktuelle Unterstützung um die 50 Euro stand, ist der Weg zunächst frei Richtung 55 Euro. Dort liegt das Jahreshoch, und dort wird es eng, denn wird diese Marke geknackt, öffnet sich die Tür Richtung 65 und später 70 Euro. Das wäre ein echter Befreiungsschlag. Bleibt der Rebound aber aus und der 200er SMA bricht nachhaltig, wird es unangenehm. Dann könnte die Aktie zurück in Richtung 45 Euro laufen. Der 200er SMA bei 49,61 Euro ist damit die Entscheidungsmarke.

Was tun?
Die Lage ist nicht ganz eindeutig und so sollte man sie auch sehen. Für BASF sprechen das starke Quartal, die höhere Prognose, die Rückkäufe und ein Analystenziel von im Schnitt knapp 60 Euro. Dagegen stehen Schulden, hohe Standortkosten und die Frage, wie teuer Evonik am Ende werden könnte. Vielleicht platzt der Deal ja auch ganz. Auch der Gewinnsprung stammt zu einem großen Teil aus dem Lackverkauf, nicht aus dem Kerngeschäft. Charttechnisch bleibt der 200er SMA das Signal und die wichtigste Marke aktuell. Wer neu bei BASF einsteigen will könnte zwar jetzt schon kaufen mit Stopp z. B. bei 48 oder 48,50 (also unter dem 200er SMA) oder aber erst einsteigen über 51 bis 52 Euro. Wer schon dabei ist, behält die wichtigen Marken im Auge. Am 28. Oktober legt BASF die Zahlen zum dritten Quartal vor. Bis dahin bleibt die Aktie ein Kandidat mit Chance auf mehr. Spannend!
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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