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Seyit Binbir
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BIFID-Studie: Kaufkraft im Euroraum seit 1996 um 44 Prozent gesunken

44 Prozent Kaufkraftverlust seit 1996: BIFID-Studie zeigt, wie stark Inflation Vermögen entwertet und warum Gold, Aktien und Geldanlagen langfristig sehr unterschiedlich abschneiden.

Die Kaufkraft eines unveränderten nominalen Geldbetrags ist im Euroraum zwischen Januar 1996 und Dezember 2025 rechnerisch um 44,27 Prozent gesunken. Das geht aus einer Studie des Berlin Institute of Finance, Innovation and Digitalization e. V. (BIFID) hervor. Die Untersuchung vergleicht die langfristige Entwicklung von Verbraucherpreisen, Zinsen, Gold und Aktienmärkten. Historische Sparmodelle zeigen dabei deutlich unterschiedliche Ergebnisse für Deutschland und die USA.

Autoren sind der Finanzanalyst und Unternehmer Ronny Wagner, CEFA, und Prof. Dr. Martin Užík. Die Studie trägt den Titel "Struktur und Stabilität des modernen Währungs- und Finanzsystems: Risiken, Grenzen und Reformoptionen" und wurde am 31. Juli 2026 fertiggestellt. Grundlage sind unter anderem Verbraucherpreis-, Inflations-, Zins-, Goldpreis- und Aktienmarktdaten.

Langfristige Inflation verändert den Gegenwert

Für den Euroraum errechnen die Autoren zum Jahresende 2025 eine verbleibende Kaufkraft von 55,73 Prozent des Ausgangswerts. Gemessen am allgemeinen Preisniveau könnte mit einem unveränderten Geldbetrag damit nur noch gut die Hälfte dessen gekauft werden, was Anfang 1996 möglich war. Die Kennzahl bildet die kumulierte Preisentwicklung ab und beschreibt keine jährliche Inflationsrate.

Die US-Auswertung setzt bereits im August 1971 an, als die Dollar-Gold-Konvertibilität endete. Bis April 2026 sinkt die errechnete Kaufkraft auf 12,28 Prozent des Ausgangswerts. Das entspricht einem kumulierten Verlust von 87,72 Prozent. Wegen der unterschiedlichen Zeiträume lassen sich die beiden Prozentwerte nicht unmittelbar miteinander vergleichen.

Deutschland-Modell: Gold vor DAX und Geldhaltung

In einer historischen Simulation für Deutschland untersuchen die Autoren eine monatliche Sparrate von 50 Euro zwischen Dezember 1996 und Dezember 2025. Insgesamt werden 17.450 Euro eingezahlt. Zum Ende des Zeitraums erreicht die verzinste Geldhaltung einen nominalen Wert von rund 19.829 Euro. Die rechnerische DAX-Anlage kommt auf rund 59.974 Euro, die Goldansparung auf rund 93.975 Euro.

Die Werte für Geldhaltung und DAX sind vor einer modellhaften Besteuerung der Wertzuwächse angegeben. Bei Gold sind jährliche Lager- und Versicherungskosten von 0,75 Prozent bereits eingerechnet. Der DAX Performance Index berücksichtigt Dividenden. Die Geldverzinsung orientiert sich ab 1999 an der EZB-Einlagefazilität; zuvor wird im Modell keine Verzinsung angesetzt. Die Rechnung bildet somit keine konkrete, durchgehend verfügbare Sparanlage ab.

US-Simulation ergibt eine andere Rangfolge

In der US-Modellrechnung mit monatlichen Einzahlungen von 50 US-Dollar zwischen August 1971 und Dezember 2025 erzielt die Kapitalmarktansparung den höchsten realen Endwert. Sie liegt dort vor Gold und verzinster Geldhaltung. Die Autoren leiten aus den Ergebnissen deshalb keine generelle Überlegenheit einer Anlageklasse ab.

Für das Resultat sind neben dem Zeitraum und der Region auch Inflation, Indexkonstruktion, Kosten und steuerliche Annahmen maßgeblich. Die Modellrechnungen sind historische Rückblicke und keine Prognosen. Ein höherer nominaler Endwert ist zudem von seiner inflationsbereinigten Kaufkraft zu unterscheiden.

"Die entscheidende Erkenntnis ist nicht, Geld gegen Gold oder Aktien auszuspielen", erklärt Mitautor Wagner. Die Studie ordnet Liquidität, reale Vermögenswerte und produktive Kapitalanlagen vielmehr unterschiedlichen Aufgaben zu.

Finanzstabilität hängt auch von Vertrauen ab

Über die Sparvergleiche hinaus untersucht die Analyse Belastungsgrenzen des modernen Finanzsystems. Als zentrale Risiken nennen die Autoren nicht tragfähige Verschuldung und Vertrauensverluste. Negative Realzinsen können Geld- und Zinsanlagen real entwerten und die relative Attraktivität von Gold beeinflussen.

Auch die Sparfähigkeit privater Haushalte ist Gegenstand der Untersuchung. Wenn Ausgaben für Grundbedürfnisse steigen, kann weniger Geld für den Vermögensaufbau übrig bleiben. Haushalte mit einem hohen Anteil der Ausgaben sind laut Analyse von dieser Belastung betroffen.

Eine Rückkehr zu einer starren Goldbindung empfehlen die Autoren nicht. Sie betrachten Gold als Reserve- und Diversifikationsbaustein, der Kapitalmärkte und Geldpolitik ergänzt. Für langfristige Stabilität seien außerdem glaubwürdige Geld- und Fiskalpolitik, robuste Institutionen und klare Regeln für Krisensituationen erforderlich.

Die Untersuchung stellt weder eine individuelle Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten bestimmter Vermögenswerte dar. Ihr Schwerpunkt liegt auf der historischen Analyse von Kaufkraft und Finanzstabilität.

Über Ronny Wagner:

Ronny Wagner ist Finanzstratege, Buchautor und Edelmetallhändler. Der ehemalige Fondsmanager und heutige Geschäftsführer von Nobel Metal Factory OHG, investiert zu 100 Prozent in Rohstoffe und Rohstoffaktien. Mit fast drei Jahrzehnten Erfahrung auf dem Kapitalmarkt gehört er zu den profiliertesten Stimmen für finanzielle Eigenverantwortung und Krisenvorsorge im deutschsprachigen Raum. Seine Mission: "Ich glaube nicht an Versprechen - ich glaube an Eigentum. Deshalb zeige ich dir, wie du Vermögen so absicherst, dass kein Staat, keine Bank und kein Crash es dir mehr nehmen kann." Als bewusster Gegenentwurf zum Finanz-Mainstream entwickelt Wagner alternative Strategien für Vermögensschutz, Sicherheit und Unabhängigkeit - mit einem klaren Fokus auf Edelmetalle und physische Werte. Seine Einstellung: Maßhalten statt Hektik, Klarheit statt Getriebenheit.

Enthaltene Werte: DE0009653XXX

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