DJ PRESSESPIEGEL/Zinsen, Konjunktur, Kapitalmärkte, Branchen
Die wirtschaftsrelevanten Themen aus den Medien, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.
WIRTSCHAFTSWACHSTUM - Unternehmen und private Haushalte in Deutschland haben im Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre zusammengenommen nichts zum Wirtschaftswachstum beigetragen. Dass die gesamtwirtschaftliche Leistung zwischen 2020 und 2025 überhaupt um durchschnittlich 0,2 Prozent pro Jahr gestiegen sei, habe man allein "dem aggregierten staatlichen Beitrag" zu verdanken, heißt es in einer noch unveröffentlichten Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Schuld an der überaus schwachen Entwicklung der Privatwirtschaft sind die niedrigen Unternehmensinvestitionen, deren negativer Effekt auch durch den Konsum der privaten Haushalte nicht vollkommen ausgeglichen werden konnte. (Süddeutsche Zeitung)
FRANKREICH - Wirtschaftsminister Roland Lescure hat am Dienstag die Bonität des Landes verteidigt. Eine Neuverschuldung von mehr als 5 Prozent sei "nicht verhandelbar", sagte Lescure dem Handelsblatt und weiteren Wirtschaftsjournalisten. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen verharrt nahe 5 Prozent. Der Risikoaufschlag gegenüber deutschen Bundesanleihen war vorige Woche erstmals seit der Euro-Schuldenkrise auf über 150 Basispunkte gestiegen, lag am Dienstag aber nur noch bei knapp 130 Basispunkten. Der aktuelle Sparhaushalt der Regierung sieht Einsparungen von 54 Milliarden Euro vor. Für 2026 rechnet die Regierung mit knapp 80 Milliarden, für 2027 mit mehr als 91 Milliarden Euro Schuldendienst. (Handelsblatt)
VERBRENNER-AUS - Deutschland und Frankreich wollen mit einem gemeinsamen Vorstoß das Aus des Verbrennerverbots besiegeln. Zugleich wollen sie sich für strikte "Made in EU"-Vorgaben für Elektroautos aussprechen. Beides soll nach Informationen der FAZ in ein deutsch-französisches Positionspapier einfließen, das Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor dem EU-Gipfeltreffen Ende kommender Woche vorlegen wollen. Der Vorstoß läuft auf ein Tauschgeschäft hinaus: Präsident Macron gibt seinen Widerstand gegen eine Aufweichung des Verbrennerverbots auf, dafür akzeptiert Merz strikte "Made in EU"-Vorgaben. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
TANKSTELLEN - Der neue Tankrabatt treibt die Nachfrage nach Benzin und Diesel deutlich - und trifft auf eine Kraftstofflogistik, die wegen des extremen Niedrigwassers am Rhein bereits stark belastet ist. In mehreren Städten im Westen und Südwesten Deutschlands ist seit Wochenbeginn einzelnen Tankstellen zeitweise der Sprit ausgegangen. Betroffen waren nach Angaben des Tankstellen-Interessenverbands unter anderem Köln, Bonn, Koblenz, Mannheim, Heidelberg, Freiburg, Frankfurt und Aschaffenburg. "Es gibt keinen Spritengpass", sagte Herbert W. Rabl vom Tankstellen-Interessenverband, der nach eigenen Angaben rund 1.300 Tankstellen vertritt. Das Problem sei vielmehr, dass die ungewöhnlich hohe Nachfrage den üblichen Belieferungsrhythmus sprenge. (Handelsblatt)
ELEKTROINDUSTRIE - Die deutsche Elektroindustrie trotzt mit einem neuerlichen kräftigen Wachstumsschub der Konjunkturflaute in Deutschland. "Mit einem Plus von 17 Prozent stieg der Auftragseingang im August stärker als im Durchschnitt der ersten sieben Monate des Jahres", sagte der Chefvolkswirt des Verbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI), Andreas Gontermann. Damit koppelt sich die Branche, die mit 225 Milliarden Euro Umsatz im vergangenen Jahr zu den größten Industriezweigen Deutschlands gehört, immer stärker von der Gesamtentwicklung des verarbeitenden Gewerbes ab. (Augsburger Allgemeine)
BUNDESBANK-ZENTRALE - Die Bundesbank hat die Bewerbungsfrist für ihre Suche nach einer neuen Zentrale verlängert, berichtet der Platow-Brief. Die Frist für sogenannte Teilnahmeanträge, die am 5. Oktober abgelaufen wäre, sei nun bis zum 27. November verlängert worden, wie aus einer Änderungsbekanntmachung hervorgehe. Zu den Gründen habe sich die Bundesbank auf Anfrage nicht äußern wollen. Laut Bericht spricht die kurzfristige Verlängerung dafür, dass der Notenbank bislang nicht genügend belastbare Bewerbungen vorliegen. (Platow-Brief)
EU-REGULIERUNG TECH - Brüssel will der Financial Times zufolge "Big Tech" durch eine Steuer auf Großunternehmen in die Schranken weisen. Die Europäische Kommission erwäge, große US-Technologieunternehmen durch eine pauschale Abgabe für Großunternehmen zu besteuern, um Einnahmen für die EU zu generieren und gleichzeitig eine Gegenreaktion der Trump-Regierung zu vermeiden. Man arbeite an neuen Wegen, um mehr Einnahmen von Technologiekonzernen wie Apple, Meta und Google zu erzielen, ohne diese gezielt ins Visier zu nehmen, sagten sechs mit den Diskussionen vertraute Beamte. Brüssel erwäge Änderungen an einem bestehenden Vorschlag, wonach alle in der EU tätigen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 100 Millionen Euro einen jährlichen Pauschalsteuerbeitrag zahlen müssten, sagten die Beamten. (Financial Times)
STRASSE VON HORMUS - Kapitäne von Öltankern im Persischen Golf erhalten für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus Vergütungen in Höhe von umgerechnet 100.000 Dollar pro Monat sowie einen Bonus von 50.000 Dollar pro Fahrt, während der Iran seine Angriffe auf Schiffe verstärkt. Das berichtet die Financial Times mit Verweis auf drei Personen aus dem Umfeld von Tankerreedern und Besatzungen angaben. Reeder hätten diese üppige "Gefahrenzulage" angeboten, um Seeleute davon zu überzeugen, an Bord zu bleiben, während die Golfstaaten versuchen, den Rohölfluss durch die wichtige Meerenge aufrechtzuerhalten. (Financial Times)
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October 07, 2026 01:45 ET (05:45 GMT)
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