Trier (ots) -
51 Hektar Siedlungs- und Verkehrsfläche werden in Deutschland pro Tag versiegelt. Das entspricht rund 71 Fußballfeldern. Die Bundesregierung will den Zuwachs bis 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag senken.[1] Hier setzt das "Projekt im Westen" auf der ehemaligen Jägerkaserne an: auf einer rund zehn Hektar großen Konversionsfläche mitten in Trier-West gelegen, wächst ein neues Quartier mit hoher Wohn- und Lebensqualität und verbindet den Stadtteil. So entsteht neuer Wohnraum, ohne zusätzliche Flächen in Anspruch zu nehmen. Geplant sind rund 460 Wohneinheiten sowie neue Freiräume, Spiel- und Aufenthaltsflächen für den gesamten Stadtteil. Herzstück der Entwicklung ist die Offenlegung und Renaturierung des bislang unterirdisch verlaufenden Irrbachs. Das auf Bau, Immobilien und Infrastruktur spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE mit Hauptsitz in Stuttgart begleitet die Flächenentwicklung mit umfassenden Beratungs- und Managementleistungen. Realisiert wird das Quartier von der EGP GmbH, welche auf die Revitalisierung von Brachflächen zu urbanen Projektentwicklungen spezialisiert ist.
Seit dem Jahr 2000 sind bundesweit mehr als 300 neue Stadtquartiere entstanden, weitere 220 Quartiere mit rund 285.000 Wohnungen befinden sich aktuell im Bau.[2] Dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung nach entstehen über 60 Prozent dieser Projekte auf vormals industriell, gewerblich oder militärisch genutzten Flächen. Das zeigt: Konversionsprojekte gewinnen bundesweit an Bedeutung. Auch für Christoph Paulußen, Projektleiter der EGP, liegen Vorteile auf der Hand: "Die Umnutzung der Jägerkaserne bietet die Chance, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und zugleich den Trierer Westen nachhaltig weiterzuentwickeln. Aus dem ehemaligen Kasernengelände entsteht ein vielfältiges Quartier mit attraktiven Freiräumen, das ökologische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt."
Neuer Raum für Jung und Alt
Der Großteil der Neubebauung besteht aus Mehrfamilienhäusern. Insgesamt entstehen im Quartier rund 460 Wohneinheiten, davon rund 220 im ersten Bauabschnitt. Die EGP plant die Gebäude nach Fertigstellung im eigenen Bestand zu halten. Ziel ist es, dauerhaft bezahlbaren und qualitätsvollen Wohnraum zu schaffen und die Entwicklung des Quartiers langfristig zu begleiten. Die architektonische Gestaltung verantwortet dabei die ARGE "better together".
Ergänzend zum Wohnungsbau entstehen vielfältige Freiräume für Begegnung, Erholung und Bewegung. Dazu gehören zwei neue Spielplätze, die als neuer Treffpunkt für unterschiedliche Generationen im Quartier dienen sollen. Die Angebote richten sich nicht nur an die künftigen Bewohner des Quartiers, sondern an die Menschen im gesamten Stadtteil. Den Bau fördert die Städtebauförderung über das Programm "Wachstum und nachhaltige Entwicklung" (WNE). Die geförderten Spielangebote sollen den Kindern im Stadtteil bereits während der weiteren Bauarbeiten zur Verfügung stehen. Ein Social Club, gemeinschaftlich nutzbare Gartenflächen, eine Kreativwerkstatt und kurze Wege fördern zusätzlich das gemeinschaftliche Miteinander im Quartier.
"Das Projekt im Westen zeigt beispielhaft, wie aus einer ehemaligen Militärfläche ein lebendiges Stadtquartier entstehen kann. Die Entwicklung solcher Areale spart nicht nur Ressourcen, sondern stärkt bestehende Strukturen und eröffnet neue Nutzungsmöglichkeiten", sagt Max Vogel, Leading Consultant und Experte für Quartiersentwicklung bei Drees & Sommer. Darüber hinaus berät Drees & Sommer die EGP zu Fragen der Wirtschaftlichkeit, steuert Planer, Gutachter und ausführende Firmen im Vertrags- und Kostenmanagement. Regelmäßiges Reporting liefert dabei belastbare Entscheidungsgrundlagen für die Quartiersentwicklung.
Der Irrbach kehrt ans Licht
Der Irrbach ist auf seinem Weg durch Trier rund 2,1 Kilometer lang und mündet in die Mosel. Naturnah und offen fließt er dabei jedoch nur auf rund 500 Metern. Auf den übrigen 1,6 Kilometern verläuft der Irrbach bis heute verrohrt unter dem Gelände der Jägerkaserne und bleibt dem Stadtbild weitgehend verborgen. Jetzt wird der Bach im Bereich des neuen Quartiers offengelegt, renaturiert und nimmt eine neue Doppelrolle an: Ökologisch verbindet er das Quartier als grünes Rückgrat mit Feuchtbiotopen, die Lebensraum für Pflanzen und Tiere schaffen. Technisch dient er dem Regenwassermanagement. Er nimmt das im Quartier anfallende Regenwasser auf, speichert es wie eine Rigole und gibt es verzögert wieder ab - vergleichbar mit einem natürlichen Regenrückhaltebecken.
"Bachöffnungen dieser Art gelten als anspruchsvolle Vorhaben. Wo ein Gewässer jahrzehntelang unterirdisch verlief, treffen Renaturierung und bestehende Stadtstruktur unmittelbar aufeinander. Bebauung, Leitungen und Verkehrswege müssen mit dem neuen offenen Bachlauf in Einklang gebracht werden, ohne die Sicherheit im Quartier zu beeinträchtigen", so Vogel.
Vom Kasernenstandort zum Stadtquartier
Der erste Bauabschnitt ist bereits geschafft: Die Unterführung unter der Eurener Straße Richtung Mosel steht. Die eigentliche Offenlegung des Irrbachs und der Bau der Aufenthalts- und Naherholungsräume sollen im vierten Quartal 2026 beginnen. Der seit September 2023 rechtskräftige Bebauungsplan stellt die Weichen für die Entwicklung. Derzeit werden die Flächen entsiegelt und die technische Infrastruktur vorbereitet. Neben dem Projekt im Westen steuert Drees & Sommer als übergreifender Berater und Projektsteuerer der EGP zwei weitere große Konversionsprojekte in Trier: Castelnau Mattheis und das Burgunder Viertel.
[1] BMUKN: Flächenverbrauch - Worum geht es? (https://www.bundesumweltministerium.de/themen/nachhaltigkeit/strategie-und-umsetzung/reduzierung-des-flaechenverbrauchs)
[2] BBSR - Startseite - Neue Stadtquartiere entlasten Wohnungsmärkte (https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/startseite/topmeldungen/neue-stadtquartiere-analyse.html)
Pressekontakt:
presse@dreso.com
Original-Content von: Drees & Sommer SE, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/134210/6366255
51 Hektar Siedlungs- und Verkehrsfläche werden in Deutschland pro Tag versiegelt. Das entspricht rund 71 Fußballfeldern. Die Bundesregierung will den Zuwachs bis 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag senken.[1] Hier setzt das "Projekt im Westen" auf der ehemaligen Jägerkaserne an: auf einer rund zehn Hektar großen Konversionsfläche mitten in Trier-West gelegen, wächst ein neues Quartier mit hoher Wohn- und Lebensqualität und verbindet den Stadtteil. So entsteht neuer Wohnraum, ohne zusätzliche Flächen in Anspruch zu nehmen. Geplant sind rund 460 Wohneinheiten sowie neue Freiräume, Spiel- und Aufenthaltsflächen für den gesamten Stadtteil. Herzstück der Entwicklung ist die Offenlegung und Renaturierung des bislang unterirdisch verlaufenden Irrbachs. Das auf Bau, Immobilien und Infrastruktur spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE mit Hauptsitz in Stuttgart begleitet die Flächenentwicklung mit umfassenden Beratungs- und Managementleistungen. Realisiert wird das Quartier von der EGP GmbH, welche auf die Revitalisierung von Brachflächen zu urbanen Projektentwicklungen spezialisiert ist.
Seit dem Jahr 2000 sind bundesweit mehr als 300 neue Stadtquartiere entstanden, weitere 220 Quartiere mit rund 285.000 Wohnungen befinden sich aktuell im Bau.[2] Dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung nach entstehen über 60 Prozent dieser Projekte auf vormals industriell, gewerblich oder militärisch genutzten Flächen. Das zeigt: Konversionsprojekte gewinnen bundesweit an Bedeutung. Auch für Christoph Paulußen, Projektleiter der EGP, liegen Vorteile auf der Hand: "Die Umnutzung der Jägerkaserne bietet die Chance, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und zugleich den Trierer Westen nachhaltig weiterzuentwickeln. Aus dem ehemaligen Kasernengelände entsteht ein vielfältiges Quartier mit attraktiven Freiräumen, das ökologische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt."
Neuer Raum für Jung und Alt
Der Großteil der Neubebauung besteht aus Mehrfamilienhäusern. Insgesamt entstehen im Quartier rund 460 Wohneinheiten, davon rund 220 im ersten Bauabschnitt. Die EGP plant die Gebäude nach Fertigstellung im eigenen Bestand zu halten. Ziel ist es, dauerhaft bezahlbaren und qualitätsvollen Wohnraum zu schaffen und die Entwicklung des Quartiers langfristig zu begleiten. Die architektonische Gestaltung verantwortet dabei die ARGE "better together".
Ergänzend zum Wohnungsbau entstehen vielfältige Freiräume für Begegnung, Erholung und Bewegung. Dazu gehören zwei neue Spielplätze, die als neuer Treffpunkt für unterschiedliche Generationen im Quartier dienen sollen. Die Angebote richten sich nicht nur an die künftigen Bewohner des Quartiers, sondern an die Menschen im gesamten Stadtteil. Den Bau fördert die Städtebauförderung über das Programm "Wachstum und nachhaltige Entwicklung" (WNE). Die geförderten Spielangebote sollen den Kindern im Stadtteil bereits während der weiteren Bauarbeiten zur Verfügung stehen. Ein Social Club, gemeinschaftlich nutzbare Gartenflächen, eine Kreativwerkstatt und kurze Wege fördern zusätzlich das gemeinschaftliche Miteinander im Quartier.
"Das Projekt im Westen zeigt beispielhaft, wie aus einer ehemaligen Militärfläche ein lebendiges Stadtquartier entstehen kann. Die Entwicklung solcher Areale spart nicht nur Ressourcen, sondern stärkt bestehende Strukturen und eröffnet neue Nutzungsmöglichkeiten", sagt Max Vogel, Leading Consultant und Experte für Quartiersentwicklung bei Drees & Sommer. Darüber hinaus berät Drees & Sommer die EGP zu Fragen der Wirtschaftlichkeit, steuert Planer, Gutachter und ausführende Firmen im Vertrags- und Kostenmanagement. Regelmäßiges Reporting liefert dabei belastbare Entscheidungsgrundlagen für die Quartiersentwicklung.
Der Irrbach kehrt ans Licht
Der Irrbach ist auf seinem Weg durch Trier rund 2,1 Kilometer lang und mündet in die Mosel. Naturnah und offen fließt er dabei jedoch nur auf rund 500 Metern. Auf den übrigen 1,6 Kilometern verläuft der Irrbach bis heute verrohrt unter dem Gelände der Jägerkaserne und bleibt dem Stadtbild weitgehend verborgen. Jetzt wird der Bach im Bereich des neuen Quartiers offengelegt, renaturiert und nimmt eine neue Doppelrolle an: Ökologisch verbindet er das Quartier als grünes Rückgrat mit Feuchtbiotopen, die Lebensraum für Pflanzen und Tiere schaffen. Technisch dient er dem Regenwassermanagement. Er nimmt das im Quartier anfallende Regenwasser auf, speichert es wie eine Rigole und gibt es verzögert wieder ab - vergleichbar mit einem natürlichen Regenrückhaltebecken.
"Bachöffnungen dieser Art gelten als anspruchsvolle Vorhaben. Wo ein Gewässer jahrzehntelang unterirdisch verlief, treffen Renaturierung und bestehende Stadtstruktur unmittelbar aufeinander. Bebauung, Leitungen und Verkehrswege müssen mit dem neuen offenen Bachlauf in Einklang gebracht werden, ohne die Sicherheit im Quartier zu beeinträchtigen", so Vogel.
Vom Kasernenstandort zum Stadtquartier
Der erste Bauabschnitt ist bereits geschafft: Die Unterführung unter der Eurener Straße Richtung Mosel steht. Die eigentliche Offenlegung des Irrbachs und der Bau der Aufenthalts- und Naherholungsräume sollen im vierten Quartal 2026 beginnen. Der seit September 2023 rechtskräftige Bebauungsplan stellt die Weichen für die Entwicklung. Derzeit werden die Flächen entsiegelt und die technische Infrastruktur vorbereitet. Neben dem Projekt im Westen steuert Drees & Sommer als übergreifender Berater und Projektsteuerer der EGP zwei weitere große Konversionsprojekte in Trier: Castelnau Mattheis und das Burgunder Viertel.
[1] BMUKN: Flächenverbrauch - Worum geht es? (https://www.bundesumweltministerium.de/themen/nachhaltigkeit/strategie-und-umsetzung/reduzierung-des-flaechenverbrauchs)
[2] BBSR - Startseite - Neue Stadtquartiere entlasten Wohnungsmärkte (https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/startseite/topmeldungen/neue-stadtquartiere-analyse.html)
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