Bonn (ots) -
Anlässlich des dritten Jahrestages des Terrorüberfalls der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer:
"Heute vor drei Jahren überfielen Hamas-Terroristen Israel und ermordeten innerhalb weniger Stunden über 1.200 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer. Rund 250 weitere Menschen wurden in den Gazastreifen verschleppt, wo viele von ihnen getötet wurden oder an den Folgen der Gefangenschaft starben. Was der 7. Oktober 2023 für die Angehörigen der Opfer und Geiseln an Leid bedeutet, lässt sich kaum in Worte fassen. Für sie wird das Leben nie wieder so sein wie zuvor. Mehr denn je ist deutlich: Es gibt eine Zeit vor und eine Zeit nach dem 7. Oktober 2023. Dies gilt sowohl für Israelis als auch für Palästinenser.
Die militärische Reaktion Israels kostete im Gazastreifen über 70.000 Menschen das Leben und führte zu einer humanitären Katastrophe, die bis heute nicht überwunden ist. Auch im Westjordanland hat sich die Gewalt extremistischer Siedler seither deutlich verschärft. Angst vor neuen Angriffen und fehlende Perspektiven prägen den Alltag vieler Palästinenser. Vielerorts wurden Fakten geschaffen, die dem Ziel einer gerechten Friedensordnung im Heiligen Land - mit zwei souveränen Staaten, Israel und Palästina, sowie Sicherheitsgarantien für beide Völker - diametral entgegenstehen.
Hinzu kommt, dass der 7. Oktober 2023 und seine Folgen nicht nur im Nahen Osten tiefe Wunden gerissen haben. Antisemitismus und Judenhass haben seither weltweit in dramatischem Ausmaß zugenommen - auch hier bei uns in Deutschland. Ich möchte unmissverständlich deutlich machen: Als Kirche stehen wir fest an der Seite unserer jüdischen Mitbürger. Antisemitismus und Judenhass, egal welcher Couleur, haben in unserer Gesellschaft keinen Platz! Mit Nachdruck setzen wir uns dafür ein, dass Juden, Christen und Muslime in unserem Land einander im Geist der Geschwisterlichkeit begegnen.
Der heutige Tag mahnt uns, dass Hass, Terror und Krieg niemals das Mittel der Wahl sein dürfen, sondern geradewegs in den Abgrund führen. Statt einer Barbarei des Blutvergießens brauchen wir eine Kultur des Dialogs und der Versöhnung. Denn Frieden entsteht nicht durch Vergeltung, sondern durch die Bereitschaft, den Anderen als Menschen mit derselben Würde anzuerkennen."
Pressekontakt:
Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz
Pressestelle/Öffentlichkeitsarbeit
Kaiserstraße 161
53113 Bonn
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"Heute vor drei Jahren überfielen Hamas-Terroristen Israel und ermordeten innerhalb weniger Stunden über 1.200 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer. Rund 250 weitere Menschen wurden in den Gazastreifen verschleppt, wo viele von ihnen getötet wurden oder an den Folgen der Gefangenschaft starben. Was der 7. Oktober 2023 für die Angehörigen der Opfer und Geiseln an Leid bedeutet, lässt sich kaum in Worte fassen. Für sie wird das Leben nie wieder so sein wie zuvor. Mehr denn je ist deutlich: Es gibt eine Zeit vor und eine Zeit nach dem 7. Oktober 2023. Dies gilt sowohl für Israelis als auch für Palästinenser.
Die militärische Reaktion Israels kostete im Gazastreifen über 70.000 Menschen das Leben und führte zu einer humanitären Katastrophe, die bis heute nicht überwunden ist. Auch im Westjordanland hat sich die Gewalt extremistischer Siedler seither deutlich verschärft. Angst vor neuen Angriffen und fehlende Perspektiven prägen den Alltag vieler Palästinenser. Vielerorts wurden Fakten geschaffen, die dem Ziel einer gerechten Friedensordnung im Heiligen Land - mit zwei souveränen Staaten, Israel und Palästina, sowie Sicherheitsgarantien für beide Völker - diametral entgegenstehen.
Hinzu kommt, dass der 7. Oktober 2023 und seine Folgen nicht nur im Nahen Osten tiefe Wunden gerissen haben. Antisemitismus und Judenhass haben seither weltweit in dramatischem Ausmaß zugenommen - auch hier bei uns in Deutschland. Ich möchte unmissverständlich deutlich machen: Als Kirche stehen wir fest an der Seite unserer jüdischen Mitbürger. Antisemitismus und Judenhass, egal welcher Couleur, haben in unserer Gesellschaft keinen Platz! Mit Nachdruck setzen wir uns dafür ein, dass Juden, Christen und Muslime in unserem Land einander im Geist der Geschwisterlichkeit begegnen.
Der heutige Tag mahnt uns, dass Hass, Terror und Krieg niemals das Mittel der Wahl sein dürfen, sondern geradewegs in den Abgrund führen. Statt einer Barbarei des Blutvergießens brauchen wir eine Kultur des Dialogs und der Versöhnung. Denn Frieden entsteht nicht durch Vergeltung, sondern durch die Bereitschaft, den Anderen als Menschen mit derselben Würde anzuerkennen."
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