BERLIN (dpa-AFX) - Mehr als ein Drittel der Studentinnen und Studenten in Deutschland ist einer Auswertung des Paritätischen Gesamtverbands zufolge von Armut betroffen. Die Armutsquote liege bei 37,8 Prozent, teilten der Verband und das Deutsche Studierendenwerk mit. Grundlage sind demnach Daten des Mikrozensus.
Bei alleinlebenden Studenten sei die Armutsquote deutlich höher: 82,4 Prozent haben demnach im Monat weniger als 1.445 Euro zur Verfügung. Diese Grenze gilt laut Statistischem Bundesamt bei Alleinlebenden als sogenannte Armutsgefährdungsschwelle.
Armut wird in wohlhabenden Ländern nicht im klassischen Sinn etwa von Hunger definiert, sondern über das Haushaltseinkommen und die daraus folgenden Möglichkeiten an gesellschaftlicher Teilhabe. Als arm oder armutsgefährdet gelten demnach in Deutschland Menschen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens auskommen müssen.
Die Wohnkosten stellten insbesondere für alleinlebende Studierende eine erhebliche finanzielle Belastung dar, hieß es. Mehr als die Hälfte der Alleinlebenden muss demnach mindestens die Hälfte ihres verfügbaren Einkommens für Wohnen ausgeben. Paritätischer und Studierendenwerk kritisierten, das Bafög halte mit den Lebenshaltungskosten nicht Schritt./jr/DP/mis
