
© Foto: Symbolbild mit KI erstellt
Die Allianz-Aktie hat zuletzt ein paar Federn gelassen. Fast 10 Prozent unter dem letzten Hoch. Das Rückkaufprogramm ist durch, und die KI-Sorgen geistern durch die Köpfe der Anleger. Dazu kommt ein irres Streitbild unter den Analysten: Die Kursziele reichen von 353 bis 684 Euro. Das ist echt Wahnsinn bei den Einschätzungen und beim Aktienpotenzial. Was ist da los und wo könnte die Aktie Halt finden, falls es doch noch einmal weiter nach unten geht? Ein Blick auf die Zahlen, den Chart und die Nachrichten zeigt, dass die Lage spannender ist, als der Kurs es vermuten lässt.
Rückkauf vorbei! Analysten sind sich uneins!
Bei rund 418 Euro steht die Aktie aktuell. Das Hoch lag bei 454,60 Euro. Ein Grund für die derzeitige Schwäche könnte unter anderem sein, dass das Rückkaufprogramm über 2,5 Milliarden Euro abgeschlossen ist. Die Allianz hat 6,25 Millionen eigene Aktien gekauft, im Schnitt für gut 400 Euro. Dieser Käufer fällt nun erst einmal weg. Dazu kommen Gewinnmitnahmen und die Sorge, KI könnte den Versicherungsvertrieb umkrempeln. Jefferies hält die Angst für übertrieben und hebt das Ziel von 325 auf 420 Euro an. Die Einstufung bleibt bei Hold. Berenberg bleibt bei Buy und sieht 684 Euro. Barclays rät dagegen zum Verkauf, Ziel 353 Euro. Operativ läuft es bisweilen solide, da im ersten Halbjahr das operative Ergebnis um 9 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro gestiegen ist. Fürs Gesamtjahr peilt der Konzern 16,4 bis 18,4 Milliarden Euro an. Im Konzern tut sich außerdem einiges bei Personal, denn zum 1. November übernimmt Philipp Kroetz die Leitung von Allianz Partners. Sein Nachfolger bei Allianz Direct wird Laurent Floquet. Tomas Kunzmann rückt zum 1. Januar 2027 in den Vorstand auf. Neben dem Personalwechsel gibt es auch ein neues Produkt: Die Krankenversicherung hat mit "MeinKrankenhausschutz" eine Zusatzpolice mit drei Tarifstufen gestartet. Kleine Schritte, aber sie zeigen, dass Der Allianz-Konzern in Bewegung bleibt.

Charttechnik
Charttechnisch ist die Lage entspannter, als es sich anfühlt. Der Aufwärtstrend ist intakt. Die Aktie könnte sogar noch bis knapp unter 400 Euro zurückfallen, ohne dass er in Gefahr gerät. Knapp darunter verläuft der 200er SMA und zwar zwischen 397 und 398 Euro. Dieser gilt als wichtige Unterstützung. Solche Rücksetzer sind in einem gesunden Aufwärtstrend ganz normal. Hält die Marke, wäre das ein gutes Signal und dann dürfte es wieder nach oben gehen. Erst Richtung altes Hoch bei rund 455 Euro, später vielleicht sogar in Richtung 500 Euro. Fällt die Aktie aber nachhaltig unter den 200er SMA, sieht das Bild anders aus. Dann müssten Anleger neu bewerten. Aktuell spricht aber nichts dafür, da auch der Trend weiter nach oben zeigt.
Was tun?
Fundamental steht die Allianz stabil da. Das KGV liegt bei rund 14, die Dividende von 17,10 Euro bringt ca. 4 Prozent. Die Vermögensverwaltung meldet weiter Zuflüsse und neue Chefs bei Allianz Partners und Allianz Direct sorgen für frischen Wind. Belastend könnten Hagelschäden im dritten Quartal wirken. Mit den Zahlen am 12. November gibt es aber vielleicht bald Klarheit. Unterm Strich ergibt sich ein eher neutrales, bis positives Bild. Wer schon dabei ist, kann ruhig und getrost dabeibleiben. Wer neu einsteigen will, könnte auf Rücksetzer Richtung 400 Euro warten oder in Etappen, bzw. gestaffelten Tranchen kaufen. Auch der Kapitalmarkttag am 8. Dezember könnte neue Impulse bringen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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