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MÄRKTE EUROPA/Sprung bei Ölpreis und Renditen belastet

DJ MÄRKTE EUROPA/Sprung bei Ölpreis und Renditen belastet

DOW JONES--Der Druck auf Europas Börsen hält am Donnerstagmittag an. Sorgen macht vor allem der ungebremste Anstieg der US-Renditen. Die 10-jährige Staatsanleihe steht dort mit 5,35 Prozent Rendite nur noch kurz vor einem neuen 24-Jahreshoch. Die 30-jährige hat bereits ein neues Dekadenhoch erreicht. Entsprechend brechen weltweit die Anleihen weiter ein bzw. deren Renditen springen nach oben. In Großbritannien wurde sogar bei den langlaufenden "Gilts" die gefürchtete 6 Prozentmarke erneut überboten. In den USA reagieren die Dow-Futures mit über 500 Punkten Verlust.

Der Abschlag 1,2 Prozent des DAX auf 24.813 Punkte werten Händler daher sogar als "relativ moderat". Auch der Euro-Stoxx-50 verliert 1,2 Prozent - auf 6.104 Zähler. Ein ganz entscheidender Belastungsfaktor unter vielen ist der Anstieg des Ölpreises - bei Brent von mittlerweile über 5 Prozent auf 105,20 Dollar. Die Ölpreise werden von erneuten Drohungen von US-Präsident Donald Trump über massive Bombardierungen des Irans noch vor den Zwischenwahlen im November getrieben. Händler halten dies nicht für unwahrscheinlich, da Trump sein Gesicht in der Wahl nicht zu verlieren möchte. An Wettbörsen wie Kalshi wird die Wahrscheinlichkeit für einen Verlust des Repräsentantenhauses für die Republikaner von Trump derzeit mit 89 Prozent bewertet.

Das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Notenbank vom Vorabend, das Hinweise auf nur noch eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr lieferte, verpufft weitgehend. "Das übergeordnete Belastungsthema massiv steigender Preise für Kapital wird der Markt damit nicht los", kommentierte ein Händler. Hauptverlierer sind weiter die Banken-Aktien mit 2,1 Prozent Minus, Gewinner wie üblich die Ölwerte mit 1,5 Prozent Plus, BP und Repsol legen sogar bis zu 3,4 Prozent zu.

Schwächer zeigen sich auch Autoaktien. Neben dem Renditeanstieg und dem erwarteten Druck auf die Nachfrage nach Autofinanzierungen sorgt man sich auch wieder um China. Die härtere Gangart der EU gegen China-Importe könne Gegenmaßnahmen auslösen und die Marktposition europäischer Hersteller weiter schwächen. Für VW geht es 2,9 Prozent tiefer, für Mercedes-Benz 1,9 Prozent. Letztere hatten schon am Vortag unter einem Absatzrückgang gelitten. Noch stärker fallen französische Hersteller und Zulieferer. Renault verlieren 2,6 Prozent, Forvia sogar 8 Prozent. Auch Aumovio in Deutschland geben 6,3 Prozent nach.

Beim Biotechnologie-Unternehmen Argenx geht es 15 Prozent tiefer. Hier ist ein Versuch gescheitert, den Anwendungsbereich des Wirkstoffs Efgartigimod auf weitere Bereiche auszudehnen. Argenx sei nahezu vollständig von diesem Produkt abhängig und suche händeringend nach anderen Anwendungen, heißt es im Handel. Übersehen werde dabei der Erfolg beim viel interessanteren Wirkstoff FB102, der gegen weit verbreitete Darmerkrankungen wie Zöliakie wirke.

Lonza leiden mit minus 1,7 Prozent etwas darunter, da das Unternehmen ein Produktionspartner von Argenx ist. Mehr Sorgen machen sich Händler über Kursverlust von bis zu 2 Prozent bei Roche und Sandoz, die angesichts der Flucht in Sichere Häfen wie am Vortag eigentlich gesucht sein müssten.

Mit einem Plus von 3,4 Prozent steigen Imperial Brands gegen den Markt. Das frühe Erreichen der Jahresziele und die Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufs über 1,5 Milliarden Pfund wird gefeiert. Weitere gute Nachrichten aus dem Konsumsektor kommen von der Supermarktkette Tesco. Dank einer erhöhten Schätzspanne für den Jahresgewinne geht es 5,1 Prozent höher. Auch Sainsburys zieht dies 2,6 Prozent nach oben.

Bei Südzucker geht es dagegen nach finalen Geschäftszahlen 4 Prozent abwärts. Wegen der Trockenheit im Sommer wird befürchtet, dass die Rübenernte leidet und damit auch der Zuckerausstoß im zweiten Halbjahr. Jungheinrich fallen nach einer negativen Studie samt Abstufung durch Bank of America um 6,3 Prozent.

=== 
Index          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      6.103,63  -1,2   -76,66    6.180,29    5,4 
Stoxx-50        5.246,31  -0,9   -47,07    5.293,38    6,7 
DAX          24.812,94  -1,2  -291,42    25.104,36    1,3 
MDAX          29.639,52  -1,6  -472,89    27.039,42    -3,2 
TecDAX         3.987,60  -1,5   -60,93    3.091,28    10,1 
SDAX          17.935,61  -1,3  -234,08    13.062,07    4,4 
FTSE          10.417,62  -0,4   -40,88    10.458,50    4,9 
CAC           7.699,72  -0,9   -69,49    7.769,21    -5,5 
SMI          13.651,15  -1,1  -157,27    13.808,42    2,9 
ATX           6.519,93  -1,4   -92,06    6.611,99    22,4 
 
DEVISEN         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17.30 
EUR/USD          1,1172  -0,2  -0,0023     1,1195   1,1186 
EUR/JPY          176,83  -0,1  -0,1300     176,96  176,9300 
EUR/CHF          0,9313  -0,2  -0,0015     0,9328   0,9324 
EUR/GBP          0,8469  -0,0  -0,0002     0,8471   0,8469 
USD/JPY          158,27  +0,1   0,2100     158,06  158,1400 
GBP/USD          1,3189  -0,2  -0,0021      1,321   1,3204 
USD/CNY          6,7021  -0,0  -0,0024     6,7045   6,7045 
USD/CNH          6,7052  +0,0   0,0027     6,7025   6,7049 
AUS/USD          0,6933  -0,4  -0,0027      0,696   0,6959 
Bitcoin/USD      82.419,33  -1,2  -995,01    83.414,34 83.060,25 
 
ROHÖL          zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
WTI/Nymex         92,65  +5,0    4,37      88,28 
Brent/ICE         105,06  +4,9    4,86     100,20 
 
Metalle         zuletzt +/- %  +/- abs. Schluss Vortag 
Gold          4.118,75  +0,2    8,20    4.110,55 
Silber           58,71  -2,4   -1,44      60,15 
Platin         1.645,50  +0,9   14,68    1.630,82 
(Angaben ohne Gewähr) 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mod/flf

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October 08, 2026 07:39 ET (11:39 GMT)

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Der Iran-Krieg hat den globalen Energiemarkt erschüttert. Zerstörte Förderanlagen, ausgefallene Transportwege und fehlende Raffineriekapazitäten sorgen dafür, dass nicht nur Rohöl, sondern vor allem Benzin und Diesel knapp und teuer bleiben könnten. Selbst ein Ende der Kämpfe würde das Problem nicht über Nacht lösen, der Wiederaufbau der Energieinfrastruktur dürfte Jahre dauern.

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