DJ XETRA-SCHLUSS/Ölpreise und Renditen drücken DAX unter 25.000
DOW JONES--Deutlich gestiegene Ölpreise und in der Folge erneut höhere Anleiherenditen haben am Donnerstag den deutschen wie auch den europäischen Aktienmarkt belastet. Einen ganz entscheidenden Belastungsfaktor stellte die Ölpreisrally - Brent kostete zuletzt über 105 Dollar das Fass. Händler erklärten die deutlich gestiegenen Ölpreise mit fortgesetzten Angriffen auf die zivile Schifffahrt im Persischen Golf, Berichten über US-Planungen für neue Angriffe auf den Iran und Wirbelsturm Isaias, der die Ölförderung im Golf von Mexiko einschränkt. Der Abschlag des DAX von 1,2 Prozent auf 24.807 Punkte werteten Händler daher sogar als "relativ moderat".
In Folge der gestiegenen Rohölpreise und damit einhergehenden Inflationsbefürchtungen bereitete vor allem der ungebremste Anstieg der US-Renditen Sorgen. 10-jährige US-Staatsanleihen rentierten zwischenzeitlich erneut auf einem 24-Jahreshoch. Das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank vom Vorabend lieferte zudem Hinweise auf eine weitere Zinserhöhung bis zum Jahresende. In Großbritannien wurde bei langlaufenden "Gilts" die gefürchtete 6-Prozentmarke erneut überboten. "Das übergeordnete Belastungsthema massiv steigender Preise für Kapital wird der Markt damit nicht los", kommentierte ein Händler.
Schwächer zeigten sich Automobilwerte. Neben dem Renditeanstieg und dem erwarteten Druck auf die Nachfrage nach Autofinanzierungen sorgte man sich auch wieder um China. Die härtere Gangart der EU gegen China-Importe könne Gegenmaßnahmen auslösen und die Marktposition europäischer Hersteller weiter schwächen. Für VW ging es 4,9 Prozent tiefer, für Mercedes-Benz 2 Prozent. Letztere hatten schon am Vortag unter einem Absatzrückgang gelitten - BWM büßten 2,8 Prozent ein. Aumovio stürzten um 8,8 Prozent ab. Im Verbund europäischer Gesundheitsaktien verloren Fresenius 3,9 Prozent. Belastet von höheren Marktzinsen gaben Vonovia 3,3 Prozent ab.
Südzucker verloren nach finalen Geschäftszahlen 4,5 Prozent. Wegen der Trockenheit im Sommer dürfte die Zuckerrübenernte leiden und damit auch der Zuckerausstoß im zweiten Halbjahr. Jungheinrich fielen nach einer negativen Studie samt Abstufung durch Bank of America um 5,6 Prozent.
=== Index zuletzt* +/- % +/- % YTD DAX 24.807 -1,2 1,4 DAX-Future 24.948 -1,2 2,2 XDAX 24.812 -1,3 0,9 MDAX 29.507 -2,0 -3,6 TecDAX 3.966 -2,1 9,6 SDAX 17.823 -1,9 3,8 zuletzt +/- Ticks Bund-Future 120,80 -1,0 *gerundet ===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/flf/brb
(END) Dow Jones Newswires
October 08, 2026 11:55 ET (15:55 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.
