DJ MÄRKTE EUROPA/Sprung bei Ölpreis und Renditen belastet
DOW JONES--Deutlich gestiegene Ölpreise und in der Folge erneut höhere Anleiherenditen haben am Donnerstag den europäischen Aktienmarkt belastet. Einen ganz entscheidenden Belastungsfaktor stellte die Ölpreisrally - Brent lag zuletzt mit knapp 106 Dollar das Fass wieder klar über der Marke von 100 Dollar. Händler erklärten die deutlich gestiegenen Ölpreise mit fortgesetzten Angriffen auf die zivile Schifffahrt im Persischen Golf, Berichten über US-Planungen für neue Angriffe auf den Iran und Wirbelsturm Isaias, der die Ölförderung im Golf von Mexiko einschränkt. Die Abschläge an den Börsen werteten Händler angesichts des negativen Umfelds als "relativ moderat". Der DAX verlor 1,2 Prozent auf 24.807 Punkte, der Euro-Stoxx-50 büßte 0,9 Prozent auf 6.127 Zähler ein.
In Folge der gestiegenen Rohölpreise und damit einhergehenden Inflationsbefürchtungen bereitete vor allem der ungebremste Anstieg der US-Renditen Sorgen. 10-jährige US-Staatsanleihen rentierten zwischenzeitlich erneut auf einem 24-Jahreshoch. Das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank vom Vorabend lieferte zudem Hinweise auf eine weitere Zinserhöhung bis zum Jahresende. In Großbritannien wurde bei langlaufenden "Gilts" die gefürchtete 6-Prozent-Marke erneut überboten. "Das übergeordnete Belastungsthema massiv steigender Preise für Kapital wird der Markt damit nicht los", kommentierte ein Händler. Höhere Zinsen dürften die Kreditnachfrage dämpfen, daher gab der Bankensektor 1,7 Prozent nach. Gewinner stellten die Energie- und Ölwerte mit 2,6 Prozent Aufschlag - BP und Repsol legten um bis zu 5,1 Prozent zu.
Schwächer zeigen sich Autoaktien. Neben dem Renditeanstieg und dem erwarteten Druck auf die Nachfrage nach Autofinanzierungen sorgte man sich auch wieder um China. Die härtere Gangart der EU gegen China-Importe könne Gegenmaßnahmen auslösen und die Marktposition europäischer Hersteller weiter schwächen. Für VW ging es 4,9 Prozent tiefer, für BWM und Mercedes-Benz 2,8 bzw. 2 Prozent. Letztere hatten schon am Vortag unter einem Absatzrückgang gelitten. Stärker fielen auch die Titel der französischen Hersteller und Zulieferer. Renault verloren 2,7 Prozent, Forvia gar 10,9 Prozent.
Beim Biotechnologie-Unternehmen Argenx ging es 15,9 Prozent tiefer. Ein Versuch, den Anwendungsbereich des Wirkstoffs Efgartigimod auf weitere Bereiche auszudehnen, misslang, wie Studien zeigten. Argenx sei nahezu vollständig von diesem Produkt abhängig und suche händeringend nach anderen Anwendungen, hieß es im Handel. Lonza litten mit minus 2,4 Prozent darunter, da das Unternehmen einen Produktionspartner von Argenx stellt. Mehr Sorgen machten sich Händler über Kursverluste von knapp über 2 Prozent bei Roche und Sandoz, die angesichts der Flucht in Sichere Häfen wie am Vortag eigentlich hätten gesucht sein müssen.
Mit einem Plus von 5,1 Prozent stiegen Imperial Brands gegen den Markt. Das frühe Erreichen der Jahresziele und die Ankündigung eines neuen Aktienrückkaufs über 1,5 Milliarden Pfund wurden gewürdigt. Weitere gute Nachrichten aus dem Konsumsektor kamen von der Supermarktkette Tesco. Dank einer erhöhten Schätzspanne für den Jahresgewinn ging es 5,2 Prozent höher - Sainsburys zogen um 1,5 Prozent an.
Bei Südzucker ging es dagegen nach finalen Geschäftszahlen 4,5 Prozent abwärts. Wegen der Trockenheit im Sommer dürfte die Zuckerrübenernte leiden und damit auch der Zuckerausstoß.
=== Index Schluss* Entwicklung in % Seit Jahresbeginn (%) Euro-Stoxx-50 6.127 -0,9 +6,7 Stoxx-50 5.260 -0,6 +7,6 Stoxx-600 626 -0,8 +6,4 DAX 24.807 -1,2 +2,5 FTSE-100 London 10.459 -0,2 +5,3 CAC-40 Paris 7.769 -0,5 -4,7 AEX Amsterdam 1.118 +0,3 +17,5 ATHEX-20 Athen 6.723 -2,2 +25,6 BEL-20 Brüssel 5.528 -2,3 +8,9 BUX Budapest 141.308 -2,9 +27,3 OMXH-25 Helsinki 6.406 -1,0 +12,3 OMXC-20 Kopenhagen 1.509 -0,9 -6,2 PSI 20 Lissabon 9.334 +0,2 +13,0 IBEX-35 Madrid 19.118 -1,0 +10,5 FTSE-MIB Mailand 49.972 -1,4 +11,2 OBX Oslo 1.954 +0,0 +22,3 PX Prag 2.566 -0,8 -4,5 OMXS-30 Stockholm 3.227 -0,8 +11,9 WIG-20 Warschau 155.765 -0,6 +33,7 ATX Wien 6.612 -0,8 +24,1 SMI Zürich 13.808 -1,2 +4,1 * gerundet DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17.30 EUR/USD 1,1189 -0,1 -0,0006 1,1195 1,1186 EUR/JPY 177,15 +0,1 0,1900 176,96 176,9300 EUR/CHF 0,9323 -0,1 -0,0005 0,9328 0,9324 EUR/GBP 0,847 -0,0 -0,0001 0,8471 0,8469 USD/JPY 158,32 +0,2 0,2600 158,06 158,1400 GBP/USD 1,3204 -0,1 -0,0006 1,321 1,3204 USD/CNY 6,7021 -0,0 -0,0024 6,7045 6,7045 USD/CNH 6,7055 +0,0 0,0030 6,7025 6,7049 AUS/USD 0,6945 -0,2 -0,0015 0,696 0,6959 Bitcoin/USD 80.981,69 -2,9 -2.432,65 83.414,34 83.060,25 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 92,62 +4,9 4,34 88,28 Brent/ICE 105,71 +5,5 5,51 100,20 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.108,29 -0,1 -2,26 4.110,55 Silber 58,61 -2,6 -1,54 60,15 Platin 1.623,75 -0,4 -7,07 1.630,82 (Angaben ohne Gewähr) ===
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October 08, 2026 12:13 ET (16:13 GMT)
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