DJ MÄRKTE USA/Börse erneut von Ölpreisen und Renditen belastet
DOW JONES--Die Wall Street bleibt am Donnerstag im Abwärtsmodus. Die Belastungsfaktoren des Vortages haben dabei Bestand, denn gedrückt wird die Stimmung von steigenden Ölpreisen wie auch zumindest zwischenzeitlich anziehenden Anleiherenditen. Anleger räumten der Entwicklung bei Ölpreisen und Anleiherenditen derzeit Vorrang gegenüber erhofften Gewinnen durch Künstliche Intelligenz im Technologiesektor ein, heißt es. Gegen Mittag US-Ostküstenzeit sinkt der Dow-Jones-Index um 0,3 Prozent auf 51.036 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite geben um 0,3 bzw. 0,6 Prozent nach.
Da die steigenden Ölpreise erneut Inflationssorgen schüren, sei es auch wenig verwunderlich, dass die Anleiherenditen wieder Fahrt aufnähmen, heißt es im Handel. Dass das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung am Vorabend im laufenden Jahr eine weitere Zinserhöhung in Aussicht stellte, passt da ins Bild. Allerdings kommen die Renditen von ihren Tageshochs zurück, womit sich die Lage etwas entspannt. Mit Argwohn wird auf eine Auktion von Längläufern am frühen Abend (MEZ) geschaut. Deren Nachfrage dürfte die Tagestendenz am Anleihemarkt bestimmen, heißt es.
"Die globalen Aktienmärkte fallen am Donnerstag, da steigende Rohölpreise und zunehmende Spannungen im Nahen Osten die Sorgen vor Stagflation neu entfachten und damit eine Rally beendeten, die die wichtigsten Indizes wieder in Richtung ihrer Rekordhochs geführt hatte", erläutern die Analysten von Tickmill. Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten fallen einen Tick besser als gedacht aus, liefern in der Zinsdebatte aber keine neuen Erkenntnisse.
Am Anleihemarkt steigen die Renditen temporär wieder auf Mehrdekadenhochs. Zehnjährige US-Staatsanleihen werfen mit 5,28 Prozent in etwa soviel wie am Vorabend ab, bewegen sich damit aber weiter in der Nähe von 24-Jahreshochs. Zwischenzeitlich waren die Renditen um knapp 6 Basispunkte geklettert. Die Inflationsrisiken bleiben laut Sitzungsprotokoll der US-Notenbank nach oben gerichtet. Die Märkte messen einer weiteren US-Zinserhöhung am 28. Oktober eine Wahrscheinlichkeit von nur 19 Prozent bei, aber eine Erhöhung bis zum Jahresende ist vollständig eingepreist.
Der Dollar zieht mit steigenden Marktzinsen erneut an, der Dollar-Index klettert um weitere 0,1 Prozent. Der Markt erwarte eine Zinserhöhung im Dezember, gefolgt von zwei weiteren Erhöhungen im kommenden Jahr. "Wir halten das für zu aggressiv, bezweifeln aber, dass der Markt in diesem Jahr gegen diese falkenhafte Positionierung angehen will", erläutert ING-Analyst Chris Turner.
Die Ölpreise ziehen im Verlauf unentwegt an, das Fass Brent verteuert sich um 5,4 Prozent auf 105,58 Dollar. Händler erklären die Ölpreisrally mit fortgesetzten Angriffen auf die zivile Schifffahrt im Persischen Golf, Berichten über US-Planungen für neue Angriffe auf den Iran und Wirbelsturm Isaias, der die Ölförderung im Golf von Mexiko einschränkt. Die Goldpreise stagnieren - trotz steigender Marktzinsen und Dollar-Stärke. "Die Kursbewegung verdeutlicht einen anhaltenden Kampf zwischen makroökonomisch und technisch orientierten Händlern (...)", meinen die Analysten der Saxo Bank.
Am Aktienmarkt geraten im Technologiesektor die zinsreagiblen KI-Aktien unter Druck. Der Chiptitel Intel verliert 3,2, Marvell 2,1 Prozent - Nvidia büßen 0,9 Prozent ein. Wolfspeed springen zunächst um einen zweistelligen Prozentwerte nach oben, nachdem das Unternehmen eine Finanzierungsvereinbarung mit dem Pentagon abgeschlossen hat. Anschließend setzen aber Gewinnmitnahmen ein, der Kurs dreht 2,5 Prozent ins Minus. Anleger preisten die verwässernden Bedingungen des neuen Milliarden-Kredits sowie das anhaltend schwache operative Geschäft ein, so Händler.
Applied Digital verzeichnet einen größeren Verlust im ersten Quartal trotz eines Umsatzanstiegs, die Titel des Betreibers von Rechenzentren liegen 1,4 Prozent hinten. Der Softdrinkhersteller PepsiCo verbucht im dritten Quartal einen höheren Gewinn und Umsatz im Zuge der anhaltenden Trendwende, der Kurs steigt um 1,2 Prozent.
Levi Strauss fallen nach Geschäftsausweis um 3,2 Prozent, der Jeanshersteller hat die Gewinnerwartungen für das dritte Quartal übertroffen und die Jahresprognose angehoben. Allerdings geht ein erheblicher Teil des Gewinnwachstums auf Zollrückerstattungen zurück. Resources Connection brechen 23 Prozent ein - belastet von einem Umsatzrückgang und einem höheren Verlust.
=== INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag DJIA 51.035,77 -0,3 -144,10 51.179,87 S&P-500 7.774,86 -0,3 -26,91 7.801,77 NASDAQ Comp 27.362,79 -0,6 -175,90 27.538,69 NASDAQ 100 30.953,05 -0,7 -207,03 31.160,08 US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief 2 Jahre 4,80 +0,04 4,82 4,77 5 Jahre 5,05 +0,03 5,09 5,03 10 Jahre 5,28 +0,00 5,35 5,27 DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Mi, 17.30 EUR/USD 1,1187 -0,1 -0,0008 1,1195 1,1186 EUR/JPY 177,1 +0,1 0,1400 176,96 176,9300 EUR/CHF 0,9322 -0,1 -0,0006 0,9328 0,9324 EUR/GBP 0,8469 -0,0 -0,0002 0,8471 0,8469 USD/JPY 158,29 +0,2 0,2300 158,06 158,1400 GBP/USD 1,3206 -0,0 -0,0004 1,321 1,3204 USD/CNY 6,7021 -0,0 -0,0024 6,7045 6,7045 USD/CNH 6,7051 +0,0 0,0026 6,7025 6,7049 AUS/USD 0,6946 -0,2 -0,0014 0,696 0,6959 Bitcoin/USD 81.144,71 -2,7 -2.269,63 83.414,34 83.060,25 ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag WTI/Nymex 92,40 +4,7 4,12 88,28 Brent/ICE 105,58 +5,4 5,38 100,20 Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Gold 4.111,74 +0,0 1,19 4.110,55 Silber 58,73 -2,4 -1,42 60,15 Platin 1.626,59 -0,3 -4,23 1.630,82 (Angaben ohne Gewähr) ===
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October 08, 2026 12:34 ET (16:34 GMT)
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