
© Foto: Symbolbild mit KI erstellt
Noch vor gut einem Jahr war Renk einer der Stars unter den Rüstungswerten. Heute steht die Aktie bei rund 35 Euro oder knapp darunter. Das ist ein Minus von knapp 60 Prozent. Vom Hoch bei knapp 90,34 Euro ist nicht mehr viel übrig. Dabei laufen die Geschäfte nicht schlecht zumal die Auftragsbücher voll sind, aber trotzdem drehen einige Analysten die Daumen nach unten, und der Chart sieht düster aus. Manche Beobachter halten 30 Euro für möglich, andere reden schon von 25. Warum stürzt die Aktie so tief? Und was kommt als Nächstes? Wir haben die Fakten für Sie sortiert.
Aufträge da, Gewinn aber schwach
Es klingt verrückt. Renk bekommt Aufträge, und der Kurs fällt trotzdem. Zuletzt orderte der finnische Hersteller Patria Getriebe für 30 Millionen Euro. Sie sind für die Fahrzeugfamilie TRACKX gedacht, die Auslieferung startet 2027. Die Börse aber zuckt nur mit den Schultern. Im zweiten Quartal halbierte sich der Gewinn je Aktie auf 0,15 Euro. Der Umsatz stieg dagegen kaum, nur um 1,7 Prozent. Einige Anleger fragen sich jetzt, ob aus den vollen Büchern auch Gewinne werden. Dazu kommt ein weiteres Thema, das viele Anleger nervös macht. Die Kriegsführung ändert sich. Drohnen werden immer wichtiger, und mancher fürchtet, dass klassische Kettenfahrzeuge an Bedeutung verlieren könnten oder auch werden. Renk baut unter anderem genau dafür die Getriebe. Gleichzeitig wandert Geld in Rüstungselektronik zu anderen Mitbwerbern. Die Bank of America nennt das Geschäft mit der Bestandsauffüllung zyklisch. Renk steht damit auf der falschen Seite der Diskussion.
Charttechnik
Der Chart zeigt derzeit kein schönes Bild. Die Aktie notiert bei rund 35 Euro oder auch schon darunter und ist unter das alte Jahrestief gerutscht. Die wichtige Marke bei 40 Euro ist damit schon längst gerissen. Binnen eines Monats gingen über 15 Prozent nochmals verloren. Viele Chartexperten sehen als nächstes Ziel die 30 Euro und wenn auch diese Marke bricht, rückt der Kurs mit Ziel Richtung 25 Euro in Reichweite. Der Abwärtstrend wird auch durch die beiden wichtigen SMAs (50er und 200er) bestätigt. Erst über 45 Euro hätte die Aktie wieder eine echte Chance auf eine Trendwende. Davon ist sie momentan aber extrem weit entfernt.

Was tun?
Die Lage bleibt für die RENK-Aktie derzeit extrem schwierig. Die Bank of America hat die Kaufempfehlung gestrichen und das Kursziel auf 42,50 Euro gesenkt. Sie zweifelt, ob der Auftragsboom nach 2030 anhält. Andere Analysten sehen im Schnitt teilweise noch über 60 Euro, doch der Markt glaubt ihnen momentan gerade nicht: Und der Markt hat bekanntlich nahezu immer recht! Die Bewertung ist mit einem KGV von über 25 für 2026 leider immer noch hoch und daher könnte Vorsicht derzeit besser passen, als Mut. Wer einsteigen möchte, wäre vielleicht besser beraten, zuvor auf eine Bodenbildung zu warten. Diese ist aktuell noch nicht absehbar. Der Gewinn entsteht oftmals schon im Einkauf! Die Zahlen am 5. November könnten mehr Klarheit bringen. Derzeit Seitenlinie!
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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